Prisonheart
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seit einigen Wochen lese ich hier schon bei einigen Themen mit die mit meiner Situation vergleichbar sind. Immer auf der Suche nach Antworten auf meine vielen quälenden Fragen. Jede Situation ist aber so speziell, dass ich mich jetzt entschieden habe mein eigenes Thema hier einzustellen.
Meine Frau und ich haben 15 Jahre eine sehr harmonische und liebevolle Beziehung geführt. Ich selbst bin ein großer Romantiker und habe daher immer sehr viel Nähe und Zuneigung hergestellt und auch immer gesucht und wahrscheinlich auch eingefordert.
Wir sind schon sehr jung (20 Jahre) Eltern geworden und haben einen wunderbaren Sohn (13). Mittlerweile ist auch eine kleine Schwester (6) dabei und wir haben in den letzten Jahren ein altes Haus gemeinsam gekauft und in viel Eigenarbeit saniert.
Alles hat sich immer so angefühlt als seien wir glücklich!
Meine Frau hat aus ihrer Herkunftsfamilie leider eine ganze Reihe von Traumatas mitgebracht, weswegen sie einige ungute Bewältigungsstrategien hat. Ich habe sie sehr viel in diesen Nöten begleitet und ihr immer versucht eine gute und stabile Bindung anzubieten.
Da meine Mutter schon in meiner Kindheit gestorben ist habe aber auch ich so meine Macken. Das sind in erster Linie Verlustängste, weswegen ich durch verschiedene Verhaltensmuster meine geliebte Frau immer sehr eng an mich gebunden habe, um sie bloß nicht zu verlieren.
Jetzt ist genau das passiert!
In den letzten Jahren hat meine Frau ganz viel Entwicklung gemacht. Sie hat ein regelmäßiges Coaching, ist selbstbewusster, hat viele ihrer Ängste abgelegt und es geht ihr richtig gut. Ich habe mich so für sie gefreut und glaubte jetzt kommen unsere besten Jahre.
In diesem Frühjahr hat sie einen netten Arbeitskollegen kennengelernt, mit dem sie gerne Zeit verbracht hat. Meine Frau und ich haben übrigens den gleichen Arbeitsplatz, also auch den gleichen Kollegen!
Irgendwie löste dieser Kontakt in mir Ängste aus und ich begann mich eifersüchtig zu verhalten. Meine Frau beruhigte mich immer. In diesem Sommer fragte ich sie nach einem weiteren Treffen mit dem Kollegen noch einmal ganz direkt was dieser Kontakt für sie bedeutet. Dabei gestand sie mir schon ein klein wenig Gefühle für ihn zu haben.
Da bin ich direkt zusammengebrochen. Ich habe geweint und ihr vorgeworfen alles kaputt zu machen.
Daraufhin hat sich meine Frau von mir zurückgezogen und meinte jetzt erst einmal nachdenken zu müssen. Sie wollte eine Pause auf der partnerschaftlichen Ebene. Mir ging es sehr schlecht dabei und ich habe mit meinem weinerlichen Verhalten Mitleid erzeugt, mehr aber auch nicht.
Nach ein par Wochen wurde die Tendenz klar, dass sich meine Frau von mir trennen möchte, was sie schlussendlich auch tat. Sie legt großen Wert darauf, dass der Grund nicht der Arbeitskollege ist.
Sie meint gemerkt zu haben, schon seit einigen Jahren die partnerschaftliche Verbindung zu mir verloren zu haben.
Gleichzeitig hat sie den Kontakt mit dem Arbeitskollegen aber massiv verstärkt, ist mittlerweile schwer verliebt. Sie übernachtet regelmäßig bei ihm und ist eine Liebesbeziehung mit ihm eingegangen.
Sie wünscht sich das wir es als Eltern schaffen ganz normal und als Freunde weiter mit den Kindern im Haus zu leben. Sie sagt auch immer wie sehr sie mich als Mensch und Freund schätzt. Für mich ist das allerdings nicht machbar, weil eine furchtbare Qual. Ich liebe sie über und es tut mir ständig weh ihr zu begegnen, zuhause und dann auch noch auf der Arbeit (und ihrem "neuen" dort auch noch).
Ich habe ihr das auch ganz klar gesagt und sie versteht das auch immer wieder. Anfangs habe ich mit dem Gedanken gespielt auszuziehen, aber mittlerweile weiß ich das ich meine Kinder nicht verlassen will und das auch nicht meine Verantwortung ist. Ich bin schon immer ein sehr präsenter Vater und auch meine berufliche Situation würde ein Alleinerziehen möglich machen.
Meine Frau sieht auch immer wieder ein, dass es an ihr ist auszuziehen. Gleichzeitig verschleppt sie mit allerlei Gründen (Geld, befristeter Arbeitsvertrag etc) ständig diesen Schritt. Sie möchte sich auch nicht von den Kindern trennen und stellt sich dann vor noch täglich hier im Haus zu sein und Abends in ihre Bude zu gehen. Auch glaubt sie es wäre weiterhin möglich gemeinsame Familienausflüge und sogar Urlaube zu machen.
Ich sage immer das ich mir das nicht vorstellen kann. Leider gelingt es mir aber auch nicht Wut auf sie zu bekommen, da ich sie so gern habe. Außerdem möchte ich das auch für die Kinder gar nicht erst zulassen und auch ihr will ich den Gefallen nicht tun. Sie tut sich nämlich sehr schwer damit zu akzeptieren dass sie allein unsere Familie zerstört, sehr gerne hätte sie dass wir das "einvernehmlich" tun. Mach ich aber nicht!
schei.. Was denkt ihr darüber? Wie soll ich das aushalten? Und wie soll ich mich am besten verhalten?
Liebe Grüße,