@Prisonheart
Moin
Ich schreibe mal meine Gedanken dazu auf.
Zitat:>>Wir sind schon sehr jung (20 Jahre) Eltern geworden…<<
Es kann durchaus eine Rolle spielen, wenn man so jung zusammen gekommen ist. Bei ihr kann also der Gedanke "Das soll es jetzt gewesen sein bis zum Rollator" dazu geführt haben, die Signale in Richtung eines anderen Mannes auszusenden. Da ist meist nichts Böses im Sinn, sondern nur das Gefühl, als Frau gesehen und gewertschätzt zu werden.
Zitat:<<Alles hat sich immer so angefühlt als seien wir glücklich!<<
Es spricht nichts dagegen, dass es auch so gewesen ist. Es macht keinen Sinn, wegen der gegenwärtigen Situation die gesamte Vergangenheit in Frage zu stellen.
Zitat:>>Irgendwie löste dieser Kontakt in mir Ängste aus und ich begann mich eifersüchtig zu verhalten.<<
Hier bitte beachten: Sobald eine Beziehung zur kontrollierten Beziehung wird, hört sie auf, eine Liebesbeziehung zu sein. Denn Kontrolle ist nicht besser als Vertrauen, auch wenn das mal ein bekannter Russe gesagt haben soll. Liebe geht nur über Vertrauen, sie hört bei Kontrolle auf.
Zitat:>>Da bin ich direkt zusammengebrochen. Ich habe geweint und ihr vorgeworfen alles kaputt zu machen. <<
Ich glaube nicht, dass du sie dadurch in seine Arme getrieben hast, sondern ich glaube, dass sie da schon mit ihm am Point of no Return war. Danach ist sie (aus ihrer eigenen Sicht) machtlos und das ist sie bis heute.
Zitat:>>Nach ein par Wochen wurde die Tendenz klar, dass sich meine Frau von mir trennen möchte, was sie schlussendlich auch tat. Sie legt großen Wert darauf, dass der Grund nicht der Arbeitskollege ist.<<
Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Sie möchte nicht gern von ihren Schuldgefühlen erschlagen werden. Und in der Außendarstellung hat niemand Verständnis dafür, dass sie sich fremdverliebt hat. Aber die Begründung, dass es an dir und der Beziehung lag, reicht nicht aus. Sie reichte allerdings aus um sich fremd zu verlieben. So funktioniert das nun mal.
Zitat:>>Gleichzeitig hat sie den Kontakt mit dem Arbeitskollegen aber massiv verstärkt, ist mittlerweile schwer verliebt. Sie übernachtet regelmäßig bei ihm und ist eine Liebesbeziehung mit ihm eingegangen. <<
Das war insgesamt konsequent. Es wurde keine lange verborgene Affäre geführt, das ist positiv. Negativ ist, dass sie nicht auszieht und damit die Fakten völlig verschwimmen lässt. Nebenbei kann sie noch ihr Gewissen bzgl. Der Kinder beruhigen, weil sie immerhin nicht völlig weg ist. Das darf kein Dauerzustand werden, weil es eine unerträgliche Zumutung für dich ist. Wer sich trennt zieht aus. Nur so entsteht Klarheit.
Zitat:>>Mittlerweile ist zwischen uns wenigstens ganz klar geklärt, dass sie sich eine neues Zuhause suchen muss. Auch auf unserer gemeinsamen Arbeitsstelle ist das Thema bekannt geworden und ihr befristeter Vertrag wird zum 1.2.2022 nicht verlängert. Jetzt muss sie sich auch eine neue Arbeit suchen<<
Okay, dann wurde sie nun vom Alltag eingeholt. Sie muss dem, was sie durch die Trennung erschaffen hat, ins Auge sehen und damit umgehen. Ihre Schuldgefühle muss sie selber bewältigen. Das ist so, wenn man sich trennt.
Zitat:>>Leider tut sich auf all den Gebieten die die Zukunft angehen aber wenig bis nichts. Ich habe deutlich den Eindruck, dass sie die notwendigen Schritte verschleppt. Ich spreche sie regelmäßig darauf an, dann wird sie sehr emotional und fängt an zu weinen. Sie hat große Schuldgefühle gegenüber den Kindern….<<
Und sicher auch dir gegenüber. Das ist Alltag in einer aktiven Trennung. Das Verschleppen ist die Folge der Lähmung, weil sie sich irrationalerweise als Opfer ihres Verliebtseins fühlt. Denn sie war bisher machtlos gegen das Verliebtsein. So fühlen sich fast alle in dieser Situation. Das muss und wird nun bald aufhören. Denn die junge Liebe gerät nun bald an eine Sollbruchstelle. Sie muss sich dann entweder bewähren und zur stabilen und dauerhaften Liebesbeziehung werden oder sie ist den Herausforderungen des grauen Alltags nicht gewachsen. Das stellt sich bald heraus, spätestens nach dem Zusammenziehen oder dem Auszug.
Zitat:>>Das setzt meiner Frau natürlich extrem zu, es ist ihr aber trotzdem nicht möglich anders zu handeln. Es wirkt teilweise wie der Umgang mit einem Dro.. <<
Nunja, es ist ja auch so. die Hormonschwemme einer jungen Verliebtheit ist durchaus mit einem Dauerrausch eiern schweren Dro. zu vergleichen. Diese Hormone werden aber nach 4-8 Monaten deutlich reduziert.
Zitat:<<Ganz manchmal wird ihr bewusst was für einen Schaden sie anrichtet, dann redet sie sich wieder alles richtig und macht immer so weiter. <<
Ich gehe sogar davon aus, dass sie sich dessen IMMER bewusst ist, es aber gerne zwischendurch erfolgreich verdrängt.
Zitat:>>Weiterhin ist es ihr sehr wichtig, dass ihre neue Liebe nichts mit der Trennung zu tun hat.<<
Siehe oben. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass sie auch dann noch getrennt von dir leben möchte, wenn die neue Beziehung endet. Gerade Frauen sind da manchmal erstaunlich konsequent, wenn sie wieder im Vollbesitz der Kräfte sind.
Zitat:>>Einige ihrer Gründe für ihr "entlieben" kann ich in der Rückschau gut nachvollziehen…<<
Ihr habt ja auch den Zustand, aus dem heraus sie sich fremdverliebt habt, gemeinsam hergestellt. Das was sie nun als Entlieben wahrnimmt, war in Wirklichkeit eine Veränderung zwischen euch innerhalb der Beziehung. Wenn man diese Veränderungen im Blick hat, sich darüber emotional nah austauscht, dann endet dadurch die Beziehung nicht, sondern sie entwickelt sich. Sie hat mit dem Kollegen aber eine Grenze überschritten, die sie möglicherweise selber gar nicht kannte. Das fühlt sich oft so an, also den PONR. Danach war sie machtlos und sucht nach Erklärungen für ihr unerklärliches Verhalten.
Zitat:>>Mir geht es stetig besser. Ich quäle mich nicht mehr mit so vielen hätte, wenn dann usw -Fragen. <<
Das ist gut für dich und für die Kinder.
Zitat:>> Aber sogar für meine Frau tut es mir leid. Sie verspielt sich gerade ganz viel von dem wichtigen Vertrauen zu ihren Kindern.<<
Das ist ein relativ seltenes Phänomen, aber es ist bekannt. Es tritt dann auf, wenn in eurer Liebesbeziehung die Form der "Freundschaftlichen Liebe" eine wichtige Rolle gespielt hat. Da sist eine echte Liebesform, bei der man dem Partner alles Gute wünscht, ihn nicht leiden sehen kann, auch wenn sich das Verhalten gegen einen selber richtet. Es entstehen daraus allerdings sehr ambivalente Gefühle, und die sollten auch alle zugelassen werden von dir.
Zitat:<<…..irgendwo bleibt die Hoffnung trotzdem immer irgendwo hängen. Warum muss sie immer weinen wenn wir über uns oder das was auf uns zukommt sprechen? Warum ist sie nicht längst schon weg? Warum verzögert sie diesen Schritt? Alls das lässt mich nicht komplett los lassen.<<
Nunja. Wenn du nicht ausschließt, mit ihr einen neuanfang zu wagen, wenn aus der neuen Beziehung eben KEINE Liebesbeziehung werden kann nach der Hormonphase, dann ist das ja auch gut möglich. Es gibt viele gelungene Beispiel dafür. Aber auch das ist kein Ponyhof und braucht einiges an Zeit und Energie. Eine Scheidung allerdings nicht weniger.
Zitat: >>Ich sage ihr auch immer wieder, dass ich genau deswegen diesen klaren Schnitt möchte. Sie soll erst mal aus meinem Leben verschwinden, damit ich endlich richtig los lassen kann.<<
Das ist richtig und es kann Klarheit bringen. Bei beiden.
Bei Fragen, gerne….