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Meine Frau trennt sich nach 19 Jahren, 3 Kinder, Affäre

A
Nein, das fremdverlieben und warmwechseln ist nur eine massive Lebenskrise für alle Beteiligten. Und es gibt auf Seiten der Verlassenden in diesem Moment wenig Rationalität und Empathie, sonst könnten sie einfach nicht gehen.
Ich verstehe es mittlerweile als eine Art Selbstschutz. Man muss sich selbst massiv prioritisieren um gehen zu können. Wie lange dieser Zustand anhält, hängt dann sicher von den Lebensumständen ab.
Meine Erfahrung ist, dass Empathie durchaus zurückkommen kann. Es gibt hier aber auch viele Beispiele, wo die Verlassenden noch sehr lange nach denen treten, die sie verlassen haben. Vielleicht, weil das neue Leben nicht alles löst, was es sollte, vielleicht weil man erst später alle Konsequenzen der Trennung mit Familie versteht.
Aber fremdgehen und Trennung ist seit Beginn der Menschheit vorhanden. Es ist nichts krankhaftes und auch nur in wenigen Fällen strafrechtlich relevant. Es holt nur eine Seite des ehemaligen Partners hoch, die man lieber nicht kennen würde.

Wir sind übrigens komplett Off-topic. Vielleicht sollten wir den Thread hier nicht zuspammen.

14.02.2024 17:40 • x 1 #136


MissLilly
Zitat von acre:
Ich glaube, wenn man mal so starke Trauer empfunden hat, dass man kaum atmen kann, oder so verliebt war, dass man sofort das Land verlassen würde für diese Liebe, kann man es nachvollziehen.

Ich persönlich glaube, das wenn man so etwas mal tatsächlich erlebt bzw. gefühlt hat, es dann erst recht nicht nachvollziehen kann...

14.02.2024 17:46 • x 4 #137


A


Meine Frau trennt sich nach 19 Jahren, 3 Kinder, Affäre

x 3


S
@acre: Alles gut, acre.

Für mich ist Liebessucht / Hörigkeit samt narzisstischer und emotional instabiler Stränge, die die eigenen Kinder massiv schädigen, eine Erkrankung, für Dich ist es „normal“. Wir sind da unterschiedlicher Meinung und lassen das einfach mal so stehen.

14.02.2024 17:51 • x 2 #138


J
Ich denke auch, dass Menschen die Fehler gemacht haben und bereuen Scham empfinden können. Wichtig ist ja nur wie man danach damit umgeht. Lernt man aus der Scham, rennt man vor ihr weg oder setzt man sich damit auseinander. Mir ist ein Mensch lieber, der sich für seine Taten schämt und damit neu umgehen lernt, als jemand wie mein Ex, dem alles egal ist. Oder jemand, der aus welchen Gründen auch immer noch nachtritt. Das hat mein Ex nicht gemacht,aber auch fast jedes Interesse an den Kindern eingestellt.

14.02.2024 19:55 • x 2 #139


M
In den letzten Wochen sind mir die Gründe für das Scheitern der Beziehung zu meiner NF immer deutlicher geworden. Dabei muss ich aufpassen, mich gedanklich nicht zu sehr auf mich zu konzentrieren. Meine Fehler gehen mir immer wieder durch den Kopf, da lässt sich jetzt für die Vergangenheit nichts mehr dran ändern, allenfalls Persönlichkeitsoptimierung für die Zukunft. Das ist in Hinblick auf Reflektion und Erkenntnisgewinn sicherlich gut, bringt aber auch aktuell keinen positiven Impuls in mein (Gefühls-)leben.
Vor diesem Hintergrund gehen die Fehler, die meine NF gemacht hat, gedanklich bei mir noch etwas unter. Ich neige immer wieder dazu, sie geistig auf eine Art Podest zu heben. Kommt das aus dem Schmerz über den Verlust meines bisherigen Lebens? Oder aus den der endgültigen Vergangenheit angehörenden positiven Erinnerungen? Dabei schreibe ich in meinen Gedanken derzeit das Positive aus der Vergangenheit fort in die Zeit der Beziehung, in der es schon nicht mehr so gut lief, was dann die Trennung noch schmerzhafter erscheinen lässt.
Immer wieder habe ich gewisse Zeitpunkte in der Vergangenheit vor Augen, an denen – aus meiner Sicht – alles gut war. Warum ist es dann nicht gut weiter gelaufen? Wie gesagt, da sehe ich meinen Anteil inzwischen recht klar. Vor zwei oder drei Monaten hatte ich in der noch laufenden Beziehung noch kein vollständiges Problembewusstsein in dieser Hinsicht.

Für eine funktionierende Beziehung sind stets zwei Partner gefordert. In diesem Ansatz beginne ich gerade, auch die Fehler meiner NF zu sehen. Die widersprechen sich in meinen Gedanken noch mit den positiven Dingen, die ich sehe. Deutlich werden ihre Fehler, wenn ich mir ihr Verhalten kurz vor und insbesondere nach der Trennung ansehe. Sie betreibt hier in immer weiter steigender Form die Schuldumkehr.

Das erleichtert die derzeitige Phase des Lebens nicht, ihr Auszug steht vor der Tür, es sind beständig Dinge zu regeln. Je mehr eindeutig ungerechtfertigte eiskalte Emotionen ihrerseits da auflaufen, desto schwieriger wird es, bei organisatorischen Fragen sachlich zu bleiben.

Sie erkennt, dass sie als Trennende in Hinblick auf unsere bisherige Familie und den bisherigen Vorstellungen der Kinder große Zerstörung anrichtet. Daher auch die Schuldumkehr und ihr in den vorigen Threads beschriebene Verhalten. Dennoch möchte sie für die Kinder natürlich immer da sein und nur das Beste.
Neulich äußerte sie, dass die Kinder bei ihrem Auszug nicht denken sollten, als würden sie „zurückgelassen“. Mein Ältester hat ja schon geäußert, dass er nicht in die Wohnung zu seiner Mutter ziehen möchte, auch nicht wie beim Wechselmodell wöchentlich wechselnd. Da hat sie schon schwer dran zu knabbern.
Mir persönlich widerstrebt es, wenn sie am Tage ihres Auszuges aus unserem bisherigen Familienheim die beiden anderen Kinder unmittelbar „mitnehmen“ würde. Das beabsichtigt sie wohl, wenn sie sie nicht „zurücklassen“ will. Konkret konnten wir das bisher noch nicht besprechen. Das Widerstreben ist natürlich meine persönliche Emotion und durch den Verlauf unserer Beziehung in den letzten Monaten und die Details der Trennung begründet. Wie die beiden jüngeren Kinder das sehen, ist schwer einzuschätzen. Die sitzen zwischen den Stühlen, unsere Kinder lieben uns beide. Es ist schwierig, hier eine vernünftige Linie zwischen dem situativen Optimum für die Kinder und den eigenen Emotionen und Bedürfnissen zu finden.

Vielleicht hat hier jemand eine Idee oder Erfahrungen, wie die endgültige räumliche Trennung am Tag X sowie an den Tagen drum herum vom Ablauf her gestaltet werden könnte? Gerne auch per PN

20.02.2024 13:06 • x 2 #140


C
@McMatten: Ich glaube, man kann das nicht schonend machen, so schlimm das ist. Es wird vermutlich auch egal sein, ob Deine Ex die beiden Jüngeren sofort mitnimmt oder noch ein paar Tage bei Dir lässt. So ein Auszug eines Elternteils aus dem ehemaligen Familienzuhause ist immer furchtbar und bei Euch kommt ja auch noch die partielle Trennung der Geschwister dazu.

Wenn Du noch halbwegs Einfluss auf Deine Ex hast und sie gesprächsbereit ist (klingt leider gerade nicht so wirklich so), würde ich sie bitten, den Auszug zügig über die Bühne zu bringen und auf einen Termin zu legen, zu dem die Kinder und Du nicht zu Hause seid. Ich weiß nicht, wie Ihr die Aufteilung von Möbeln und Hausrat geregelt habt - ich habe meinen Ex damals gebeten, kein Schlachtfeld zu hinterlassen - daran hat er sich auch gehalten und viele Möbel erst jetzt, als wir das ehemalige Familienzuhause komplett aufgelöst haben, mitgenommen (hätte sie in seinem Übergangsquartier ja ohnehin nicht aufstellen können).

Das wird alles nochmals hart für die Kinder und Dich - ich fand das Nachhausekommen am Tag des Auszugs nochmals richtig schlimm. Danach ging es aber erstmals wirklich aufwärts und das wünsche ich Dir auch. Ich schicke Dir ein dickes virtuelles Kraftpaket!

20.02.2024 14:34 • x 2 #141


M
Nach zwei Wochen ist nunmehr viel Bewegung in die Sache gekommen. Meine NF hat heute das Haus verlassen. Ihre Wohnung hat sie nun weitgehend fertig eingerichtet.
Gestern Abend wurde es – leider wieder mal – sehr emotional bei uns beiden. Vor dem Hintergrund ihrer bewohnbaren Wohnung, der Tatsache, dass ich seit 01.02. die Kosten des Hauses allein trage und dass ihre Beziehung zum Next immer intensiver wird, habe ich ihr erklärt, dass ich es nicht mehr für angemessen halte, dass sie hier im Haus in unserem gemeinsamen Schlafzimmer nächtigt. Dass das jetzt vorbei ist, sehe ich in Hinblick auf meine Gefühlslage als Erleichterung (und hätte so etwas vor 2,5 Monaten im Leben nicht für möglich gehalten...). Für die Kinder ist es jetzt auch endgültig sichtbar, bisher hatten wir uns ja tagsüber noch – wenn auch auf Distanz – zeitweise beide im Haus aufgehalten und noch so eine Art Scheinfamilie dargestellt.
Da sie schon etliche für sie wichtige Sachen in die Wohnung gebracht hatte und der Hausrat weitestgehend hier bleibt, ging es heute Vormittag recht schnell. Die Kinder waren zum Glück in der Schule. Nach ihrer Rückkehr von der Schule hat man ihnen recht wenig angemerkt, sie haben mit ihrem normalen Alltagstrott weitergemacht. Unter der ruhigen Oberfläche ist da aber einiges los. Heute Abend sieht sie den Ältesten auf einer Infoveranstaltung in der Schule, die beiden Jüngeren holt sie morgen von der Schule ab und bringt sie abends wieder hier hin. Am Wochenende müssen wir dann das Procedere fürs Wechselmodell abstimmen. Davor noch Termin bei der Stadt, da sie unbedingt die Kinder mit Nebenwohnsitz bei sich melden will.
Da kommen in den nächsten Tagen und Wochen große Herausforderungen auf uns alle zu.

05.03.2024 15:59 • x 3 #142


Rheinländer
Dann wünsche ich dir mal ein gutes Händchen bei all den Herausforderungen.
Immer dran denken. Schritt für Schritt.
Vielen Dank für das Update.

05.03.2024 16:19 • x 4 #143


C
Danke fürs Update! Mir ging es wie Dir - direkt nach der Trennung hätte ich es nicht für möglich gehalten, wie erleichtert ich sein würde, wenn er endlich ausgezogen sein würde. Die Zeit als, wie Du treffend schreibst, Scheinfamilie, war die furchtbarste - danach ging es, wenn auch in Wellenbewegungen, aufwärts.
Berichte gerne mal, wie es Dir und den Kindern weiter geht. Ich wünsche Euch erst einmal ganz viel Kraft.

05.03.2024 16:57 • x 5 #144


S
@McMatten

Hallo,
wie geht es dir und den Kindern denn inzwischen?

08.04.2024 08:02 • #145


M
Hallo in die Runde,
@SchlittenEngel vielen Dank für die Erinnerung! Wollte mich längst schon mal melden. Nachdem meine NF inzwischen ausgezogen ist, habe ich vieles, nur keine Langeweile
Für meine beiden Jüngeren (11, 13) haben wir inzwischen ein funktionierendes Wechselmodell etabliert, sie wechseln immer wöchentlich Freitags nachmittags zwischen uns. Das bekommen wir sogar mit einer gewissen Flexibilität hin, wenn es die Situation erfordert. Über dieses Thema ist auch ein Gespräch zwischen ihr und mir gut möglich.
Wenn die beiden Jüngeren bei mir sind, sind sie gut drauf und wir haben sehr viel schöne Zeit miteinander. Das macht mich sehr froh und glücklich. Tatsächtlich genieße ich das sehr.
Etwas schade für die Kinder als Einheit ist, dass sich mein Ältester (fast 16) wegen der Trennung an sich und insbesondere deren Umstände dazu entschieden hat, dauerhaft bei mir zu bleiben. Er derzeit sogar den Kontakt zur Mutter abgebrochen. Das finde ich insofern schade, als die drei sich dann nur immer mit einer Woche Unterbrechung sehen können. Sie haben ein wirklich gutes Verhältnis, von den normalen Erscheinungen des Alters abgesehen.
Mit der Logistik aus Kindern, Haushalt, Arbeit usw. komme ich soweit sehr gut zurecht. Es verbleibt dann halt sehr wenig Zeit für Hobbys oder nicht so wichtige Dinge. Ich fokussiere mich auf die Sachen, die mir wichtig erscheinen und gut tun. Die verbleibende Zeit geht also auch viel in bestehende und neue soziale Kontakte. Das tut mir spürbar gut und eröffnet neue Perspektiven. In dem Zusammenhang merke ich immer mehr, was für einen unglaublichen Schwachsinn mir meine NF in der Zeit vor ihrem Auszug versucht hat hinsichtlich meiner Person/ Persönlichkeit zu unterstellen. Davon nehme ich mir längst nichts mehr an. Bedauerlich finde ich diese Vorgehensweise dennoch.
Über Ostern war ich mit den Kindern im 10-tägigen Skiurlaub. Den hatten wir schon vor einem Jahr unter anderen Umständen gebucht - wir waren in der Vergangenheit mehrfach als vollständige Familie dort gewesen. Mir war zwar erst etwas mulmig ob der möglichen Erinnerungen. Die kamen dann aber gar nicht, wir hatten eine super tolle Zeit zusammen. Ich habe nichts und niemanden vermisst.
Der Alltag ist nun wieder da und auch viele größere insbesondere materielle Fragen sind noch nicht geklärt. Da es mir mental deutlich besser geht als vor zwei oder drei Monaten, sehe ich dem zumindest etwas gelassener entgegen.

@Caecilia ich kann das mit den Wellenbewegungen und aufwärts bis jetzt bestätigen.

Vielen Dank an alle, die hier schreiben oder sich in PNs einbringen, das hilft sehr und ich weiß das zu schätzen.

Das nächste Update bekomme ich vielleicht ohne Erinnerung hin

11.04.2024 15:00 • x 6 #146


A


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