Zitat von Vegetari:Liebe @Jeanny1307 und @juliet,
beim Lesen wurden mir gerade schlecht, als ich über eure Rivalinnen gelesen habe. Manche gehen über Leichen, versuchen alles ,um den Mann zu bekommen. Mein Mitgefühl hat sicherlich auch mit meiner leidvollen Geschichte zu tun.
Jeanny1307,
es tut mir Leid ,dass Du bei dem Stress mit der AF Deines Mannes auch noch Dein Baby verloren hast! Nicht mal vor einer Schwangeren machte diese AF Halt und hatte keine Skrupel!
Danke für dein Mitgefühl, aber in erster Linie ist doch mein Ehemann dafür verantwortlich, dass es mir schlecht geht. ER hat die Situation herbeigeführt, denn er hätte jederzeit mit mir sprechen können. Vor und auch während der Affäre. ER hat aber nie klar Stellung bezogen, weder mir noch ihr gegenüber, hat gehofft, dass die Affäre sich einfach ausschleicht und die andere anhand seines Rückzugs versteht, dass er mich nicht verlassen möchte. Wäre ich die AF, hätte ich mir bei dem Wischiwaschi von ihm auch Hoffnungen gemacht. Wie schon gesagt, die Affäre kreide ich ihr nicht an. Für sie muss es viel mehr gewesen sein als für ihn.
Für ihr Verhalten nach der Aussprache hingegen ist er nicht verantwortlich. Jeder Mensch ist selbst dafür verantwortlich, wie er mit anderen Menschen umgeht, ob er die Konsequenzen seiner Entscheidungen trägt und reflektiert oder die Schuld bei anderen sucht.
Zitat von seltsamesSpiel:@Jeanny1307: Du wolltest erklären, dass ihr euch "anständig" gegenüber der AF benommen habt, indem dieses ausführliche Gespräch geführt wurde. Ich weiß natürlich nicht, wie dieses Gespräch war oder die Umstände, aber mehr kann man im Grunde nicht tun, wenn man(n) eine Entscheidung getroffen hat.
Das Gespräch fand auf neutralem Boden statt. Ich bin mitgefahren, weil ich ihr in die Augen sehen wollte. Ich wollte wissen, ob da irgendwo Schuldgefühle/Reue oder Ähnliches bei ihr sind, aber davon war nichts zu sehen. Ich wollte ihr auch sagen, dass ich von ihr überhaupt nichts hören will. Und ich wollte mich nicht als die schwache Frau präsentieren, die sie offenbar in mir gesehen hat. Die beiden haben sich dann zurückgezogen und allein gesprochen. Ich war auch nicht in Hörweite.
Zitat von Knusperkatze:Nein, ich setzte voraus, dass die Beziehung nicht mehr auf Augenhöhe war. Aber das war sie mal.
Daher frage ich ja, kann man den Zustand wiederherstellen?
Auch wenn man sich kennenlernt, ist die Augenhöhe ja nicht automatisch gegeben, die muss man sich auch erst erarbeiten. Aber in unserem Fall (egal ob Betrüger oder Betrogener) ist die Grundlage ja eine andere.
Wird es vielleicht danach sogar besser?
Ich weiß grad nicht, wie wir die Augenhöhe wiederherstellen sollen. Ein erster Schritt ist ja, dass er eine Therapie macht. Vielleicht gibt es da Anregungen. Aber dieses "ich mach einfach weiter wie vorher" funktioniert aktuell ganz und gar nicht bei mir. Ich denke immer, da muss jetzt etwas anderes kommen. Aber ich weiß gerade selber nicht, was...
Daran zu arbeiten, ist sehr schwer für mich. Wir waren lange vorher nicht mehr auf Augenhöhe, weil wir beide kein ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben. Ich stand gefühlt immer eine Stufe unter ihm, für ihn war es genau andersherum. In der Paartherapie arbeiten wir das auf. Natürlich könnte man als Betrogene jetzt die Moralkeule schwingen, aber ich sehe eine große Verantwortung auch bei mir, dass es überhaupt so weit gekommen ist. Die eigenen Anteile zu erkennen, kann helfen, die Augenhöhe wiederherzustellen. Das Akzeptieren, dass der andere nicht unfehlbar und einfach menschlich ist, hilft ebenfalls.
Ich lerne meinen Partner nach allem völlig neu kennen und hoffe sehr, dass es besser wird.
Dieses "ich mach weiter wie vorher"-Gefühl kenne ich. Ich kann das auch nicht. Bei mir steckt viel Angst vor dem Alltag dahinter, der dann vielleicht wieder zur Entfremdung führt. Mein Mann möchte am liebsten alles abschließen und von vorn beginnen, ich kann das noch nicht. Er ist gedanklich aber auch viel weiter, hatte viel mehr Zeit, sich an die Situation zu gewöhnen. Ich brauche dagegen eine "greifbare" Veränderung, um glauben zu können, dass wir es schaffen. Wir reden mehr, haben uns s.uell wieder angenähert und uns bewusst entschieden, dass wir es versuchen, dass wir uns verzeihen, was wir falsch gemacht haben.
Zitat von Knusperkatze:Mir fehlt dieses "Du hör mal, ich habe xyz in unserer Ehe vermisst". Oder so...
Aber er sagt immer nur, dass er nur mich will, sich selber nicht versteht und er eigentlich zu dem damaligen Zeitpunkt noch nie so glücklich war.
Ich will wissen, was ich falsch gemacht habe. Damit ich weiß, was ich anders machen kann.
So was Ähnliches sagt mein Mann auch. Er kann mir keinen Grund außer Neugierde und Abenteuerlust nennen. Er benennt auch (noch) nicht, was ihm gefehlt hat. Ich glaube, das ist im Nachhinein oft schwer, weil sich Gefühle ändern und es Schmerzen bereitet, sich mit seinem Fehlverhalten auseinanderzusetzen.
Ich überlege auch, was hat sie, was ich nicht habe? Ich weiß, das ist sinnlos, aber irgendeinen Grund muss es ja geben. Kann das echt nur Abenteuerlust gewesen sein und der Reiz des Verbotenen oder bin ich als Person so schrecklich, dass er sich jemand anderen suchen muss? Bin ich nur so viel wert, dass ich belogen und betrogen werde? In meinen Tiefs stelle ich mir diese Fragen immer und immer wieder.
Damit mach ich mich selbst klein und die AF zur Überfrau. Mir hilft es dann, mir vorzustellen, dass sie sich ähnliche Fragen stellt: Warum entscheidet er sich nicht für mich? Wenn seine Frau doch X,Y,Z ist, warum beendet er die Ehe nicht? Haben sie gerade S., während ich allein bin? Stimmt das, was er mir erzählt, überhaupt? Die AF meines Mannes hat alles für ihn getan. Von Fußballtickets zahlen bis hin zum Autokauf und trotzdem hat es nicht gereicht. Also hat sie mehr und mehr getan, mehr und mehr den Kontakt gesucht, während er sich immer mehr zurückgezogen hat. Wie schlimm muss es sein, sich so aufzugeben und nicht dafür "belohnt" zu werden?
@ all: Generell ist es so, dass mir dieser Thread hier geholfen hat, die AF nicht mehr als den Feind oder eine Rivalin zu sehen. Auch sie wird gelitten haben. Jeder in dem Dreieck leidet, wenn er kein Eisklotz ist. Am Anfang war ich voller Hass und dachte, dass es die Regel ist, wie sich diese Frau verhält, aber etwas mehr über "die andere Seite" zu erfahren, hat mir sehr gut getan.