Zitat von Lupinojack: Wenn ich das aus deinen Zeilen richtig raus lese, denkst du auch, dass sie auf jeden Fall gerichtlich vorgehen wird, wenn sie ihren Willen nicht durchgesetzt bekommt.
Nein, das hast du nicht richtig interpretiert. Ich habe auf deine konkrete Frage
Zitat von Lupinojack: Kann sie das?
geantwortet. Ob sie es auch tatsächlich durchzieht kann, will und werde ich nicht einschätzen, da ich deine Frau, eure Dynamik und ihre Motive nicht kenne.
Wie schaut eure wirtschaftliche Situation aus, seid ihr beide autonom, arbeitet ihr beide Vollzeit erwerbsmäßig oder bestehen -außerhalb gemeinsamer Kredite- finanzielle Ungleichgewichte durch Familienarbeit, wem gehört das Haus?
Gegen deinen Panikmodus hilft Wissen. Aktuell lässt du dich von deiner Frau mit halbgaren Horrorszenarien am Nasenring durch die Manege führen. Sie baut lässig eine Drohkulisse auf, wirft dir ein paar Brocken hin und du suhlst dich schon in der arme-Papa-Kuhle und erstarrst in Angst. Komm ins Handeln. Bereite dich vor. Mach dir einen Aktionsplan.
Als erstes gilt es, eine Checkliste mit Fragen vorzubereiten. Auch deine Sorge und Ängste bezüglich Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht, lass dich dazu beraten, um die Ängste in den Griff zu bekommen. Wissen ist Macht. Dann alle Unterlagen kopieren oder einscannen, um sie morgen im Anwaltsgespräch parat zu haben. Einkommensnachweise von euch beiden, Kontoauszüge, Kreditverträge, Einkommensteuerbescheide der letzten Jahre, alles, was dienlich ist, um eure wirtschaftliche Situation darzustellen. Damit kann die Unterhaltssituation Transparenz bekommen. Das ist die Hausaufgabe für heute. Such dir auch Erziehungsberatungsstellen in deiner Umgebung, ruf sie an, um einen schnellen Termin zu bekommen. Du brauchst Unterstützung.
Versuch die Motive deiner Frau einzuschätzen. Geht es ihr um Geld, um Macht, um Kontrolle, was will sie. Wenn du das beantwortest, kannst du eine Strategie entwickeln, um dein Ziel zu erreichen statt wie das Kaninchen vor der Schlange zu sitzen und ihren nächsten move zu warten. Lös dich aus deiner Erstarrung, komm ins -kluge- Handeln. Auch wenn das gerade schwer fällt.
Zitat von Lupinojack: Sollte ich trotzdem erstmal die Beratung bei der Anwältin morgen abwarten?
Ja.
Zitat von Lupinojack: Hab irgendwie das Gefühl, ich sollte ihr zumindest sagen, dass ich nicht zustimme.
Schreib ihr, dass du erst nachforschen willst, was das bedeutet und alles zu kurzfristig für dich ist, du den Wohnsitz bei dir behalten willst, aber zu Gesprächen bereit bist. Dann nimmst du das Thema mit zur Anwaltsberatung, sie soll dir Vor- und Nachteile nennen, den sinnvollen Weg. Das kann ja durchaus auch Verhandlungsmasse innerhalb einer Gesamtkonzepts sein. Sie kann sich heute ummelden, für die Kinder besteht keinerlei Dringlichkeit. Wenn du bedenken hast, dass sie durchzieht, ruf beim Einwohnermeldeamt an und sprich mit denen. Sag denen, du bist sorgenberechtigter Vater und du stimmst einer Ummeldung nicht zu, da das vorgesehene Betreuungskonzept dies nicht vorsieht.