McMatten
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hätte mir vor sechs Wochen jemand erzählt, dass und was ich hier jetzt schreibe, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt. Nun ist bei mir eine Situation eingetreten, die ich bisher für vollkommen surreal gehalten habe.
Es erschreckt mich allein vom Lesen der Überschriften, wie vielen Menschen es ähnlich geht und mit welchen Gefühlen und Gedanken man nun unterwegs ist.
Ich möchte hier einfach mal mein Erleben schreiben, das alles noch recht frisch ist und sich für mich so gar nicht gut anfühlt. Dabei hoffe ich, dass mir allein schon das Aufschreiben hilft und hoffe natürlich auf die eine oder andere wie auch immer geartete Antwort.
Meine Frau und ich (45 und 44) kennen uns seit 19 Jahren und sind seit 17 Jahren verheiratet. Wir haben drei Kinder (11,13,15), sind beruflich erfolgreich und haben ein schönes Haus. Nach außen galten wir bisher als "Traumpaar".
Im Laufe des letzten Jahres (2023) fiel mir immer wieder eine tendenziell größer werdende Abwesenheit und Abgewandtheit meiner Frau mir gegenüber auf. Diese ging einher mit einer beruflichen Weiterentwicklung und neuen Tätigkeit meiner Frau seit Anfang letzten Jahres. In dieser neuen Tätigkeit geht sie sehr stark auf, es ist ihre Wunschtätigkeit. Bei dieser Arbeit ist sie viel in Kontakt mit Kollegen, es wird viel genetzwerkt und gemeinsam unternommen.
Den Kindern gegenüber war und ist sie stets sehr zugewandt und hatte bei der Erziehung eindeutig das Sagen. Wir haben drei großartige Kinder, die viel Lob und Anerkennung erfahren.
Meine Versuche, die von mir bemerkte Änderung anzusprechen, wurden immer wieder abgewiegelt oder sogar abgewiesen. Echte Intimität fand in den letzten Monaten zwischen uns nicht mehr statt.
Zu Weihnachten musste ich dann entdecken, dass sie eine Affäre mit einem Kollegen hat. Zu diesem fühlt sie sich emotional stark hingezogen. Die Affäre bahnte sich ungefähr seit Herbst letzten Jahres an. Sie bereut diese Affäre nicht und äußert sich nicht glaubwürdig hierzu.
Unsere Beziehung betrachtet sie seit längerer Zeit als erkaltet. Wir funktionieren zwar, ihr sind aber die Emotionen für mich abhanden gekommen. Dies sieht sie ganz klar in meiner Verantwortung und in meinem Verhalten begründet. Hier muss ich nach meinen Reflektionen in den letzten Wochen zugeben, dass ich in den letzten Jahren deutlich zu wenig positiv-emotional/ empathisch war. Einige ihrer weiteren Gründe kann ich nachvollziehen, viele dieser Gründe hatte ich für mich aber als geklärt oder anders als von ihr dargestellt in Erinnerung. Andere Äußerungen kommen mir vor, wie aus der Luft gegriffen oder grob verfälscht. Wie, um ihr Tun zu rechtfertigen. Insgesamt hatten wir beide da wohl einiges an "offenen Posten" mit uns getragen.
Konstruktive Gespräche zu unserer Beziehung waren seit Weihnachten erst recht nicht möglich. Bei jeglichem Versuch, die von ihr genannten Gründe anzusprechen, erlebete ich wahre Ausbrüche an negativen Emotionen mir gegenüber.
Über Silvester hatten wir einen lange geplanten Urlaub mit Freunden, den wir nicht absagen wollten. Der Urlaub verlief für mich natürlich nicht so, wie ich ihn mir bis Weihnachten noch vorgestellt hatte. Vor den Freunden spielte sie mir noch einigermaßen heile Welt vor. Ansonsten hatte sie nur Kälte und Abweisung für mich übrig. Nach meinem Eindruck stand und steht sie bis heute in permanetem WhapsApp-Kontakt zu ihrer Affäre. Darüber hinaus sieht sie ihn ja auch jeden Tag bei der Arbeit. In dieser Hinsicht lebt sie seit einiger Zeit ein gewisses "Doppelleben" mit Dingen, die ich an ihr nie kannte (Abschotten des Smartphones, heimliches Rauchen, starker Alk.).
Sie sagt. sie könne mich einfach nicht mehr sehen/ ertragen. Nach dem Urlaub hatte sie dann für sich entschieden, uns keine Chance mehr zu geben. Sie hatte sich nach einer Wohnung umgesehen und spontan einen aus ihrer Sicht echten Glücksgriff gemacht.
Unser Haus ist zwar auch nicht sonderlich weit von ihrer Arbeit und der weiterführenden Schule unserer beiden jüngeren Kinder weg. Ihre neue Mietwohnung liegt in guter Innenstadtlage ganz dicht bei Ihrer Arbeit und bei der Schule der beiden Jüngeren. Diese Wohnung übernimmt sie nun Ende dieser Woche.
Ich bleibe dann in unserem gemeinsamen Haus. Für die Kinder denken wir über das "Wechselmodell" nach, wobei die Kinder in einem Alter sind, wo sie schon sehr viel selbst entscheiden können, was sie wo machen wollen. Gerade unsere Jüngste ist ihrem Alter da weit voraus.
Es liegt noch ein ganz großer Berg an zu klärenden Dingen vor uns. Da tun sich tausende Details auf. Bisher haben wir nur ganz grob und kurz darüber gesprochen, die Emotionen spielen da noch zu sehr rein. Finanziell gings uns bisher gut, wir verdienen ungefähr gleich viel. Nach der Trennung wird es mit den materiellen Möglichkeiten anders werden. Wie das mit der Kinderbetreuung im Detail läuft und mit welchem zeitlichen Mehraufwand das alles verbunden ist, muss sich auch noch zeigen. Ich habe zudem das Gefühl , dass sie alles versuchen wird, den Kindern bei sich in der Stadtwohnug ein anderes und "besseres" Leben aufzuzeigen, als wir es bisher hier im Haus gehabt hatten.
Darüber hinaus komme ich gedanklich mit der Affäre (er 49, fünf Kinder aus zwei Beziehungen, die jüngeren 3, 5 ,
Sie sagte mir, sie hätte bereits im Sommer letzten Jahres - seitdem könne sie sich innerlich eine gemeinsame Zukunft nicht mehr vorstellen - nach einer Wohnung für sich gesehen. Da war aber scheinbar weder die passende Wohnug, noch der emotionale Rückhalt der Affäre da.
Das alles führt dazu, dass ich momentan emotional total ausgebrannt bin mit allem, was da dann so dran hängt (schlechter Schlaf, keine sinnvolles Arbeiten). Meine Gedankenwelt war bis Weihnachten eine ganz andere. Als besonders schlimm empfinde ich es, so massiv hintergangen und belogen zu werden. Wenn dann als Rechtfertigung ausschließlich auf mein Verhalten verwiesen wird und sie in keiner Weise über ihr Verhalten reflektiert und nur über ihr Glück und ihre Bedürfnisse spricht, mutet das für mich sehr selbstbezogen an.
Am Samstag müssen wir es nun den Kindern erklären, das wird das seltsamste und schlimmste Gespräch meines Lebens. Danach wirds dann weitergehen mit Familie, Freunden und Kollegen.
Auch vor den noch bevorstehenden Detail-Regelungen zu Finanzen etc. graut es mir, da sich bei ihr Fakten mit Emotionen vermischen.
So siehts derzeit bei mir aus, durch das Schreiben bin ich für den Moment innerlich etwas "neutraler" geworden, immerhin.
Ein großes Danke schon jetzt für jeden Post oder Gedanken hierzu.