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Ajvar
Gast
Zitat von Stefan32:StefanAjvar, ich möchte dazu sagen, dass ich vor Allem BEVOR sie mir das gestanden hat, den Körperkontakt gesucht habe, da dachte ich noch, dass sie einfach nur sehr schüchtern ist. Nachdem Sie mir das erzählt hat war ich natürlich wesentlich vorsichtiger und hab respektiert, wo ihre Grenzen liegen - nicht dass du hier einen falschen Eindruck von mir hast.
Und es gab ja sogar immer wieder von ihrer Seite Körperkontakt, wir gingen ständig Hand in Hand spazieren, sie umarmte mich oft, sie massierte sogar mal meinen Rücken, das kam alles von ihr.
Ok, dann ist das geklärt ! Du musst ja auch wissen was mit ihr ist, damit du dich auf sie einstellen kannst und es zu keinen Missverständnissen kommt.
Leider fällt es Gewaltopfern meist sehr schwer über ihre Erlebnisse zu sprechen, so kommt es oft zu Missverständnissen.
Ihr natürliches Bedürfnis nach Nähe, Zärtlichkeit und Körperkontakt ist ja nicht ausgelöscht, deshalb kann es manchmal wieder zu Vorschein kommen und wenn es "zu nahe bis unter die Haut geht" macht sie sofort wieder dicht - aus unbewusster Angst - das geschieht ganz automatisch - weil ihr Hirn das mal als bedrohlich gespeichert hat - sie kann es noch nicht durch positive Erfahrungen überschreiben und dabei kannst und möchtest du ihr ja jetzt helfen ihre Ängste zu überwinden.
Versucht viele schöne Dinge gemeinsam zu machen, alles was euch Spass macht, sie kann zusätzlich auch Entspannungstechniken erlernen.
Ein Schocktrauma hinterläßt im Körper eine Art Erstarrung, Gefühle werden eingefroren, so entsteht eine chronische Muskelverspannung, diese muss man wieder lösen, damit die verdrängten Gefühle gefühlt und somit auch aufgelöst werden, so wandeln sie sich wieder.
Damit sie diese aber zulassen kann brauch sie unbedingt einen geschützen Rahmen und jemanden, der in der Lage ist sie dann aufzufangen, jemanden, dem sie vertrauen kann und der weiss was dann zu tun ist, ihr zeigen kann wie es ihr gelingt sich selbst zu regulieren.
Deshalb halte ich eine Therapie für sinnvoll.
