Zitat:Kann es sein, dass die Medikamente die Depressionen noch viel schlimmer werden lassen?
Ein sehr heikles Thema, mit dem ich mich schon sehr lange beschäftige.
Ich persönlich würde die Frage mit Ja beantworten. Aus persönlicher Erfahrung. Nicht in der Regel, aber bei manchen Menschen. Und es gibt auch bekannte Neurowissenschaftler/Psychiater, die entgegen der verbreiteten Ärztemeinung davon ausgehen, dass bei rund 10 % der Patienten Antidepressiva keine Wirkung haben, bzw. nur Nebenwirkungen, oder gar zu Verschlimmerung führen können.
Manchmal gibt es aber auch - wie bei anderen Medikamenten - eine Erstverschlimmerung, die sich erst nach einigen Wochen gibt. Viele Erkrankte probieren auch verschiedene ADs aus und es dauert einige Zeit, bis sie das für sich Passende gefunden haben. Oder sie nehmen nach einiger Zeit eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten zu sich.
Fest steht wohl, dass bis heute noch gar nicht erforscht ist, wie ganz genau Antidepressiva auf den Stoffwechsel im Gehirn wirken. Viele Antidepressiva kommen auch ursprünglich aus anderen Bereichen - wie z.B. eines aus der Behandlung von Prostata-Krebs. Als dann festgestellt wurde, dass es den Patienten stimmungsmäßig besser ging, wurde es eben als Antidepressivum verkauft. Zum anderen sind auch die Langzeitwirkungen der modernen Antidepressiva noch nicht bekannt.
Fest steht auch, dass die Pharmakonzerne unglaublich viel Macht und Einfluss haben und Milliardengeschäfte mit Antidepressiva machen. Und dass viele Ärzte recht leichtfertig mit der Verschreibung umgehen, und auch von Patienten geschilderte Nebenwirkungen nicht ernst nehmen oder runterspielen. Nicht alle Psychiater kennen sich wirklich gut aus. Sich von einem Hausarzt Antidepressiva verschreiben zu lassen, finde ich persönlich sehr bedenklich.
Ich persönlich wünsche mir da mal einen spektakulären Dokumentar-Film, z.B. von Erwin Wagenhofer, der die Filme "Let's make money", "We feed the world" und "Alphabet" gemacht hat.
Tja, da muss sich jeder Erkrankte wohl ganz allein mit beschäftigen, auseinandersetzen und seine individuelle Entscheidung treffen.
Falls ihr doch wieder in Kontakt kommt, kannst Du ihm natürlich sachlich Deine subjektive Beobachtung mitteilen - was er dann damit macht musst Du aber ihm ganz allein überlassen.