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Ex zurück - noch eine Chance?

Butterblume63


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Hallo Te!
Finde ich gut,dass du trotz der Trauer so eine innere Stärke hast und weißt was du kannst und willst. Sie dagegen hat einige Baustellen in ihrem Leben. Statt sie selbst aktiv anzugehen flüchtete sie in eine Beziehung mit dir. Wenn sie es nicht schafft mit sich selbst ins Reine zu kommen wir über kurz oder lang jede weitere Beziehungen von ihr scheitern. So wie ich dich lese wirst dein Leben auch ohne sie wieder Lebens und liebenswert finden. Und es ist tröstlich zu wissen,dass es mehrere wunderbare Lieben im Leben passieren können. Dafür viel Glück.

11.01.2022 06:02 • x 1 #16


Myskin


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Zitat von Heffalump:
Da merkt man schon, das sie erst 26 ist. Noch nicht viel Erfahrung hat. Man kann auch durch die Hintertüre versuchen, auf Dich einzuwirken, ohne sich groß anzustrengen. Bleib bei deiner Kontaktsperre. Und wenn möglich, schau nicht mehr, was Sie tut. Sie hat eure Beziehung abgewählt.


Das fällt tatsächlich schwer, aber ich bemühe mich.

Einwirken ist tatsächlich etwas, was mich auch beschäftigt hat bzw. ob hier Dinge indirekt und unterbewusst ablaufen. Dass ich etwa das mit dem Dating sehen soll und eine Kontaktaufnahme provoziert wird (im Profil stand vor der Löschung auch das eine odere andere, was mit unserer Beziehung zu tun hat, aber ich habe versucht, es nicht überzubewerten).

Auf mich wirkte die Trennung und alles seithin auf ganz seltsame konfus und überfordert.

11.01.2022 07:49 • #17



Ex zurück - noch eine Chance?

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Myskin


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Zitat von Butterblume63:
Hallo Te! Finde ich gut,dass du trotz der Trauer so eine innere Stärke hast und weißt was du kannst und willst. Sie dagegen hat einige Baustellen in ihrem Leben. Statt sie selbst aktiv anzugehen flüchtete sie in eine Beziehung mit dir. Wenn sie es nicht schafft mit sich selbst ins Reine zu kommen wir ...


Ob sie in die Beziehung flüchtete, kann ich sehr schlecht einschätzen. Ich glaube zumindest, dass sie es sehr gewollt hat. Ich glaube aber auch, dass - zumindest für mich - Liebe auch irgendwann eine Entscheidung ist, die man nicht jeden Tag neu aushandeln muss. Zweifel gibt es immer, gerade, wenn die Umstände nicht so leicht sind oder sonst viel im Leben passiert.

Und ja, mein Leben, das ich auch sonst sehr gerne mag, wird weitergehen. Es ist nur eine Erschütterung von Grundvertrauen in Partnerschaft. Als Person, die schon ein paar Trennungen erlebt hat, kenne ich es, wenn Partnerschaften gar nicht mehr funktionieren oder mit jedem Monat an Kraft verlieren und dann langsam auslaufen. Aber, dass etwas von 100 auf 0 wegbricht, hatte ich bisher nicht.

11.01.2022 07:55 • #18


Myskin


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Vielleicht an die, die sich schon häufig, für den anderen völlig unerwartet getrennt, haben: Wie soll man als Verlassener damit umgehen, wenn oft mitgeteilt wurde, dass man geliebt wird, dass man den anderen glücklich macht, dass man der beste Partner ist, den sich der andere vorstellen kann und dass es keine Zweifel gibt, die die Beziehung betreffen. Und das alles nicht Jahre und zahllose Streitigkeiten zurückliegt, sondern zwei, drei Wochen, in denen in der Partnerschaft nichts Verkehrtes passiert ist?

Schon bald wäre unser Jahrestag gewesen und es tut einfach immer mehr weh. Die Distanz bringt Ruhe, aber das Gefühl, einfach keinen wirklichen Anhaltspunkt zu finden, ist grausam.

13.01.2022 19:03 • #19


fiskerr


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Ich gebe dir vielleicht noch einen/mehrere Anhaltspunkt(e).

Mir scheint es, dass ihr eine sehr gesunde vertrauensvolle Beziehung geführt habt, wo beide ihre alten Dämonen (die übrigens alle haben) mitbringen. Meiner Erfahrung nach sind alle Beziehungsprobleme früher oder später auf die Themen Nähe und Distanz bzw Bindungsangst zurückzuführen. Das äußerst sich dann häufig in Symptomen wie Verlustangst, Eifersucht, Passiv-aggresives Verhalten, Distanzmanöver usw.
Bei stabilen Beziehung sind diese Tehmen nicht sonderlich stark ausgeprägt und gefährden eine Beziehung nicht. Bei euch scheint dies aufgrund eurer vergangenen Erfahrungen stärker ausgeprägt zu sein.
Du mit deiner Neigung zur Verlustangst, sie mir der Neigung zu mehr Autonomie.

Das sie ihre Gefühle hinterfragt, liegt vielleicht daran, dass es für sie ein neues Gefühl ist. Dieses Verliebtheitsgefühl aus der Vergangenheit war immer mit schlechten Beziehung verbunden. Jetzt fühlt sich alles etwas langweilig, langsamer, unspektakulär an. Einfach ungewohnt. Das Problem ist, sie ist darauf konditioniert. Vielleicht schon seid ihrer Kindheit. Weißt du etwas über die Beziehung zu ihren Eltern? Ich denke, dass ist ihr so gar nicht bewusst.

Ich würde dir 2 Sachen raten. Reflektiere mal deine Vergangenheit. Wo komme die Verlustängste her? Wie waren deine Beziehungen? Wie ist die Beziehung zu deinen Eltern, Geschwistern, Freunden?
Man kann in Beziehung so viel lernen. Menschen im Kontext mit Liebesgefühlen sind die besten spiegel für die eigene Persönlichkeit.

Die andere Sache: Ihr scheint ja noch einen Draht zu haben. Du kannst, wenn du dich reflektiert hast und deine Anteile rausgearbeitet hast, einen Schritt auf sie zugehen und sie mal auf die oben genannten Themen ansprechen.
Ich bin davon überzeugt, wenn beide Gefühle haben, egal wie stark die jeder wahrnimmt, gibt es eine Chance auf eine Fortsetzung. Jetzt kommt aber das wichtigste und das verkacken 99%. Stell dir die Themen, die eure Beziehung zum scheitern gebracht haben wie einen Eisberg vor. Ihr seid oben an der Spitze und wenn es funktionieren soll, müsst ihr bis ganz nach unten ins kalte Wasser.

Und noch was: du wirst sie niemals therapieren können. Du kannst ihr einen Schubbs in die richtige Richtung geben aber am Ende muss sie alleine wieder zurückkommen und wollen.

13.01.2022 19:45 • x 1 #20


Mienchen

Mienchen


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Zitat von Myskin:
aber eine enge Freundschaft von ihr zerbrach, ihre Eltern ließen sich scheiden, was sie wahnsinnig belastete, die berufliche Situation mit viel Zeitaufwand setzte ihr zu, dazu kamen Krankheitsphasen und immer mehr Erschöpfung.

Und was genau hat das jetzt mit EUCH zu tun? Man kann auch Probleme erschaffen, wenn man eine Beziehung nicht will

13.01.2022 20:12 • x 1 #21


Myskin


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@fiskerr

Beeindruckender Beitrag, großen Dank dafür. Da steckt sehr viel drin zu dem, was mich gerade auch beschäftigt.
Ich glaube ebenfalls, dass es für uns jeweils die gesündeste Partnerschaft war, die wir bisher hatten, auch das haben wir uns oft gegenseitig kommuniziert. Gleichsam kommt mit Tiefe natürlich auch eine Form von Verletzbarkeit. Nach den klassischen Bindungstypen war ich der, der viel Bestätigung und Sicherheit braucht, sie die Person, die immer wieder zweifelt, bei der Gefühle schnell kippen, wenn es Konflikte gibt und die stark mit Verdrängung und Abspaltung, auch in anderen Krisensituationen, reagiert und sich dann ins Außen flüchtet.

Meinem Empfinden nach gibt es einen Zusammenhang zwischen der Trennung ihrer Eltern und unserer. Einen Tag, nachdem sie von ihrer Familie zurückkehrte, wo es ihr sehr schlecht ging, da dort gerade die Scheidung im Prozess ist, stand die Trennung plötzlich im Raum. Ob das eine Art "solidarischer Akt" mit dem Verlust des eigenen familiären Hafens ist oder das Gefühl, gar nicht mehr an das Konzept Beziehung glauben zu können, weiß ich nicht. Ich finde nur den Zeitpunkt einschneidend.

Sie hat auch kommuniziert, dass die Bindung zu mir für sie fremd ist, dass sie sie nicht ganz einordnen kann. Eben weil für sie Liebe bisher immer mit Schmerz verbunden war, kurz: Mit Menschen, die nicht erreichbar und unverbindlich waren. Ich weiß nur nicht, was ich hier in dem Fall hätte ändern können. Sie meinte auch einmal, dass sie gar nicht eifersüchtig ist (weil ich ihr dazu nie einen Grund gegeben habe) und manchmal kein so starkes Vermissen empfindet, sondern eben ein tiefes Gefühl von Vertrauen und Verbundenheit.

Ihre Beziehung zu ihren Eltern ist relativ klassisch. Ein angespanntes Verhältnis zur Mutter, eine m.E. lange Überidealisierung des Vaters. Beides befindet sich, jetzt durch die Krise, aber in einer Art Transformation. Meines ist geprägt von einem sehr instabilen Elternhaus mit Menschen, die schwer einschätzbar sind und emotional sehr wechselhaft. Später suchte ich mir Partnerinnen, die ebenfalls eher emotional-vermeidend sind und sich gerne entziehen. Keine gesunden Muster. Umso mehr machte es mich glücklich, wie offen und tief wir in dieser Partnerschaft miteinander sprechen konnten und quasi alles geteilt haben. Die Bindung zu Geschwistern und Freunden ist wiederum sehr gut.

Eine Verbindung besteht aktuell nicht mehr. Mein Gefühl war, dass ich aktuell mit jeder Abweisung, die bei ihrem Muster vermutlich kommen muss, nicht umgehen könnte. Noch nicht. Und ich gleichsam auch jeden Druck rausnehmen möchte, der vielleicht auch zum Teil zu dieser Eskalation geführt hat. Daher halte ich mich bislang zurück, nicht zuletzt, da ich glaube, dass sie dafür gar keinen Raum hat, weil sie gerade alles irgendwie zusammenhalten muss.

Und zum letzten Satz: Ich habe meinen Themen lange therapeutisch bearbeitet, vieles mit Erfolg. Sie selbst hält es bis heute für hinreichend, es mit sich selbst auszumachen. Als ich einmal ansprach, dass ich es gut fände, alte, ungesunde Beziehungsmuster vielleicht einmal therapeutisch anzugehen, war sie sogar ziemlich verärgert. Kann ich verstehen einerseits, andererseits ist es für mich kein anderer Umstand, als wenn ich sie mit Zahnschmerzen zu einem Zahnarzt verwiesen hätte.

13.01.2022 20:15 • #22


Myskin


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Zitat von Mienchen:
Und was genau hat das jetzt mit EUCH zu tun? Man kann auch Probleme erschaffen, wenn man eine Beziehung nicht will


Formal nichts, aber ich glaube, dass äußere Umstände eben doch auch auf die Verfassung einer Person einwirken können.

13.01.2022 20:16 • #23


Mienchen

Mienchen


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@Myskin auf keine Person, die verknallt ist.

Auch du suchst scheinbar Gründe für ihr Verhalten. Wenn es dich glücklich macht, das sie dich deswegen abgesägt hat, dann glaub das weiter.

13.01.2022 20:19 • #24


Myskin


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Zitat von Mienchen:
@Myskin auf keine Person, die verknallt ist. Auch du suchst scheinbar Gründe für ihr Verhalten. Wenn es dich glücklich macht, das sie dich deswegen abgesägt hat, dann glaub das weiter.

Vielleicht. Ich glaube nur, dass bei fast allen Trennungen irgendeine Form von Angst und Hoffnungslosigkeit beteiligt ist (oder Dritte, klar). Es geht hier ja nicht um drei Wochen Verknalltsein, sondern eine sehr enge Bindung.

13.01.2022 20:24 • #25


fiskerr


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In der Liebe gibt es nicht nur schwarz oder weiß. Ich bin der Meinung, auch äußere Umstände können trotz Verliebtheit eine Beziehung sabotieren.

Okay dann hast du ja schon versucht unter die Oberfläche zu kommen, ohne Erfolg. Das war der Schubser, den ich meinte.
Ich finde es übrigens super, dass du dich mit deinem Bindungstyp auseinander setzt. Sollte jeder machen müssen

Abschließend: du hättest nichts besser machen können. Ich weiß, dass du dich das fragst. Wird man verlassen, geht es immer gegen den Selbstwert. Es liegt in der Natur des Menschen früher oder später diesen wieder in Form von: was habe ich nur falsch gemacht, zu reparieren.

13.01.2022 20:37 • #26


Myskin


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Zitat von fiskerr:
In der Liebe gibt es nicht nur schwarz oder weiß. Ich bin der Meinung, auch äußere Umstände können trotz Verliebtheit eine Beziehung sabotieren. Okay dann hast du ja schon versucht unter die Oberfläche zu kommen, ohne Erfolg. Das war der Schubser, den ich meinte. Ich finde es übrigens super, dass du dich mit ...

Ersteres glaube ich auch: Private Krisen, Schicksalsschläge, Alltag, das hat alles natürlich eine Wirkung auf Leichtigkeit, Belastbarkeit und vermutlich auch Liebesfähigkeit.

Die Beschäftigung mit Bindungstypen, frühkindlichen Erfahrungen etc. ist sehr spannend und wichtig, absolut. Das ändert dann vielleicht letztlich am Ergebnis Trennung nichts, aber es lässt sich besser verarbeiten, als ein Vakuum aus Leere.

13.01.2022 21:00 • #27


Myskin


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Was ich mich immer wieder gefragt habe: Wie geht man in Beziehungen damit um, wenn der andere wenig Mut hat, an eigenen Baustellen zu arbeiten und vielleicht auch keine richtig konkrete Vorstellung einer reifen Partnerschaft?

Ich denke persönlich, wenn eine solide, tiefe, respektvolle und liebevolle Basis da ist, sind die meisten partnerschaftlichen Probleme eigentlich lösbar. Mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand. Gefühle sind nie konstant, man entwickelt sich vielleicht auch nicht immer im gleichen Tempo, es gibt viele viele schöne Menschen da draußen und immer irgendwann mal auch Konflikte - man hat aber eben auch einen ganzen Rucksack voller Geschichte, schönen Erlebnissen und Verbundenheit. Ich finde es erstaunlich, wie oft das in Beziehungen, ob selbst erlebt oder bei anderen, weggeworfen wird, in der etwas schrillen Wahrnehmung, dass es noch besser gehen könnte. Ob allein oder mit Dritten. Das klassische Das Gras ist grüner auf der anderen Seite-Syndrom, ein Produkt von Dienstleitungsansprüchen an den anderen, der einen immerfort glücklich machen sollte. Zum ernüchternd, weil viel zu viele danach krachend in der nächsten engen Bindung ebenso klirrend scheitern, meist sogar aus den gleichen Gründen.

Wie steht ihr dazu: Ist eine enge Beziehung nicht auch ein Auftrag, ein starkes Wir zu entwickeln und nicht bei der ersten größeren Windböe umzukippen? Mir hat persönlich, auch in eigenen Zweifelphasen, immer Dankbarkeit geholfen. Einfach mal nüchtern zu reflektieren: Was hat dieser Mensch mir eigentlich gegeben, wo hat er für mich gekämpft, in welcher Krise stand er mir bei, wie oft hat er mich zum Lachen gebracht, mich mit seiner Haltung konfrontiert, mich inspiriert - und inwiefern wird das dann von einem aktuellen Konflikt, so deftig er sich gerade auch anfühlen mag, wirklich in Frage gestellt?

21.01.2022 23:28 • #28


Myskin


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Im Rahmen der Reflektion der Trennung - die heute sechs Wochen her ist -, bin ich auf diesen Artikel gestoßen und bin ziemlich beeindruckt. Die Perspektive der Frau auf der ersten Seite entspricht ziemlich genau der partnerschaftlichen Dynamik, es sind sogar fast durchgängig die gleichen Sätze.

https://www.beziehungsweise-magazin.de/...ich-liebe/

Eigentlich eine große und tiefe Zuneigung, aber auch nagender Zweifel, gerade, wenn man sich nicht sieht, der vielleicht daher rührt, dass das traumatische Erlebnis im Vorfeld immer noch zu starke Gefühle auslöst.

Hat jemand Erfahrung, wie man als Partner damit hätte umgehen müssen - oder auch an die, die sich in der Fragestellerin wiederfinden: Was hätte euch gut getan? Kann man hier als Gegenpart überhaupt etwas tun?

Ansonsten: 5 Wochen Kontaktsperre. Es ist nicht leicht, tut immernoch täglich weh, wird aber etwas besser.

Vor 56 Minuten • #29



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