Isnogud
Gast
Zitat von alleswirdbesser:basiert allein aus Aussagen des Patienten
Naja, wenn man alleine eine Therapie macht, und keine Paartherapie, kann der Therapeut ja auch nur auf den einen Part eingehen. Und seine Aufgabe ist es, seinem Klienten zu helfen herauszufinden, wo die Reise für ihn hingeht und nicht, die Beziehung zu kitten.
Wenn ich in der Therapie sage: ich fühle mich vom Partner nicht wertgeschätzt, sagt der Therapeut ja nicht: was haben Sie für einen blöden Partner, trennen Sie sich sofort. Sondern er fragt, warum das in meinen Augen so ist, und wie ich mir persönlich vorstelle, Abhilfe zu schaffen.
Eben: der Therapeut kennt den Partner nicht! Er ist weder dessen Fürsprecher noch verteufelt er ihn. Er stellt lediglich Fragen, die zum Nachdenken über die eigenen Lebenswünsche anregen.
Die Realität, ob der Partner ggf. eine andere Meinung dazu hat, spielt gar nicht so eine große Rolle. Dass was der Patient fühlt, IST seine Realität.
Und was noch viel wichtiger ist: Veränderung kann man immer nur bei sich selbst bewirken UND WENN man sich dann zum positiven verändert, dann verändert sich dadurch auch das Umfeld mit der Zeit. WIE diese Veränderung aber aussieht, kann ich vorher nicht mit "wenn-dann-Erwartungen" vorhersehen. Wichtig ist für den betreffenden ja oft nur, überhaupt eine Veränderung zu schaffen und damit den Leidensdruck zu verringern.
Klar findet man das dann als Verlassener doof und unfair, das streite ich gar nicht ab. Aber sinnlos, ist es nicht.