Hallo @lulu83,
als erstes möchte ich dir viel Kraft schicken. Du bist am Limit und aus deinen Zeilen spricht viel Enttäuschung und Verzweiflung.
Oftmals kommt diese Müdigkeit auch daher, dass man das Gefühl hat, machtlos zu sein und sehr viel zu geben und zu wenig daraus zu bekommen.
Ich würde dir empfehlen, dass du etwas mehr Selfcare-Zeit nur für dich alleine in deinem Alltag integrierst. Denn du musst jetzt als erstes schauen, dass du dich wieder etwas sortieren kannst und irgendwoher etwas Kraft bekommst. Ohne Partnerin und Kinder.
Als zweites muss eine Entscheidung in Bezug auf deine Beziehung her, auch wenn das vermutlich der schwierigste Part wird. Ich hatte jahrelang eine Fernbeziehung über 700 Kilometer und irgendwann haben wir gemeinsam die Entscheidung getroffen, dass wir zusammen eine Zukunft wollen. Dazu gehört auch, dass wir das Zusammenleben probieren. Wir haben uns damals in der Mitte getroffen, waren aber ungebunden.
Da du Töchter hast, die ein soziales Umfeld haben, sollten du und deine Partnerin ehrlich miteinander reden, ob es eine Option wäre, dass sie zu euch kommt. Wenn sie selbst Kinder hat, ist die Entscheidung natürlich schwieriger, aber nicht unmachbar.
Wäre es zudem eine Möglichkeit, dass der Vater oder Großeltern öfter deine Kinder nehmen? Wenn das Verhältnis schwierig ist, dann mit professioneller Begleitung? Rede so wenig wie möglich direkt mit ihm, sondern nur mehr über Personen, die an ihn rankommen bzw. professioneller Begleitung. Dafür gibt es Unterstützung und es muss Hilfe her, die dich entlastet.
Zitat von lulu83: Ende 2024 hatte ich ein BurnOut. Genau zur gleichen Zeit lag die Mutter meiner Partnerin im Sterben.
Die Kränkung, die deine Partnerin vermutlich während des Todes ihrer Mutter erfahren hat, muss von ihrer Seite vergeben werden. Du konntest damals nicht anders, weil du krank warst. Das muss sie verstehen, auch wenn es hart ist. Versuche nicht weiter dich zu rechtfertigen, ob du genug da warst oder nicht. Dies ist jetzt nicht mehr zu ändern. Entweder sie akzeptiert es, dass du nicht anders konntest oder sie sagt dir, dass der Bruch irreversibel ist. Damit du Klarheit hast. Ändern kann man die Situation nicht mehr, aber du brauchst dir keine Vorwürfe hier machen. Wie gesagt, du warst krank und hast nicht aus Bosheit zu wenig Beistand geleistet. Wenn deine Partnerin über die Kränkung hinwegsieht, habt ihr eine Chance. Wenn es immer wieder zum Thema wird, seid ihr in einem negativen Kreislauf gefangen aus dem ihr nicht mehr rausfinden werdet.
Vergiss dich selbst nicht, überlege dir, was du im Moment brauchst, um dich auf einen Tag zu freuen und klärt die Dinge. Werde dir darüber bewusst, dass du auch nur ein Mensch bist und nur gewisse Kapazitäten dafür hast. Es ist absolut in Ordnung.
Alles Gute!