Caecilia
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Du beschreibst nahezu perfekt, wie es mir damals in den Wochen nach der Trennung ging. Ich fühle mich bei Deinem Text gewissermaßen ein Jahr zurückversetzt.
Zitat von McMatten:Wie ein einst geliebter Mensch, mit dem ich vertrauensvoll und intim umgegangen bin, sich - aus meiner Sicht - innerhalb weniger Wochen in eine Gegnerin verwandelt. Sie war und ist mir bei der Abnabelung und den Zukunftsplänen innerlich deutlich voraus.
Ja, das fand ich auch total krass. Und das mit dem "Voraussein" macht es für uns Verlassene noch schwieriger. Die Verlasser konnten in aller Ruhe planen, warten, bis die Beziehung mit Next in trockenen Tüchern war, konnten schon recherchieren, organisieren, emotional abschließen - und dann den für sie passenden Moment für die Trennung wählen.
Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich wirklich einfach nicht mehr konnte und der Ex mich, ohne das zu realisieren (oder es war ihm egal), permanent weiter mit irgendwelchem organisatorischem Kram nervte und einen irren Druck aufbaute. Ich habe ihm sogar gesagt, dass ich einfach am Ende bin und er hat auf eine kalte, unempathische Art einfach weitergemacht. Das war echt schockierend.
Zitat von McMatten:Wenigstens können wir über die Kinder noch halbwegs normal reden. Bei Finanzen und Organistorischem wirds schon schwieriger. Emotionales oder Persönliches geht gar nicht.
War hier genauso. Ich würde Dir auch dringend raten, Persönliches und Emotionales überhaupt nicht mehr mit Deiner Ex zu besprechen. Ich habe das in den ersten Wochen leider noch versucht und die Reaktion war so, dass es mich immer noch weiter und weiter heruntergezogen hat. Leider habe ich eine Weile gebraucht, bis ich realisiert habe, dass das einfach nicht mehr geht, weil ich und mein Befinden dem Ex egal sind. Blöde Themen sind solche, wo es um Kinder und Emotionen geht ("X ist in seiner Klasse unglücklich." oder so). Da spielen ja dann zwangsläufig auch die eigenen Emotionen mit rein. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, hier mit dem Ex eine gute Ebene zu finden.
Zitat von McMatten:Gerade für meinen Ältesten sind da auch viele bisherige Gedanken an die Zukunft unwiderbringlich zerstört.
Geht es bei ihm vor allem um die Zerstörung der Familie als Einheit? Oder darum, dass er bei Dir bleibt und der Kontakt zu seiner Mutter weniger werden wird?
Zitat von McMatten:Auch im gemeinsamen Freundeskreis heftige Umbrüche.
Schon krass zu sehen, was alles so den Bach runter geht, ich hatte bisher nur den einen Lebensplan, der nun definitiv zerstört ist.
Ich habe auch erst Monate nach der Trennung realisiert, wie weite Kreise eine solche zieht und welche Verwerfungen im Umfeld sie anrichtet. Das ist wirklich krass und ich fürchte, da wird auch in Zukunft noch einiges auf Dich zukommen. Bei mir ist z.B. die Situation für meine alten Eltern ganz schlimm - sie mochten den Ex (und umgekehrt) und wenn wir dort zu Besuch waren, hatten wir immer eine gute Zeit. Nach mehr als 20 Jahren ist er nun auf einmal aus ihrem Leben verschwunden, einfach so, ohne irgendeinen Abschied. Zudem machen sie sich natürlich Sorgen um mich, ihre Tochter. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, wo unsere Trennung unser Umfeld schwer getroffen hat.
Irgendjemand hier im Forum schrieb mal, ob das alles die paar Schmetterlinge beim Ex wert sind. Ich muss zugeben, dass ich mich das auch oft frage.