verbockt
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vorab. ich bin ein falsches, verlogenes und abgebrühtes Mistvieh. Wenn ihr euch jetzt denkt "Ach was. sie ist so hart zu sich selbst" dann werdet ihr eure Meinung spätestens nach dem Lesen meiner Story ändern. Ich habe den Verdacht ein ernsthaftes Problem zu haben und mich diesbezüglich wohl auch in Therapie begeben zu müssen. Aber als ersten Step würde ich gerne unverblümt mein Denken und Handeln anonym hier mit völlig fremden Menschen teilen, um herauszufinden ob dem wirklich so ist. Oder ob der ein oder andere meine Aktionen wenigstens im Ansatz nachvollziehen kann. Denn mein rationales Selbst kann es nicht.
Kurz zu mir. Ich bin w und 28 Jahre alt. Bin seit grob 3 Jahren mit meinem jetzigen Freund zusammen. Wir leben auch zusammen. Mein Freund liebt mich, er würde wohl alles für mich tun. Das spüre ich. Er hat große Pläne mit mir. das volle Programm Heirat, Kinder, Haus. Ich dachte bis vor einem halben Jahr, dass ich ihn auch liebe und das ebenso will. Mittlerweile bin ich mir dessen nicht mehr so sicher. Von Anfang an war unsere Beziehung eher unaufgeregt. Ich konnte mich zu 100% auf ihn verlassen. Kein Drama, keine Machtspiele. alles gut. Ich kannte das von vorigen Beziehungen (darunter auch eine Affaire mit einem verh. Mann) anders. Anfangs gefiel mir das wunderbar, keine herzzerreissenden Streits, keine Energiesauger. Einfach nur ehrliche Zuneigung. Gleichzeitig fehlte mir aber von Anfang an irgendwie die Leidenschaft. Der S. war eher langweilig und dies hat sich über die Jahre um ehrlich zu sein auch nicht geändert. (Was aber natürlich nicht nur an ihm liegt sondern ebenso an mir!)
Nun zum eigentlichen Dilemma. Letztes Jahr im Oktober habe ich aus einer Laune heraus meinem Ex mit dem ich vor 10 Jahren einmal zusammen war, wieder geschrieben. Ich habe an ihn gedacht, als ich aus beruflichen Gründen an der Firma in der er arbeitet (200km entfernt von mir), vorbei gefahren bin. Ich hatte keinen Hintergedanken bei dieser Sache. Er hat sich über die Kontaktaufnahme gefreut. Wir schrieben locker über unsere jeweiligen Lebenssituationen. Es stellte sich heraus, dass er Single ist und schon lange keine Beziehung mehr hatte. Wir telefonierten daraufhin abends und mich beeindruckte so, dass wir so viele Gemeinsamkeiten unabhängig von einander in den letzten Jahren entwickelten. Uns beschäftigten scheinbar die selben Themen. Zunächst fasste ich dies als enormes Geschenk auf und dachte. wow. endlich mal jemand mit dem ich meine Gedanken teilen kann. Wir schrieben ein bisschen hin und her und er wurde dann auch recht schnell anzüglich. Ich war so neugierig auf ihn, was für ein Mensch aus ihm geworden war. Wir trafen uns ein paar Wochen später. Es war schön, wir küssten uns. Er ist ein unglaublich guter Küsser und da hatte ich meine Leidenschaft, die mir in meiner Beziehung fehlte, wieder. Diese Knutscherei verkomplizierte aber auch das Verhältnis zwischen mir und meinem Ex. Man muss dazu sagen, dass er wohl ebenfalls eine Persönlichkeitsstörung hat. Ich bin keine Fachfrau, aber aufgrund seines Verhaltens liegt das Nahe. Er ist extrem dominant, unberechenbar und versucht ständig Machtspiele zu spielen. Wir haben uns ein paar Wochen später wieder getroffen und die Nacht miteinander verbracht. Es war komisch, irgendwie schön aber ich ging eigentlich mit dem Gefühl, dies sofort beenden zu müssen nach Hause. Im Gesamten fühlt es sich ungesund und dennoch anziehend an. Wir streiten super häufig und fahren regelrecht Achterbahn miteinander.
Meinem Ex hab ich erzählt, ich hätte mich getrennt - was nicht stimmt. Dies waren wohl strategische Gründe um abzuklopfen ob er eine Beziehung mit mir wollen würde. (Sieht nicht danach aus!)
Meinem Freund habe ich erzählt, ich fahre jeweils zu einer Freundin - was nicht stimmte.
Ich hab gelogen und betrogen und das obwohl mein Ex nicht mal "DER Traummann" ist (auch optisch kann er meinem Freund nicht mal annähernd das Wasser reichen) Es zieht mich aber irgendwas an ihm an, was ich selbst nicht definieren kann. Vielleicht ist es der Fakt, dass ich ihn nicht haben kann? Gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Freund. Aber es ist nicht schlecht genug um einen Schlussstrich zu ziehen.
Was für eine Persönlichkeitsstörung könnte bei mir vorliegen? Bin ich einfach nur ein schlechter Mensch? Ich verzweifle daran langsam aber sicher.
Ich will mich hier nicht in die Opferrolle begeben, ich habe mir mein Schlamassel selbst angerichtet, das ist mir bewusst. Ich bin auch gern bereit heftigste Kritik einzustecken.
Gruß
verbockt