@carlos7
Es geht hier in der Diskussion doch gar nicht um eine Zuordnung von Schuld.
Lediglich das Negieren von Verantwortung der EF bezüglich der Affäre wird diskutiert.
Und das in meinen Augen zu recht.
Zitat von carlos7: Ich verstehe übrigens nicht, wie man im Nachhinein Verantwortung für eine Affäre übernimmt. Oder wie man im Nachhinein Verantwortung für jahrelange Vernachlässigung übernimmt. Ich finde auch die Diskussion darüber komplett müßig.
Diese ständige Suche nach dem Schuldigen oder Schuldigeren ist kontraproduktiv. Menschlich verständlich, aber falsch und nicht zielführend.
Doch, es ist wichtig sich der eigenen Verantwortung bewusst zu werden.
Übrigens, immer!
Tristan scheint seine Handlungen, die von seiner Seite zu der Krise führten, erkannt zu haben.
Er übernimmt Verantwortung.
(Mehr kann er jetzt nicht mehr tun.)
Seine EF schiebt alles auf ihn und ist scheinbar nicht dazu bereit, über eigene Anteile nachzudenken.
Sie behauptet, dass alleinig sein defizitäres Verhalten (Ignoranz und Gleichgültigkeit) während der Ehe, sie zu diesem drastischen Schritt einer Affäre veranlassten und es somit erklärbar ist.
Dass es andere Wege gegeben hätte? Nö!
Dass sie es vorher hätte ansprechen können (müssen)? Nö!
Überhaupt - dass sie bereit ist, eigene Defizite erkennen zu wollen? NÖ.
Wenn hier der Begriff „Schuld“ eine Rolle spielt, dann nur in den Augen der EF gegenüber des TE.
Zitat von carlos7: Verständnis und Schuld haben nichts miteinander zu tun. Aber ihr könnt euch partout nicht von der Schuldfrage lösen, oder?
Ja, zwei unterschiedliche Dinge.
Ich kann auch Verständnis für Menschen entwickeln, die Schuld auf sich geladen haben.
Und, ja, auch ich bin in manchen Konstellationen „schuldig“.
In der Diskussion der Bewertung von Tristans Situation spielt deine so oft erwähnte „Schuldfrage“ gar nicht diese von dir behauptete Rolle.
So wie ich es sehe, geht es hier viel mehr um ein mögliches „Verständnis“ für die Haltung der EF.
Das ist einer der strittigen Punkte.
War sie ein Opfer der damaligen Situation?
Und spielt dies überhaupt eine Rolle, wenn der Blick ausschließlich auf den Erhalt der Ehe und somit eine positive Entscheidung der EF ausgerichtet wird bzw. werden soll?
Dabei - so sehe ich das - gehört zu einer erneuten Stabilisierung der Partnerschaft viel viel mehr, als einfach nur eine mögliche positive Entscheidung der EF.
@Tristan46
Du grübelst, bist verunsichert und siehst 3 Möglichkeiten, die alle drei von deiner Frau abhängen:
Zitat von Tristan46: Variante 1 (sie hat sich im Herzen schon für mich entschieden)
Zitat von Tristan46: Variante 2 (sie ist noch zerrissen)
Zitat von Tristan46: Variante 3 (sie hat sich schon entschieden und hält mich hin)
Dabei lässt du dich außer Acht, denn auch deine Haltung spielt eine Rolle.
Wie deine Frau tatsächlich denkt, was sie vorhat, wie sie entscheidet, wie sie zu dir steht…. kann dir hier niemand sagen.
Wir können hier lediglich Mutmaßungen anstellen.
Allerdings sind das Spekulationen.
Aber eines solltest du dir bewusst machen:
Auch du wirst dich entscheiden.
Ja, du erkennst deine damaligen Anteile an der Schieflage eurer Ehe und möchtest jetzt eine Chance bekommen, um es wieder in richtige Bahnen lenken zu können.
Dabei glaubst du, dass deine EF entscheiden kann/wird, ob sie dir diese Chance zugesteht.
Aber…
dabei vergisst du dich!
Denn selbst wenn deine Frau sich letztendlich zu eurer Ehe entscheiden sollte, hast du ihr damit noch lange nicht verziehen.
Ob es tatsächlich eine Chance für euch gibt, hängt von euch beiden ab.
Nicht nur von ihr.
Jetzt gerade bist du im Panikmodus und versuchst zu retten, was es zu retten gibt.
Aber, mach dir bewusst, dass du, selbst wenn sie bei dir bleiben möchte, ihr damit ihre Affäre nicht verziehen hast.
Vermutlich sagst du jetzt „kein Problem. Das schaffe ich. Hauptsache, sie ist da…“
Aber..,
Dieser Vertrauensmissbrauch hat auch dich nachhaltig verändert.
(Ein wenig von deiner Frustration und der negativen Gefühle bemerkst du jetzt schon).
Unterschätz das nicht!
Eure Ehe, so wie sie war, wurde durch deine Frau beendet.
Es kann nur einen Neustart geben.
Und dazu gehören beide.
Dazu müssen beide bereit sein und beide entsprechend investieren.
Das ist kein leichter Weg.
Alles was bisher war, kommt auf den Tisch.
Auch das müssen beide wollen.
Dazu gehört ebenfalls Liebe von beiden.
Aber, genau diese Liebe kannst du nicht erzwingen.
Sehr gerne möchte ich @Urmel_ (einer der langjährigen User hier im Forum) zitieren und hoffe es ist okay für ihn.
„Gefühle sind nicht verhandelbar“.