KeinRoboter
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Zitat von Alduin:Was ich aber ablehne ist die Aussage "Vergewaltigungen sind ein Ausdruck geschlechtsbezogener Gewalt". Das ist viel zu pauschal und lässt individuelle Motive bei Taten völlig außer acht.
Welche genauen individuellen Motive meinst du? (Die Frage meine ich ernst)
Ich denke eher, man bewegt sich da im Kreis und kommt irgendwann wieder bei der Frage des Geschlechts an.
Zitat von Alduin:Generell fällt mir hier (aber auch allgemein bei feministischen Diskussionen) auf, dass jeder Missstand inzwischen dem "Patriachat" zugeschrieben wird. Gerne auch ohne zu definieren was das "Patriachat" überhaupt ist.
Gehe ich nach dem hier geäußerten bzw. nach dem was ich in entsprechenden Diskussionen gehört habe, ist das Patriachat irgendeine Art von Gottheit, die alles und jeden steuert.
Grundsätzlich ist es schwer, in einem Forum, in dem viele Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen schreiben, alles genau zu definieren.
Meine Definition des Patriarchats stimmt nicht mit deiner Wahrnehmung überein, wie ich es auch bereist in einigen anderen Beiträgen kenntlich gemacht habe. Vielleicht erwartest du da zu viel von schriftlichen Beiträgen und deren Ausgestaltung, zumindest ich kann das zeitlich nicht erfüllen.
Das "Patriarchat" kommt nicht von oben.
Zitat von Alduin:Was mir noch mehr missfällt ist, wenn ich mitverantwortlich gemacht werde für Verbrechen, die ich nicht begangen habe, zu denen ich nicht ermutigt habe und die ich nicht unterstützt habe... einfach nur, weil ich ein Mann bin und nicht meine Freunde X-mal am Tag darüber belehre Frauen nicht an den Hintern zu fassen.
Ich sehe deinen Punkt und denke, es geht hier gar nicht um Schuld an einem Verbrechen. Aber du hast in einigen Situationen eher die Fähigkeit etwas zu verändern oder sichtbar zu machen als Frauen es haben.
Ein Beispiels aus meinem Alltag:
Ich habe eine längere Zeit zusammen mit einem Kollegen die administrativen Rechte unseres Systems übernommen. Im Hintergrund habe ich die meiste Arbeit übernommen, das hatte private Gründe und auch mit unseren Interessen zu tun. Für den Kollegen und mich war das in Ordnung, trotzdem ist er immer bei Problemen angesprochen worden. Sowohl von Kollegen als auch von Oben (hier wurde ganz eindeutig, wer die Arbeit übernimmt), einfach weil man ihm als Mann in diesem Bereich mehr Kompetenz zugeschrieben hat.
Er war dann auch derjenige, der das "richtig" stellen konnte und auch getan hat, ich hätte das aus meiner Position nicht lösen können.
Ich war also auf ihn angewiesen. Er hatte also nicht Schuld an meinem Problem, war aber Teil der Systems und der Lösung.
Zitat von Alduin:Deine Aussagen klingen gut, sind aber zu pauschal um ihnen einfach zuzustimmen.
Mal im Klartext: Wenn ich gegen eine allgemeine Frauenquote in Vorständen bin, bin ich dann automatisch gegen das Stärken von Frauenrechten?
Nach dem was ich erlebt habe: Ja, zumindest werde ich dann so tituliert. Meine Argumentation dazu wird dann gar nicht mehr angehört, sondern niedergemacht mit der Aussage "Du bist ein Incel/Frauenhasser,....".
Warum bist du gegen eine allgemeine Frauenquote? Deine Argumente interessieren mich tatsächlich und es wäre auch schön, wenn du mir nicht pauschal diese Oberflächlichkeit unterstellen würdest.
Letztlich ist diese Quote nur ein schwaches Instrument und besagt nur, Frauen müssen bei gleicher Qualifikation und Unterrepräsentation dem Mann bevorzugt werden.
Zitat von Alduin:Auch die Aussage, dass das "Patriachat" mich als Mann diskriminiert würde ich so nicht zustimmen.
Ich stimme zu, dass Männer (manchmal) vom System benachteiligt werden (klassisches Beispiel: Festlegung des Betreuungsverhältnis im Scheidungsfall, da würde ich mir das Wechselmodell als Standard wünschen), dass liegt aber nicht an einer "im Hintergrund agierenden Verschwörung/Gottheit", sondern an verkrusteten Strukturen, dem politischen Gewicht einzelner Interessengruppen, "unbelehrbaren" Personen an den falschen Stellen, allgemein mangelnden Interesse der Gesellschaft,....
Kurz gesagt: Es spielen so viele Faktoren dort hinein, die individuell zu betrachten sind.
Mit dem Patriarchat werden viele Faktoren umschrieben und es kommt nicht von oben. Aber wenn ein System das Bild der Frau prägt, dann natürlich auch die des Mannes. Auch er muss einer Rolle gerecht werden und diese erfüllen, ihm fällt es dann auch schwer dieser zu entkommen. Man grenzt sich u.U. aus der Gesellschaft aus, auch wenn das bei dir nicht so ein sollte, ist es aber doch bei anderen Männern so.
Zitat von Alduin:Du forderst Toleranz und verteidigst trotzdem Meinungen, die im Kern Aussagen: "Du bist ein Mann und kannst das nicht verstehen bzw. darfst dich nicht dazu äußern"?
Zitat von Alduin:Made my Day.
"Toleranz und Zuhören" fordern, dann aber von "ignoranten Männern " schreiben.
Ich bin jetzt hier auch raus.
Nein, das habe ich so nicht gesagt oder gemeint, du hast die Aussage aus dem Kontext genommen.
Ich habe versucht zu betonen, das die Gefühlswelt und die Erfahrungen eines Menschen individuell sind und man diese ernst nehmen sollte.
Genauso frage ich dich auch ernsthaft nach deiner Meinung und Ansichten, das erwarte ich dann auch von meinem Gegenüber.
Auch den zweiten Teil nimmst du aus dem Zusammenhang. Zuerst geht es um eine Aussage zur Anstrengung zu diesem Thema, habe ich nicht ausreichend kenntlich gemacht, meine Schuld, danach geht es darum, dass die Menschen eben unterschiedlich sind.