Zitat von Dummda2:Klar, es gibt vieles was man letztlich nicht verstehen kann. Mittlerweile zucke ich oft nur noch innerlich mit den Schultern und bemüh mich gar nicht mehr etwas zu verstehen. e ist mir egal bzw. es ist irrelevant. Außerdem steckt in jeder Erklärung letztlich keine Wahrheit. Es sind Immer nur Hilfskonstrukte. Aber wenn sie wirksam sind, dann sind sie doch gut.
Das geht mir auch so. Der Versuch, alles verstehen zu wollen führt nur zum Schleudertrauma im Kreiselverkehr des Kopfkinos. Deswegen habe ich es auch schon an der HWS.
Zitat von Dummda2:Bedeutsam? Lebenspartner haben mehrere Rollen im gemeinsamen Leben und darin liegt deren Bedeutung.
wie das jeder für sich einordnet ist doch egal. Mir ging es darum, dass die Affäre immer im Schatten der EF steht. Dies wird zwar oft in den Posts ganz weit weg geschoben, aber es ist halt ein Verdrängen.
Mir kommt es eher so vor, als ob es nicht um die Personen der EF und AF (ich schreib es mal nur weiblich) geht, sondern um zwei oder sogar mehr Parallelwelten, die sich der EM-AP schafft, indem er eine Affäre beginnt. Es entsteht die Lebenswelt mit EF und evtl. Kindern, Familie eben. In dieser Lebenswelt gibt es Verpflichtungen, tropfende Wasserhähne, Probleme, Alltag, nölende Teenager, vielleicht auch Langeweile, aber eben auch einen festen Platz als EM/Vater/Ernährer usw. Diese Welt kann genügen, aber auch mal sehr eng werden.
Und daneben, ob Schatten oder Licht sei dahingestellt, die Welt mit AF, wo alles auf Neubeginn steht, jedesmal. Die süßen Heimlichkeiten, kaum Verpflichtungen, Intensität, keine Routine, kein Alltag. Ein kleines, verwunschenes Königreich der Träume als Fluchtburg, so scheint mir dieser Lebensbereich aus Sicht des Gebundenen.
So wird der Gebundene ein Wanderer zwischen zwei Welten und solange diese sich nicht berühren, hat der Gebundene wohl kaum ein Identitätsproblem. Berühren sich die Welten z.B. durch Auffliegen der Affäre, verblasst auch für den Gebundenen die illusionshafte Trauminsel Affäre. Sie wird nun sichtbar in der Alltagslebenswelt. Als ob ein Schleier von ihr gezogen wird.
Welchen Wert bzw. welche Bedeutung der jeweiligen Lebenswelt vom AP beigemessen wird, kann man nur ahnen und lässt sich dann am Verhalten ablesen (mehr oder weniger).
Für mich persönlich war es äußerst schmerzlich, dass mein Ex dem Wert: "Familie, gemeinsame Zeit, Kinder, die gemeinsamen Anstrengungen in der Paartherapie und die resultierenden Verbesserungen der Beziehung zueinander, uvm." so viel weniger Wert beigemessen hat als dem Neustart mit neuer Frau, neuem, freieren Leben (da er die Kinder nicht hat). Er scheint die Freiheit von seiner Familie echt zu genießen. Das ist bitter. Und der Nachgeschmack meiner Bedeutungslosigkeit für ihn ist auf meiner Zunge von nachhaltender Bitterkeit.
Ich werde mir nie wieder einbilden, für irgendjemand außer wohl für meine Kinder als Mutter, irgendeine nachhaltige Bedeutung zu haben. Das sitzt tief und untergräbt auch mein Selbstwertgefühl. Hilft auf der anderen Seite mich in meiner eigenen Mitte einzufinden und mich nicht mehr so existenziell über eine Beziehung zu definieren.
Zitat von Binaneu:Da hast du sicher Recht.
Es gibt ja nicht umsonst den Begriff Schattenfrau.
Zwischen Betrüger und AF kann durchaus Liebe sein.
Nur eine Liebe im Schatten macht auf Dauer nicht stark, sondern krank.
Bleibt der EM am Ende bei der EF, heißt es für die AF... Ich war nie richtig dran...
Das zehrt am Selbstbewusstsein und bleibt eine tiefe Kränkung.
Dies ewige nicht entscheiden des Am, lässt die AF hoffen.
Mein Am hat die Beziehung zu mir auch nach Auffliegen IMMER weiter geführt.
Seine EF hat oft gedroht, ihn raus zu schmeißen, ihn ertappt, wieder und wieder...
Geändert hat er nichts deswegen.
Dieser, Zustand macht alle Beteiligten krank.
Oft geben die AF auf, weil sie den Zustand nicht mehr ertragen, zwischen Hoffnung, Verletzung....und Hoffnungslosigkeit.
Genau dies gilt auch für die EF in einer Dreiecksbeziehung, wo keiner der drei eine echte Entscheidung fällt. Vielleicht ist es dann für bei EF/AF auch so schmerzhaft, weil sie unbewusst merken, dass es oft gar nicht um ihre Person geht, sondern um die Funktion, die sie beim EP/AP erfüllen?
Ich würde sagen, die AF geben nicht auf. Sie treffen die Entscheidung, weil es kein anderer tut.