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Fehlende Gefühle - noch eine Chance?

Edelbitter

74104
Hallo liebes Forum,

tut mir leid, ein etwas längerer Text.

Ich war mit meinem Freund ca. ein halbes Jahr zusammen. Wir beide Mitte 30, er hat ein kleines Kind. Noch auf dem Papier verheiratet, seit ca 2 Jahren getrennt. Wir kennen uns über die Arbeit. Er hat fast 2 Jahre versucht, mich zu daten, aber ich wollte immer nicht, da ich noch nicht bereit für was neues war. Dann letztes Jahr dachte ich mir, ok jetzt machen wir einfach mal was zusammen. Und es war total schön und wir kamen sehr schnell zusammen. Ich dachte, was für ein toller Kerl, nimmt mich so wie ich bin, spricht mit mir wenn was nicht gut läuft, ist einfühlsam und zärtlich. Habe mir das immer so gewünscht. Das ging ungefähr 2 Monate gut.

Bis bei mir meine Bindungsängste kickten. Das habe ich ihm auch in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt nach 2,5 Monaten (fiel mir nicht leicht), dass ich da etwas Zeit brauche und meinte auch, dass ich keinen Raum für eigenes vermissen habe, wenn er mir das 3x am Tag schreibt. Er weiß selber um seine Probleme des Klammerns und Zu viel Wollens. Nach dem Gespräch mussten wir uns beide erst wieder etwas sortieren, aber er meinte er sei froh, dass wir so offen reden können und dass das viel Wert sei. Soweit so gut. Es lief danach weiter ganz gut. Habe sein Kind kennengelernt, das hat mich sehr schnell akzeptiert (nicht selbstverständlich).

Leider bin ich Anfang des Jahres in ein ziemliches mentales Loch gefallen. Ich war ningelig, schlecht gelaunt, unzufrieden mit der Arbeit, Corona Maßnahmen haben nach 2 Jahren genervt (kein Wegfahren so richtig möglich mit Übernachtung), der Beginn des Ukraine Krieges hat mich sehr verunsichert und runtergezogen. Wir hatten wenig Zeit füreinander. Infolge dessen hatte ich nicht mehr so den Kopf für ihn, war abweisend (hatte nicht oft Lust auf S.), war oft einfach nur total kaputt und müde, brauchte Zeit für mich. Konnte nicht wirklich auf ihn eingehen, auf ein ich vermisse dich kam von mir leider ab und an keine Gegenantwort. Ich habe es nicht gefühlt, mir war vieles zu viel. Trotzdem hatten wir immer wieder schöne Momente, haben Ausflüge gemacht, wenn auch nicht mehr so oft.

Weiterhin hatten wir nicht mehr so viel Zeit füreinander. Er alle 2 Wochen das Kind bei sich, da waren Unternehmungen unter der Woche und wegen der Arbeitszeiten (beide in unregelmäßigen Schichten) nicht möglich. Immer nur eher kurze Treffen unter der Woche mit oder ohne Übernachtung, dann wieder früh raus. Wir wollten beide wieder Zeit haben, aber es klappte einfach nicht. Zwei Urlaube fielen ins Wasser wegen Krankheit. Urlaube, die wir dringend für uns benötigt hätten. Ich habe mich in der Zeit natürlich soweit es ging um ihn gekümmert und war für ihn da. Ich fand die ganze Situation genauso belastend wie er. Ich wollte endlich wieder richtig Zeit mit ihm verbringen und nicht immer nur so kurz zwischendurch. Das hat mit mir auch was gemacht. Ich war gefühlsmäßig einfach nicht mehr so da. Leider. Und habe dennoch die ganze Zeit daran geglaubt, das wird schon wieder, es kommen bessere Zeiten, das ist nur ne Phase. Er hat mir auch immer vermittelt, dass alles gut ist, wir kriegen das hin. Und es war nicht alles negativ, es gab dennoch meiner Meinung nach viele schöne Momente, und wenn S. dann auch guten. Von ihm kamen aber ab und an unterschwellige Vorwürfe wir sehen uns so selten (ich empfand 2x/Woche nicht als selten und war für mich auch ok) und du bist ja so selten hier etc. Aber auch keine Vorschläge, wie man es hätte besser machen können ala ich würde mich freuen, wenn wir uns öfter sehen. Was hältst du von XYZ.

Nachdem die Krankheit vorbei war, fuhr er mit seinem Kind eine Woche in den Urlaub. Danach haben wir uns nach mehreren Wochen endlich wieder sehen können, aber so richtig freudig und aufgeregt war ich nicht. Ich habe 7 Tage Vollzeit gearbeitet, hatte einen Tag frei und die nächsten 5 Tage standen an. Ich war dementsprechend kaputt, er ausgeruht. Er kam mit hohen Erwartungen wieder, wollte mehr an dem Abend, ich hätte einfach nur jemanden gebraucht, der mich in den Arm nimmt und kuschelt. Hätte noch einen Tag gebraucht, um mich wieder zu erden. Wir haben unsere Bedürfnisse gegenseitig nicht wahrgenommen.

Am nächsten Tag macht er mit mir am Telefon so quasi Schluss. Wollte erst eine Pause, die als Pause für mich verkaufen, mal Abstand gewinnen, dass da nicht immer wer ist der was von mir will. Er denkt dass wir nicht dasselbe wollen und er nur Freundschaft zwischen uns sieht. Zu viel negatives in letzter Zeit, er spüre ne Distanz, schon seit über einem Monat. Im Endeffekt aber wollte er die Pause. Ich wusste dazu erstmal nicht viel zu sagen. War sehr gestresst, es dauerte ca 3 Tage, bis mir das alles bewusster geworden ist. Hatten dann eine Woche keinen Kontakt. Er gab sich allerdings gerade mal 3 Tage für einen Brief, in dem er mir fast wie ne Bewerbungsabsage schreibt, ich bin zwar toll, für ihn da gewesen, habe zugehört, aber er aktuell nicht mehr als Freundschaft zwischen uns sieht. Dass zu viele Herausforderungen und äußere Umstände auf uns eingewirkt haben. Ich war total fertig, habe ihn um ein Gespräch gebeten, weil wir bis dato kein einziges Mal über unsere Bedürfnisse und Erwartungen gesprochen hatten.

Dem Gespräch hat er sehr zeitnah zugestimmt und wir haben uns gleich getroffen. Er meinte er sei froh dass ich auf ihn zukomme, weil es eine sch. Aktion von ihm war und egoistisch. Und dennoch: keine Gefühle mehr, er fühlt sich leer und taub, will eine Freundschaft mit mir, will mir keine falschen Hoffnungen machen. Hat eingesehen, dass er mit zu hohen Erwartungen wieder gekommen ist. Er weiß gerade nicht was er will, in vielen Bereichen. Ich hätte mich zu viel über diese und jene Sache beschwert (nichts zur Beziehung) aber andersherum habe ich ihm auch immer zugehört, egal was war. Habe mich zB nie beschwert, wenn Kind oder Ex auf dem Plan standen (was auch ok ist weil Kind geht vor). Habe also mindestens genauso Kompromisse gemacht.

Ich habe eine Woche später ihm einen wohl überdachten Brief geschrieben. Habe mich erklärt (Bindungsängste, schwierige Phase, kann nicht gut ausdrücken und zeigen wenn ich jemanden sehr gern hab etc) und mich aufrichtig dafür entschuldigt. Ihm seine blöde Aktion verziehen, weil ich ihn ein Stück weit verstehen kann. Auch er Ängste hat. Wir aber daran arbeiten können, gemeinsam, wenn er das noch will. Wir Zeit brauchen, um uns aufeinander einzustellen, und dass eben nicht so schnell geht. (Mit seiner Ex ging übrigens auch alles sehr sehr schnell, scheint ein Muster bei ihm zu sein.) Ich bin ihm damit einen großen Schritt entgegen gekommen. Wieder eine Woche später kam er dann persönlich auf mich zu, hat sich entschuldigt, dass das alles sch. von ihm war, wie er das gemacht hat, und ob wir nochmal reden können.

Haben wir gleich gemacht. Habe ihn gefragt, wieso er nicht mit mir gesprochen hat vorher. Er wusste nicht wie, hatte Angst zu aufdringlich zu sein, zu viel zu wollen. Er war gesamtfrustriert wegen zu wenig sehen, Zeit und S.. Wollte dass es mit dem Kind und mir besser klappt (aber da hab ich gesagt das liegt am Kind, das braucht doch auch Zeit). Er hat aber nach wie vor nur freundschaftliche Gefühle. Dagegen sprach aber seine Körpersprache: er guckt mich lange an, legt den Arm um mich, gibt mir Küsschen auf die Wange, sagt er findet mich hübsch, ich bin ein toller Mensch. Wir haben uns gut unterhalten, waren da 4h unterwegs, war ein schöner Abend, lange Umarmungen, zum Ende lass es uns langsam angehen von ihm. Konnte das alles nicht einschätzen. Auf Arbeit war dann eher ein gefühltes aus dem Weg gehen, nur mal kurz 2 Minuten reden, er immer er schaut mal dass er mehr Zeit hat und meldet sich, natürlich kam nix, stattdessen pünktlich abends kurze, oberflächliche Nachrichten. Darauf hatte ich dann irgendwann keinen Bock mehr, weil es sich nicht stimmig anfühlte. Wir hatten losen Kontakt, weil er die Kommunikation suchte, mir gute Nacht wünschte und mich bei meinem Kosenamen nannte.

Irgendwann gab ich mir einen Ruck und fragte ihn nach einem Treffen. Das war auch sehr entspannt und lustig. Wir haben nicht über uns gesprochen. Er schlug gleich nächste Treffen vor für nächsten Tag. Ich habe ihn gefragt ob er das wirklich will, er ja. Leider musste ich mich wieder melden obwohl er das wollte, es war alles komisch, habe gefühlt dass er eigentlich keinen Bock hat so richtig. Konnten uns auch irgendwie nicht fallen lassen. Habe ihn darauf angesprochen, dass ich nicht weiß wie ich reagieren soll da ich nicht weiß was er will. Ich Angst habe was kaputt zu machen, er aber meinte wenn dann hat ja er was kaputt gemacht, weil er es beenden wollte. (?) Ich habe ihm nochmal gesagt, was ich will (ihn). Er fragte mich, ob ich es nur ganz oder gar nicht will. Ich so, ja was, sonst was lockeres oder wie? . ja. Da war ich erstmal geschockt und wusste nix dazu zu sagen. Habe angefangen zu weinen, ihm gesagt ich habe das Gefühl, er spielt mit meinen Gefühlen. Wie ich darauf komme. Habe ihm aufgelistet: das Nähe suchen, Küsschen, schreiben, Kosenamen. Er so: war alles nur freundschaftlich gemeint. Aha alles klar. er weiß genau was ich für ihn fühle und macht dann das. Da bin ich sauer auf ihn, weil er dort sehr egoistisch handelt, es sich einfach machen will und es nur um seine Bedürfnisse geht. Und dann, er will momentan keine Beziehung, er will alleine sein. Ihm geht es nicht unbedingt darum, dass es passt, sondern ums Gefühl. Habe gesagt, dann macht das so für mich keinen Sinn, mein Fehler, hier noch Hoffnung zu haben. Was habe ich falsch gemacht? Nix, sagt er, und eine Antwort darauf zu suchen macht auch keinen Sinn. Glaube ich ihm nicht. Ich meinte noch, damit ist er auch nur einer von vielen, die dem ganzen keine Zeit geben und gleich hinschmeißen. Ich habe ihm jedenfalls gewünscht, dass er irgendwann weiß was er will und bin gegangen. Er blieb ziemlich bedröppelt zurück.

Habe über Freunde erfahren, dass er sich den nächsten Tag noch nach mir erkundigte, wie es mir geht. Ich war ziemlich enttäuscht, sauer, unendlich traurig, verstehe die Welt nicht mehr. Vor allem das nix falsch gemacht und es geht mir ums Gefühl fühlt sich so ersetzbar an. Ich denke, er will mir einfach den wahren Grund nicht nennen. Ja es war ne schwierige Phase und nicht einfach. Ich habe allerdings oft genug das Gespräch gesucht, kam ihm entgegen, habe mich entschuldigt wenn ich schlecht drauf oder nicht in Stimmung war, habe gesagt sprich mit mir, wenn er wieder bockig war und mir nicht antwortete. Habe da immer deeskaliert. Er hat mir seine Bedürfnisse und Erwartungen nicht mitgeteilt, hat meiner Meinung nach auch sehr hohe Erwartungen (es muss alles schön sein, gleich alles klappen etc). Ich sehe das entspannter. Sieht zwar ein, dass man Zeit für sowas braucht, aber ohne Gefühl geht es halt nicht. Ich sehe vollkommen ein, dass ich auch einen großen Teil Schuld habe. Wir beide haben daran Schuld. Einerseits denke ich, es war bei ihm nur oberflächliche Verliebtheit, die beim kleinsten Anzeichen von Schwierigkeit bröckelte (dazu passt, dass er meinte, nach 2 Monaten gab es so einen Cut, aber ich war einfach nur hibbelig und wollte was machen) und er gar nicht an mir als Person interessiert war. Ich allerdings verliebe mich über den Zeitraum und dann auch tief in die Person. Deswegen hat es mich sehr hart aus dem kalten erwischt und ich habe sehr sehr gelitten. Ihm ging es auch nicht gut damit, hatte schuldgefühle und weiß, dass er da Mist gebaut hat und auch nicht weiß, was er da tut. Im gesamten ist er ein sehr reflektierter, sensibler Mensch, der viel Nähe, Harmonie und Bestätigung braucht, aber diese Schlussmachaktion(en) waren einfach unter aller Kanone. Das hat enorm an meinem Selbstwert gekratzt.

Wir haben jetzt seit 3 Wochen Funkstille. Weil ich gesagt habe beim letzten Treffen, dass ich für mich erstmal klarkommen muss und mir Schreiberei und sehen auf Arbeit da nicht helfen. Mich macht so fertig, dass wir es nicht mal richtig versucht haben, er mir keine Chance auf Besserung zugestand sondern es einfach mit sich selber ausgemacht hat und ich der Meinung bin, hätte er mal mit mir gesprochen, wie er sich fühlt, wenn ich so oder so bin, es geklappt hätte. Ich denke, hier wird etwas in den Grundzügen richtig gutes weggeworfen, ohne dem Zeit zu lassen, weil es mal etwas schwieriger ist. Kurz nach dem Trennungstelefonat ging es mir dann nämlich auch besser im Sinne von ich hab wieder mehr Zeit und Energie. Die ich gerne mit ihm verbracht hätte.

Also ich weiß nicht, ich verstehe ihn nicht, keiner versteht ihn, dass er erst alles so sehr will und klammerig ist und dann sich 180 Grad dreht. Einmal komplett die Rollen vertauscht (erst wollte ich nicht, aber er, jetzt will ich, aber er nicht.) Es wirkt unsicher mit sich selbst, mit mir, hat Probleme mit sich selbst etc. Man merkt, dass da durchaus ne große Sympathie vorhanden ist. Ich habe ihm ne zweite Chance angeboten. Vielleicht war das alles auch seine Art zu sagen, ok wir probieren es nochmal, ganz langsam und locker, ohne das Label Beziehung, nur ich habe es nicht locker gesehen? Ich finde es halt schwierig, von Beziehung runterzustufen, gerade wenn man noch zu viele Gefühle hat. Ich verstehe, dass er unzufrieden mit uns, mit mir, war und da vielleicht keine Energie mehr hatte. Aber dann hätte er doch mit mir reden können und ich denke mir, dann war es ihm wohl nicht so wichtig. Andererseits, was will ich mit jemandem, der nicht klar kommunizieren kann?

Ich weiß nach so vielen Wochen Kopfzerbrechen nicht mehr, was ich denken und fühlen soll. Belass ich es dabei, melde mich nicht mehr? Hoffnung, dass er sich nach paar Monaten Abstand wieder meldet, obwohl ich meinte, vielleicht in 1 oder 2 Jahren Freundschaft? Oder gehe ich *nochmal* auf ihn zu, allein schon weil ich will, dass wir kein komisches Gefühl auf Arbeit haben? Dass ich ihn verstehe und wir einfach sch. Timing haben und wir es besser können. Aber das wirkt auch eher nach hinterherrennen, keinen Stolz haben und Wert nicht kennen. Überall lese ich, mach dich rar, geh auf Abstand, er muss wissen was ihm fehlt, er muss dich wieder jagen (hat ja schon mal geklappt). Aber wenn er eh keine Gefühle mehr hat. Ich weiß nicht was ich tun soll. Den einen Tag bin ich der Überzeugung, sei du selbst, gib dich fröhlich, er wird mit der Zeit sehen, dass du besser sein kannst als das, was er kennen gelernt hat, und wenn nicht, dann hat er mich nicht verdient. Und dann wieder, ich verstehe ihn, wahrscheinlich hätte ich nicht anders gehandelt, zeig ihm, du kannst es besser und arbeite an dir. (Das tue ich auch unabhängig von ihm.) Aber er sendet so extrem gemischte Gefühle. Freundinnen sagen, ich hätte nix besser machen können, ich habe zu dem Zeitpunkt das getan, was ich konnte. Ich bin da anderer Meinung, ich hätte mich mehr anstrengen müssen. Habe es alles zu selbstverständlich gesehen.

Nur weiß ich nicht, ob das alles noch lohnt. Ob bei ihm die Gefühle wiederkommen können. Nach vielen Jahren ist er einer, mit dem ich es wirklich wirklich versuchen will. Aber er muss es auch wollen. Ich kann ja niemanden zwingen. Ich habe leider noch diesen minimalen Funken Hoffnung, weil ich nicht ganz glaube, dass alle Gefühle weg sind. Dass sie vielleicht wiederkommen können, gerade wenn er mich doch so unbedingt wollte? Ich finde, dass es doch eigentlich gut passt. Und keine Beziehung immer so einfach locker flockig weiter läuft, es immer Arbeit benötigt. Man aber bereit sein muss daran zu arbeiten und zu kommunizieren. Wir kennen doch beide unsere Fehler. Sehe ich das alles so falsch? Sollte ich einfach komplett abhaken? Es ist so schwer. Im Grunde haben wir uns jetzt gegenseitig schön verletzt und unsere blöden Seiten gezeigt. Kann das wieder umschwenken?

Ich bitte um eure Einschätzung und Tipps! Danke!

05.06.2022 10:10 • x 1 #1


Iunderstand


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Ich hab das Lesen nach der Hälfte dieser Textwand aufgegeben. Zu viel Geschwurbel über einzelne Worte die irgendwann Mal jemand vielleicht gedacht hat.

Liest sich für mich so, dass ihr einfach nicht zusammen passt. Ganz ehrlich, da haben sich zwei Dramaqueens gesucht und gefunden. So ein hin und her nach einem halben Jahr Kennenlernphase, hat richtig gutes Potential eine endlose on off Beziehung zu werden. Ihr lasst euch gegenseitig am ausgestreckten Arm verhungern, wenn er will geht's bei dir nicht, wenn du willst, hat er was besseres geplant... Und das im ersten halben Jahr, wo der Himmel voller Geigen hängen sollte.
Lass es gut sein, es führt zu nix

05.06.2022 10:33 • x 6 #2



Fehlende Gefühle - noch eine Chance?

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DieDirekte


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Liebe @Edelbitter,

was tust du für oder gegen deine deutlich lesbaren Bindungsängste (Therapie?)

Wie alt ist das Kind ungefähr? Ich kann ihn verstehen, wenn er als Mensch, Mann und auch als (verantwortungsvoller) Vater diese Situation zwischen euch beiden so nicht mehr leben mag oder kann.

Daher meine Frage, ob du aktiv etwas für deine Gesundung machst. Für mehr mögliche Normalität, Stabilität

05.06.2022 10:34 • x 1 #3


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von Edelbitter:
Bis bei mir meine Bindungsängste kickten.

und so weiter - und so weiter. Du hast ihm eine Menge Geduld angefordert und wahrscheinlich hatte er auch in eurer Beziehung das Gefühl der Distanz. Und dann irgendwann resigniert.

05.06.2022 11:39 • #4


Edelbitter


74104
Ja, ich will eine Therapie machen, aber man kommt nunmal nicht so schnell an einen Platz. Ich reflektiere selber sehr viel und sehe auch sehr viel ein. Auch er ist gerade in einer Therapie. Ich war auch sehr geduldig mit ihm, so ist es nicht, er hat mir nur leider sehr oft falsche Signale gesendet (alles gut) statt direkt mit mir zu reden. Und das finde ich schade. Die ganze Schuld also bei mir abladen finde ich auch nicht richtig. Dazu gehören immer zwei, denn er hätte wie gesagt auch mir sagen können, was er sich wünscht, ich kann nunmal keine Gedanken lesen. Ich hab Bindungsängste, er Verlustängste, eine nicht ganz so glückliche Kombi, kann man meiner Meinung aber auch dran arbeiten, wenn man das will. Wenn man aber gleich aufgibt, naja. Dann ist es wohl so. Dann waren wir für den jeweils anderen ein Spiegel und Auslöser, um an uns zu arbeiten.

05.06.2022 12:54 • #5


Snipes

Snipes


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Zitat von Edelbitter:
Ich hab Bindungsängste, er Verlustängste, eine nicht ganz so glückliche Kombi

Das ist eher eine Kombi, die es zwar oft gibt (zwischen Bindungs- und Verlustängstlern besteht eine ziemlich starke Anziehung), die aber nie funktioniert.


Zitat von Edelbitter:
kann man meiner Meinung aber auch dran arbeiten

Ja, das kann man, aber ganz sicher wird das nicht innerhalb einer so jungen Beziehung funktionieren. Da kommt viel zu viel hoch, das hält kaum eine Beziehung aus. Du solltest jetzt mit der Arbeit an deiner Bindungsangst beginnen, ihm aber die Möglichkeit auf eine Beziehung mit einem bindungssicheren Partner geben.

05.06.2022 13:10 • x 1 #6


DieDirekte


812
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Liebe @Edelbitter,

nein, von "Schuld" kann oder sollte man hier nicht sprechen, bei keinem von euch beiden.

Seine Position ist halt, er macht schon Therapie - und du noch nicht. Und er trägt die Verantwortung für ein Kind.

Mit weiter retten, weiter abwarten - und Runde um Runde drehen ist es nicht getan.

Ich wünsche dir, dass du auch bald Therapie machen kannst. An deinen Bindungsängsten mit professioneller Unterstützung aktiv arbeiten kannst. Und sich dann für dich die Möglichkeit öffnet für eine gesündere, stabilere, entspanntere Partnerschaft. Wirklich alles Gute für dich

05.06.2022 14:39 • #7


Edelbitter


74104
Und dennoch haben wir beide Schuldgefühle. Seine Therapie geht noch nicht lange. Ich steh auf paar Wartelisten. Reflektiere in der Zeit so gut es geht. Bin ich meiner Meinung nach auch schon sehr gut drin und auch in der Beziehung war es mir ja bewusst. Es hat alles nur eben auch durch äußere Umstände eine äußerst ungünstige Dynamik angenommen. Wir beide müssen an uns arbeiten. Das ist klar. Denn beide wünschen sich eine jeweils stabile Partnerschaft und kriegen es einfach nicht hin. Bei mir ist der Groschen gefallen dass es mit uns so nicht geht, und ob und wie wir freundschaftlich miteinander umgehen können, wird sich zeigen. Schön wäre es, man mag sich ja trotzdem, nur eben ohne Hoffnungen auf mehr. Wir haben uns beide gegenseitig genug verletzt, den Spiegel vorgehalten und da ich verzeihen kann durch verstehen, sollte es dann auch genug sein. Er wünscht sich ja eine Freundschaft. Die hatte ich aber vorerst abgelehnt, da ich noch viel zu verletzt war. Damit warte ich aber noch ein bisschen, um mir meiner momentanen Gefühlslage gewiss zu sein. Momentan schwankt das noch stark. Mir geht es aber nach 3 Wochen schon wieder recht gut.

Danke für eure Antworten. Hat mir die Augen geöffnet.

PS: gibt's eigentlich die Möglichkeit den Eingangspost zu editieren um ihn in der Länge zu kürzen? Gebe zu er ist definitiv zu lang. Für einen selbst ist ja immer jedes Wort wichtig.

05.06.2022 15:26 • #8


tlell

tlell


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Mir fehlt das leichte, verliebte in deiner Geschichte. Man hat beim lesen das Gefühl ihr musstet euch beide enorm anstrengen um Zeit miteinander zu verbringen. Als wäre die Zeit für den anderen ein Opfer. Ich hab bei dir das Gefühl du bist nicht bereit für eine Beziehung und er ist der falsche noch dazu. Kommt dieses nicht vernissen wirklich nur von deiner Bindungsangst (habe es so verstanden)? Für mich spricht das eher dafür, das man nicht genug Gefühle für den anderen aufgebaut hat. Beziehung bedeutet ja schon auch arbeit in dem Sinne das man Gefühle und Zeit investiert. Wenn du schreibst ihr hättet dringend Urlaub gebraucht für die Beziehung finde ich das auch seltsam. EIne Beziehung sollte so stabil sein, das sie in schwierigen Zeiten trägt und gerade dann! Gerade dieses Gefühl der ersten Monate versetzt doch Berge und schafft Möglichkeiten.

WIe lange kanntet ihr euch denn bevor ihr zusammen gekommen seit?

05.06.2022 15:44 • #9


Baumo


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Ich frage mich was deine Frage hier ist .
Du erzählst doch selbst dass du sehr wenig Zeit für ihn hattest und die Zeit die du hattest hast du gemault.
Was willst du dann überhaupt von ihm?
Du hast immer noch zu wenig Zeit für ihn und bessere Laune wirst du nicht bekommen wenn du schon in der honeymoon Phase keine hattest.
Also was soll jetzt passieren wenn er wiederkommt?

05.06.2022 15:46 • x 4 #10


Iunderstand


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Zitat von Baumo:
Ich frage mich was deine Frage hier ist . Du erzählst doch selbst dass du sehr wenig Zeit für ihn hattest und die Zeit die du hattest hast du ...


Und abgesehen davon, wir reden von einer missglückten Kennenlernphase in der schon viel viel Drama angesagt war. Warum zerhirnt man sich da über Seiten den Kopf, was vielleicht aus einer Freundschaft ohne Hintergedanken und sonst was noch werden werden könnte, oder was für eine Therapie er brauchen könnte usw... Es hat nicht gepasst, man ist ein kleines Stück zusammen gegangen und jetzt endet der gemeinsame Weg. Der Mann ist nicht mehr deine Baustelle

05.06.2022 16:10 • x 2 #11


Baldur

Baldur


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2047
Zitat von Snipes:
Das ist eher eine Kombi, die es zwar oft gibt (zwischen Bindungs- und Verlustängstlern besteht eine ziemlich starke Anziehung), die aber nie funktioniert. Ja, das kann man, aber ganz sicher wird das nicht innerhalb einer so jungen Beziehung funktionieren. Da kommt viel zu viel hoch, das hält kaum eine Beziehung ...

sehr gut beschrieben, danke.

05.06.2022 16:20 • #12


Edelbitter


74104
Es gab ne ganze Menge leichtes und verliebtes, und zwar ganz am Anfang... Mit sehr viel Gefühl. Ist nicht so dass ich da neimals was empfand, ganz im Gegenteil. Es gab auch kein großes Drama. Der Zeitmangel entstand aus unseren verschiedenen Arbeitszeiten plus Terminen und alle 2 Wochen Kindbetreuung. Plus diverse Krankheitsfälle von Kind, Mutter und ihm. Was soll ich da machen, ich musste da anfangs auch ziemlich zurück stecken, obwohl ich ihn total gern gesehen hätte.

Dringend Urlaub gebraucht in dem Sinne, dass wir dann schon Wochen keine richtige längere Zeit mehr füreinander hatten. Das lag nicht daran dass ich es nicht wollte. Nicht nur ICH hatte keine Zeit. Sondern wir beide abwechselnd. Er wurde er vor den geplanten Urlauben jeweils krank. Das fand ich auch eher so semi gut. Ich habe nie gemeckert oder gemault. Habe alles akzeptiert. Ich war ab und an abweisend, weil ich nunmal nicht immer in Stimmung war. Und auch da hat er mir zu verstehen gegeben, das ist ok, und haben dann halt einfach nur gekuschelt.

Ich verstehe, dass ihr das aus einer sehr entfernten Sicht seht und dazu eure Meinung habt. Aber dann nur auf mir rumhacken und der Mann hat gar nix zu dem Dilemma beigetragen ist halt auch nicht richtig. Offensichtlich bin ich so reflektiert dass ich meine Fehler einsehe und fremde Menschen um einen Rat und Einschätzung bitte. Aber nur zerfleischen und mir sagen lassen, ich sei so krass unfähig, muss ich mir auch nicht. Denn ich habe dennoch viel an Kommunikation probiert.

Hab ja gesagt ich hab's kapiert, also alles gut, weiter zum nächsten Thema.

05.06.2022 16:59 • #13


Wurstmopped

Wurstmopped


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Vom Alter her klingt es als hättet ihre gerade die 20 erreicht?
Ist das eure erste Beziehung? Sorry aber so ein hin und her, im ersten halben Jahr?
Da kommt man eigentlich nicht aus der Kiste heraus und hat für solche Kinkerlitzchen eigentlich keine Zeit.

05.06.2022 17:04 • x 2 #14


Edelbitter


74104
@Wurstmopped Ja total und offenbar hast Du noch nie einen Partner mit Kindbetreuung im Wechselmodel gehabt und teilweise 50h die Woche gearbeitet. Aber klar, da hat man richtig viel Zeit und Energie ums im Bett krachen zu lassen, Glückwunsch wenn du das kannst. Sorry aber genau das sind doch die unrealistischen Vorstellungen heutzutage dass man knattert wie mit 17.

05.06.2022 17:52 • x 2 #15



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