Zitat von leroymuc:@nimmermehr Ich bin grundsätzlich immer auf der Suche nach Kompromissen. Und ich bin komfliktscheu. Ich kann mal etwas kläffen, aber danach will ich immer nach paar Minuten wieder die Wogen glätten - und mache das auch. Meine NF kennz. das Prinzip Kompromiss nicht so recht. Das hatten wir im Laufe der Ehe immer wieder. In den meisten wichtigen Entscheidungen habe ich irgendwann nachgegeben, siehe alles was ich hier schon geschrieben habe. Meine NF kann im Gegensatz zu mir sehr, sehr lange einen Groll hegen. Wenn man bei ihr in Ungnade fällt, kriegt man das lange ...
Das klingt natürlich ziemlich hart und nicht so, als wäre sie einfach zu händeln. Die Butter vom Brot nehmen lassen und dich über den Tisch ziehen lassen um des lieben Friedens willen sollst du natürlich nicht. Egal wie konfliktscheu du bist (bin ich auch, ich will immer Harmonie und bin dadurch auch sehr kompromissbereit, aber alles hat seine Grenzen).
Du musst für Dich selbst überlegen: Was willst Du, bezüglich der Kinderbetreuung, natürlich auch in Abwägung von "was kannst du" (das ist ja nicht immer das, was wie wollen). Das Kindeswohl natürlich auch immer im Fokus. Die Kinder sollten nie zum Spielball der Eitelkeiten werden. Was willst du also für deine Kinder und für dich. Dann abwägen, was will sie. Und das vergleichen: Was ist ein für beide Seiten fairer Kompromiss, auf den wir uns da einigen können? Bis wo kann ich nachgeben, und wo setze ich meine Grenze.
Wenn man das geklärt hat, kann man die Randbedingungen klären. Stichwort "Unterhalt" würde ich dann zur Not auch über Anwalt klären und festlegen. Die Zahlung sollte dann natürlich ohne Aufforderung monatlich regelmäßig fließen. Der Ton macht natürlich auch die Musik.
Bei mir war es z.B. so dass ich gar keinen Unterhalt gefordert habe anfangs und genommen habe, was er mir von sich aus gezahlt hat. Er war dann andersherum auch entsprechend fair. Wir haben nie gestritten um Geld, ich habe auf vieles verzichtet, was mir eigentlich zugestanden hätte, z.B. auch den Trennungsunterhalt, ich habe ihm fast alle Möbel und den kompletten Hausstand überlassen, ich hatte allerdings auch Ersparnisse und Unterstützung meiner Eltern, ansonsten hätte ich mir das auch nicht leisten können. Er fühlte sich trotzdem oft auf den Schlips getreten, z.B. wenn wieder der Unterhalt erhöht wurde, "ja jetzt kriegst du wieder mehr", ich hab es nicht mal gefordert, ich kann ja auch nix dazu, dass die Tabelle jährlich angeglichen wird.
Naja, trotz allem oder gerade deswegen haben wir nach 2 Jahren ein sehr gutes Verhältnis, man kann es freundschaftlich nennen, wir sind immer noch füreinander da und unterstützen uns gegenseitig. Er zieht jetzt z.B. um und da er dadurch hohe Kosten hat, verzichte ich aktuell auf den Unterhalt und habe ihm einen zinslosen Kredit gegeben für Kaution, Umzug etc.! Wir finden immer Kompromisse und keiner lässt den Anderen im Regen stehen.
War der Weg dahin einfach? Sicher nicht, vorher war auch viel Wut, viele Tränen, aber auch viel viel viel viel reden reden reden und der gemeinsame Wunsch "die Kinder sollen nicht leiden unter der Trennung". Und ich kann heute stolz sagen, dass wir das geschafft haben und ich bin froh, dass diese tolle Mann mein Freund ist und bin mega stolz auf ihn, wie er das geschafft hat, denn auch er stand anfangs am Scheideweg zwischen "soll ich den Hass wählen oder den schweren Weg des "Zusammen als Eltern trotz Trennung als Paar". Der Weg lohnt sich. Ich hoffe, Deine Ex ist fähig und bereit, ihn auch zu gehen, das wird die Zeit zeigen, wenn die aktuellen Gefühle sich etwas beruhigt haben. Alles Gute für Euch alle.
P.S. Dass sie einfach weiter durchs Haus stapft geht nicht und solltest Du auch entsprechend ihr sagen. "Du, es ist sicher die Gewohnheit, aber das ist jetzt nicht mehr Dein Zuhause also klingel bitte und frag mich, bevor du einfach reinkommst oder andere Räume betrittst, okay?" Das sollte sie wohl kapieren.