Zitat von angel09:@Helgehe
Mir geht es tatsächlich wie @frischgeföhnt . Auch ich lese eine Traurigkeit heraus, dass sich in Eurer Beziehung viel verändert hat- vom Kopf her zum Positiven- aber irgendwie bleibt da vielleicht noch eine gewisse Wehmut.
Ich sprach neulich mit jemanden genau über das Thema, der es mit den Trauerphasen bezüglich naher Verstorbener verglich. Auch da gibt es diese Phase, in der der Kopf Bescheid weiß, aber die innere Akzeptanz noch nicht da ist.
Aber dürfen wir dieses Bedauern nicht auch haben? Der Verlust über das Verlorene ist ja nun einmal da. Wir können nichts dagegen tun und so müssen wir damit leben.
Aber, wenn man in dieser Phase verharrt, wenn die Trauer über die Verluste überhand nehmen, dann sollte man noch mal genauer hinschauen. Ist das dein Anliegen? Trennung ist eine sehr "große" Lösung. Für einige gut, für andere nicht. Manchmal unabwendbar. Manchmal reichen kleinere Schrauben, die man drehen muss, um wieder glücklicher zu sein? Suchst du die? Oder täuschen föhni und ich uns mit unserem Eindruck?
angel09, Vor 5 Stunden
Hallo - ja, das täuscht! Aber was verstehst du unter: Manchmal reichen kleinere Schrauben, die man drehen muss, um wieder glücklicher zu sein?
Meine unglücklichen Phasen kommen ja immer seltener.
Es ist schon mein/unser Weg, für den ich mich damals entschlossen hatte, wofür mir meine Frau auch dankbar ist.
Allerdings muss ich auch sagen - hätte ich die seelischen Ausmaße damals schon erahnen können - wer weiss?! Vermutlich hätte ich noch einige Therapiestunden gebraucht - dachte, ich bin stärker.
Es ist eben Charaktersache, wie sehr es einen mitnimmt.
Ich war ja schon eifersüchtig, wenn meine Frau mal mit 'nem Kumpel getanzt hatte.
Irgendwie hatte ich immer die Angst im Nacken - weil ich ihr erster und einziger (6ueller) Partner war (sie war damals knapp 17), dass sie mal interessieren würde, wie es mit 'nem anderen ist.
Hatte ich ja aber schon alles geschrieben und der Grund dafür war es ja nicht.
Hatte das auch erfolgreich abgestellt, sonst hätte ich keine ruhige Minute gehabt während ihrer Vertretertätigkeit - kann also auch nicht als Grund herhalten - zu eifersüchtiges Verhalten.
Ist ja wohl aber bei mir charakterlich irgendwie manifestiert (zu geringes Selbstwertempfinden in jungen Jahren?). Somit hat es mir total den Boden unter den Füßen weggerissen, Suizidgedanken, alles zu Geld machen und auswandern, . .
Konnte ich nicht - 30 Jahre einfach auslöschen.
Wegen dem frischverliebt-Gefühl für sie, das sich nach dem ersten Schock einstellte.
Ich sah sie beim Einschlafen an, fand sie wunderschön, konnte nicht verstehen, warum mir/uns das verloren gegangen war - okay, frisch verliebt eben.
Aber das gab mir Halt und Kraft - auch die Kinder, ihre Mutter, mein Arbeitskollege/Freund, der ähnliches mit seiner Frau durchgemacht hatte.
Sie alle stützten meinen Weg und verstanden meine Frau nicht mehr.
Meine Kumpels, die sowas aber noch nicht erlebt hatten, wunderten sich, wieso ich mich nicht trenne.
Na egal.
Für mich war es gefühlt so schwerer, als hätte sie einen tödlichen Unfall gehabt, so bescheuert das auch klingt.
Das passiert, da kann man nicht's dafür - eine Affäre mit all dem Folgeleid lässt sich verhindern, wenn man sich der Ausmaße bewusst ist, wenn das mal rauskommt.
Aber viele Affären werden ja nicht eingegangen, um dem Partner weh zu tun oder weil sie sich trennen wollen, sondern laufen aus egoistischer Selbstliebe - nehmen, was mir gut tut.
Und dann kommen aber auch oft erstmal die gleichen Begründungen: Das passiert, da kann man nicht's dafür - Seelenpartner - Liebe auf den ersten Blick - Ich hatte das Gefühl, du liebst mich nicht mehr - Ich habe dich trotzdem geliebt, auch in dieser Phase, deswegen konnte ich mit dem nicht richtigen 6 haben . . .
Und weil es eben zuhause auch 6uell noch gut funktioniert hatte, wenn auch seltener und es deswegen schon Probleme gab, konnte ich nicht's erkennen. Besonders im Urlaub während dieser Phase - alles super in jeder Hinsicht!
Klar hatte ich da im Nachhinein erfahren, dass sie keine Kopfschmerzen hatte und deswegen später zum Abendessen mit unserer Kleinen und ihrer Freundin kam - sie musste ja telefonieren.
Aber egal - sorry, dass ich so viel geschrieben habe, abgeschweift bin!
Jeder Fall ist eben trotzdem anders, Charaktere sind anders, die Dauer der Beziehung, das Alter - und vieles mehr spielt in den Entscheidungsweg mit rein!
Ich habe übrigens kein Problem mit Antworten, die einen anderen Weg empfehlen oder sonstwas.
Das ist ein Forum - jeder ist freiwillig hier - hat seine Gründe - sucht Hilfe, oder will welche aus seiner Sicht geben. Was nicht geht, ist: du musst jetzt dies und jenes tun!
Und selbst wenn es so geschrieben wird, muss man für sich entscheiden, was man will.
Fast alles sind Denkanstöße von denen, die sowas verarbeiten müssen/es hinter sich haben - egal wie es formuliert wurde!
Okay, wenn jemandem in einer Schocksituation geraten wird, du musst jetzt dies und jenes tun, wird es grenzwertig, da diese Personen gar nicht in der Lage sind, Empfehlungen einzuschätzen - sie klammern sich daran als Lösung ihres akuten Problems!
Wenn mir oder anderen ohne akuten Hintergrund sowas geschrieben wird, können wir es für uns einordnen - einer frischgestressten Person sollte man nicht direkt vorschreiben, was jetzt zu tun ist!
Kommt aber leider auch vor.
Nur Empfehlungen und nicht solche Sprüche, wie: Das mit dem 'keinen Kontakt' hast du gut gemacht, . .
Da ist eigener Hass auf jemanden mit drin, aus eigener Erfahrung!
Sicher trotzdem gut gemeint, das will ich nicht absprechen, aber es kann jemanden so beeinflussen, dass er einen Weg geht, der nicht gut für ihn ist!
Demjenigen seine Situation damals erklären, mit allen Umständen und warum man diese Meinung vertritt - das hilft, damit er sich was für seine Situation rausziehen kann!
Deswegen sind meine Beiträge auch sooooo lang - sorry dafür.