Tiffy91
Gast
Mein Exfreund hat vor inzwischen drei Monaten mit mir Schluss gemacht. Wir waren knapp 5 Jahre zusammen, sind jetzt beide 24 und es war jeweils unsere erste richtige Beziehung.
Leider war es meine Schuld. Mit den Jahren ist es irgendwie dazu gekommen, dass ich ihm immer seltener gezeigt habe, wie wichtig er mir ist. Es war alles irgendwie Gewohnheit. Die Küsse waren emotionsloser als früher... wenn wir uns gesehen haben, haben wir kaum was unternommen... wenn wir uns nicht gesehen haben, haben wir uns auch nicht großartig vermisst, allerdings standen wir auch permanent über Messenger in Kontakt...
Aber nicht weil ich ihn nicht geliebt habe! Ich hatte einfach die naive Vorstellung, dass wir für immer zusammen sind und so. Wollten auch nächstes Jahr, wenn wir beide endlich unseren Masterabschluss haben und dementsprechend schöne Jobs kriegen können, zusammenziehen. Leider haben wir uns die letzten Monate irgendwie voneinander distanziert, ohne es zu merken. Das lag meiner Meinung nach an vielen Kleinigkeiten - ich habe ihm nur noch wenige kleine Liebesbekundungen gemacht, draußen haben wir seltener Händchen gehalten, und so weiter. Ich denke, ihr könnt es euch vorstellen. Irgendwie war die Leidenschaft, die Freude über den anderen weg. Aber wie gesagt - nicht weil ich ihn nicht geliebt habe, sondern weil ich ehrlich gesagt damit gerechnet hatte, dass wir uns nie trennen (somit war vielleicht der Reiz weg? Es war alles zu sicher und somit langweilig?)
Ich bereue das jetzt jedenfalls sehr. Es war nicht so, dass es nicht gepasst hat zwischen uns. Wir haben uns toll ergänzt und hatten auch gemeinsame Hobbys. Hätte ich gewusst, wie zerbrechlich solche Gefühle sind (wie gesagt, erste Beziehung...) hätte ich viiiiel mehr hineininvestiert. Mich viiiiel mehr angestrengt. Ihm viel häufiger gezeigt, was er mir bedeutet. Leider haben wir beide erst gemerkt, dass da was im argen lag, als es schon zu spät war.
Er meinte, er hat keine Gefühle mehr für mich und machte Schluss. Seit der Trennung vor drei Monaten herrscht von beiden Seiten aus strikte Kontaktsperre, ich habe ihn nur einmal gesehen als wir unsere Sachen ausgetauscht haben (vor ca. 2 Monaten). Er wirkte ziemlich verunsichert damals, aber das ist ja auch normal.
Worauf ich hinaus will:
Die Beziehung war verdammt schön und verdammt intensiv. Ich will mir nicht einfach 'nen Neuen suchen und ihn unter Kollateralschaden abhaken. Ich würde ihn definitiv nie mehr als gegeben betrachten und ihn dementsprechend viel mehr wertschätzen. Auch viele andere Dinge die vielleicht falsch liefen, würde ich beim nächsten Mal besser machen.
Das Problem ist, dass ich letzten Freitag beim Einkaufen seine Eltern getroffen habe und wir uns danach noch auf 'nen Kaffee verabredet hatten. Sie haben mir erzählt, dass er der Meinung ist, dass es charakterlich zwischen uns nicht gepasst hat. Er leide auch sehr unter der Trennung, wäre einige Male sogar fast zurückgekommen, habe sich aber immer wieder umentschieden eben mit der Begründung, dass wir einfach nicht zusammenpassen.
Das hat mich natürlich zum Nachdenken angeregt. Wie gesagt, ich weiß was falsch lief und was ich besser machen könnte. Wenn er sich drei Monate so viele Gedanken macht, immer noch mit seinen Eltern über die Trennung redet, kann die Liebe für mich dann wirklich weg sein? Würde er dann nicht vielmehr nach vorne schauen und mich abhaken? Und vor allem: Wie kommt er darauf, dass es charakterlich nicht gepasst hat? Ich habe einen ganzen Monat lang analysiert, was falsch lief, und nicht einmal bin ich auf irgendwas in der Richtung gestoßen, dass wir einfach nicht zusammenpassen. Schließlich ist man dann auch wohl kaum fünf Jahre mit einem Partner zusammen, zu dem man einfach nicht passt, oder?
Es kribbelt mir jetzt leider wirklich in den Fingern, ihn mal auf ein Gespräch einzuladen oder so. Ich weiß, ist vermutlich 'ne schlechte Idee. Mich wurmt's nur total, dass er sich scheinbar einen Trennungsgrund einredet, der so gar nicht existiert hat. Und vor allem stünde uns die Chance auf einen Neuanfang offen, wenn er die Wahrheit erkennen würde - nämlich dass er mich "nur" nicht mehr liebt, weil ich ihm meine Liebe nicht mehr wirklich oft gezeigt habe (was sein Unterbewusstsein wohl registriert hat)...
Und ich möchte nochmal sagen:
Ich weiß, es wirkt als würde ich seine Meinung nicht achten, wenn ich sage "Was er da als Trennungsgrund aufführt, ist Quatsch". Nur konnte er mir damals beim finalen Gespräch nicht wirklich erklären, was denn los ist. Nur dass wir uns irgendwie auseinanderentwickelt hätten und er mir nur noch aus Gewohnheit "Ich liebe dich" sagen kann.
Wie ich von seinen Eltern hörte, hat er seitdem regelmäßig andere Gründe angeführt - beispielsweise einmal, dass er Angst vorm Zusammenziehen mit mir gehabt hatte. Dann wieder etwas ganz anderes. Irgendwie scheint er sich da noch nicht so wirklich sicher mit zu sein, was genau denn jetzt das Problem war. Oder er klammert sich an Gründe fest, die ihm die Trennung einfacher machen - z.B. dass es einfach menschlich nicht geklappt hat und er somit gar keine andere Wahl hatte.
Was würdet ihr mir raten?
Ihn abhaken und nach vorn schauen?
Darauf spekulieren, dass er vielleicht von allein drauf kommt, dass wir eine realistische Chance haben könnten, das Ruder nochmal rumzureißen?
Ihn kontaktieren, vielleicht wegen einem Treffen? Ihn vielleicht dann schon darauf ansprechen, was seiner Meinung nach falsch lief?
Bin mir gerade total unsicher, möchte ihn aber auch nicht einfach gehen lassen...