Kaetzchen
Gast
1. er befindet sich noch in einer Beziehung mit dem Betrüger und will mit dem eigenen Fremdgehen die Augenhöhe wiederherstellen (falls diese durch den Betrug zu seinen Ungunsten gekippt ist, manchmal tariert das Fremdgehen ja auch eine bereits bestehende Schieflage im Machtgefälle der Beziehung aus, dann ist es sowieso nicht "nötig" bzw. wäre auch völlig fehl am Platz)
2. jemand, der sich nach einem Betrug getrennt hat, landet meiner Erfahrung nach besonders oft anschließend in einer Affäre. Neben den "oberflächlichen" Gründen (ich will gerade keine Beziehung/ich bin noch nicht wieder offen für eine neue Liebe/ich will nur etwas Spaß und S.) liegt hier ganz oft der unbewusste Wunsch zugrunde, die selbst erlittenen Verletzungen auf diese Weise zu heilen. Daraus entsteht dann oft der fixe Gedanke, man müsste den Partner jetzt jemandem "wegnehmen", so wie einem selbst der Partner weggenommen wurde. Was natürlich Unsinn ist und gar nicht funktionieren kann, aber Menschen neigen von ihrer Natur aus dazu, Gleiches mit Gleichem zu vergelten bzw. selbst erlittene Verletzungen an andere weiterzugeben und darauf zu hoffen, dass es ihnen bei der Heilung hilft. Dabei reißen dadurch die eigenen Wunden nur erst recht noch weiter auf und schmerzen schlimmer denn je. Was wiederum den verzweifelten Wunsch nach einem "Happy End" - wenigstens diesmal - verstärkt. Und so entsteht ein Teufelskreis aus Verletzung und Hoffnung, aus dem man kaum rauskommt.