Zitat:Affären geschehen also meist aus Bedürftigkeit. Jeder Mensch hat Bedürfnisse,wie z.B. Liebe,Akzeptanz, Wertschätzung oder auch körperliche Nähe und Anziehung.
Wie du schon schreibst, jeder Mensch hat diese Bedürfnisse. Genau aus dem selben Grund entstehen auch stinknormale Beziehungen. Der Hase liegt wohl doch woanders im Pfeffer. Das Problem liegt ja nicht darin diese Bedürfnisse zu haben, es entsteht dann, wenn diese Bedürfnisse in der Ursprungsbeziehung nicht (mehr) befriedigt werden. Ob das dann an oder in einem selbst liegt oder ob man auf eine oder mehrere Arten vom Partner schlicht "vernachlässigt" wird, bewusst oder unbewusst oder, das ist die wichtige Frage! Und die stellt sich der betrügende Part eben leider meist erst hinterher.
Ich würde ja gerne diese "dann geh doch einfach hin und rede" Theorie unterstützen. Aber so einfach ist es nicht.
Wie oft leben Menschen in unbefriedigenden Arbeitsverhältnissen und ändern nichts. Vielleicht bis die Situation irgendwann eskaliert.
Wie oft erlebt man unschöne Dinge mit Mitmenschen und sagt nicht gleich beim ersten Mal "So kannst du mit mir nicht umgehen. Das verletzt oder stört mich aus dem und dem Grund". Stattdessen wartet man bis es irgendwann knallt.
Es gäbe noch viele Beispiele.
Manches entsteht, weil man denkt "ach ist doch nur eine Kleinigkeit und dann sammelt es sich und sammelt es sich bis das Fass überläuft. Manches möchte man vielleicht nicht ändern, weil man Angst hat, dass der Preis zu hoch ist. usw. usw.
Wer es nicht erlebt hat unterschätzt diesen Mechanismus wie das (hier immer wieder gelesenen) abläuft. Zuerst ist da nur jemand der zuhört, während man mit dem Partner vielleicht das Gefühl hat sich im Kreis zu drehen oder, dass er sich gar nicht interessiert. Diese Verbindung schafft Nähe, aus Nähe wird der Wunsch nach mehr, daraus werden Schmetterlinge usw. usw und ehe man sich versieht ist es passiert. Natürlich kann man jetzt wieder "brüllen", aber da hätte man doch Stop sagen müssen. Der Mensch an sich ist aber nicht tagtäglich reflektiert unterwegs. Das Hormonsausen ist nicht steuerbar und plötzlich ist es da und man ist den körperlichen Prozessen erstmal ausgeliefert. Nicht viele Raucher legen eines Tages einfach mal den Glimmstengel beiseite und das wars dann. Es müsste diese Horrorbilder auf Schachteln nicht geben, wenn nur 90% der Menschheit permanent bedacht und reflektiert durch die Gegend laufen würde.
Es ist richtig, dass es besser wäre sich mit seinen Problemen auseinander zu setzen und nicht davon zu laufen. Aber jedes Coaching spricht immer wieder genau das an, dass der Mensch eben so ist, im Alltag dazu neigt es sich vermeintlich (!) einfacher zu machen, meist bis zum Supergau.
Ich möchte damit überhaupt gar keine Affären schön reden. Nur wiederholen, dass es einfach zutiefst menschlich ist, dass sie geschehen!
Großen Respekt habe ich vor denen, die rechtzeitig die falsche Abbiege erkennen und den richtigen Weg wählen. Und auch vor denen, die nach dem Supercrash mutig die Scherben auflesen und alles dran setzen es besser zu machen. Dazu gehört für mich der offenen und mutige Umgang mit dem Partner, aber auch mit dem Affärenpartner (Stichwort z.B. anständiges Abschiednehmen).
Zitat:Diese Frau hatte keine Skrupel, sie wusste, wie stark ich gelitten habe.,Es war ihr anscheinend egal. Wie ich aus den Erzählungen meines Mannes später erfuhr.Mein Mann hatte sich da verrant, schlechte MenschenKenntnis, Wahrnehmungsprobleme, eigene Probleme.
Genau daran stoße ich mich immer wieder Vegetari, es klingt nach wie vor so, als sei dein armer Mann Opfer der Situation gewesen. Er war mit Sicherheit Opfer seiner Hormone, aber die hier viel gepriesene Verantwortung die scheinst weder du von ihm zu verlangen, noch scheint er sie übernehmen zu wollen. Das macht mir beim Lesen ein mieses Gefühl.
Auch wenn ich davon ausgehe, dass es zutiefst menschlich ist das diese Dinge passieren, so unterscheidet sich dann für mich ein anständiger Mensch von einem "Waschlappen", wenn er sich am Ende hinsetzt und sagt "meine Baustelle", ich tue alles dafür, es für alle (!) Beteiligten so schmerzfrei wie möglich zu machen, indem ich ab jetzt klar bin in dem was ich sage UND tue!