Jewelmaus
Gast
ich bin seit etwa 2 Monaten getrennt und fühle mich versteinert. Mein Ex hat mich nach 1,8 Jahren verlassen.
Zu unserer Anfangszeit gab es bereits einige Probleme. ich fand nach etwa 2 Monaten regelmäßigen Sehens und Sex (durch ein Fake-Profil, ich weiß, nicht die feine Art) heraus, dass er noch andere Frauen gemached hat (Singleapp) und mit meinem Fakeprofil auch schrieb, dass er offen für ein Kennenlernen ist. Im Nachhinein meinte er, er wusste ich würde dahinter stecken und es wäre einfach aus Trotz gewesen. Er entschuldigte sich nur für die Trotzreaktion und meinte, ich hätte ja auch einen Vertrauensbruch begangen. Ich versuchte, das zu glauben.
Er war selber frisch getrennt, war oft sehr kühl und distanziert und ich verspürte bei ihm nie emotionale Sicherheit.
Nach etwa 7-8 Monaten saßen wir an seinem PC und es poppte zufällig eine E-Mail von einer Datingsite hoch. er meinte, es wäre nur Werbung. ich loggte mich dann schnell an meinem PC ein, kreierte einen Account und sah ihn, zuletzt eingelogged vor 24 h. einen Tag später löschte er das Profil hinter meinem Rücken (während er auf meinem Balkon saß). Als ich ihn 1 Woche später darauf ansprach, drehte er das komplett um und meinte, er hätte sich aus Versehen eingelogged und als er sah, dass er einen Account hatte, hat er aus Angst vor Diskussionen diesen gelöscht. Für das Löschen entschuldigte er sich. aber auch hier war wieder ich diejenige, die um die Beziehung kämpfte. Er meinte, wenn ich ihm so wenig vertrauen würde, macht das eh keinen Sinn und so weiter.
Mich triggerte das extrem an. in keiner Beziehung in meinem ganzen Leben fühlte ich mich so alleine und so ungewollt. Und das obwohl er sich mit Psychologie und Paartherapie beschäftigt.
Durch meine Unsicherheit fing ich ständige Diskussionen mit ihm an und nervte ihn. es war ein Teufelskreis.
Es gab viele komische Momente:
- Da er bei seinen Eltern lebte waren wir praktisch nur bei mir. Ich lernte in den 1,8 Jahren keiner seiner Freunde oder Arbeitskollegen kennen. Erstmal meinte er, er hat nur wenig Zeit, aber irgendwann meinte er, würde er sich sicher genug in der Beziehung fühlen, hätte er das organisiert.
- Nach etwa 5 Monaten fuhr er zu einem Teil seiner Familie in eine andere Stadt und als ich ihm schrieb, dass ich ihn vermissen würde meinte er, ich soll ihn nicht vermissen, es wären ja nur 3 Tage. Er betonte ausdrücklich, er würde mich nicht vermissen. es wirkte so kalt. Auf meine Frage, was sie vorhaben kam eine Belehrung in Richtung "Ich würde es wertschätzender finden, wenn du anders fragen würdest" und ich würde ja nie zuhören und so weiter. Ich hatte das Gefühl alles falsch zu machen.
- Er hat öfters angesprochen, dass ihm Leichtigkeit in der Beziehung fehle. Auch würde er sich mehr Ruhe wünschen. Er hat mehrfach die Beziehung in Frage gestellt, weil er denkt wir seien nicht kompatibel, ich habe ihn dann immer wieder überredet.
- Im Januar war er (er ist selbstständig) auf einem Weihnachtsessen mit seinen Eltern (die ich kannte), wo auch der Geschäftspartner mit Lebensgefährte da war. Er hat mich nicht mitgenommen und als ich fragte wieso, meinte er, dass er seinen Job und sein Privatleben knallhart trennt (und es ja hätte sein können, dass über die Firma gesprochen wird). Ich habe da wohl nichts verloren. Das hat mich verletzt. Es ging nicht nur darum dass er mich nicht mitnahm sondern dass er auch nicht der Meinung war, mir das sensibel zu erklären. Es war wie Friss oder stirb.
- Er meinte ich würde manchmal meine Verantwortung abgeben. Und ja, es stimmte dass ich ihn in gewissen Dingen um Hilfe/Einschätzung bat, aber wenn ich dann von einem Misserfolg berichtete meinte er, ich wäre ja selber schuld, weil ich nicht konsequent genug bin.
- Ich durfte weder sein Handy noch seinen Laptop anfassen, weil ich ihn ja damals kontrolliert habenicht mal um einen Alarm auszumachen. Ein Interesse am Schnüffeln war da bei mir längst nicht mehr da und ich hätte es auch nicht getan. Als er sein persönliches YouTube anhatte auf seinem Geschäftsrechner, und ich ein anderes Video anklicken wollte, meinte er, ich darf nicht, weil ich ja einen Virus auf den Computer bringen könnte und er ja Geheimhaltungsvereinbarungen mit seinen Kunden hat. sehr strange.
Wir waren praktisch immer nur bei mir zu Hause. Wenn wir rausgingen, dann meistens auf meine Initiative hin und immer nur mit meinen Freunden. Als ich ihn darauf ansprach meinte er, er würde sicherlich mehr vorschlagen, wenn er sich wohler in der Beziehung fühlen würde.
An den Wochenenden haben wir uns tagsüber meistens nicht gesehen, nach dem Frühstück ging er meistens nach Hause und kam Abends wieder. Entweder er musste arbeiten oder sich für seine Uni vorbereiten. Ich hatte immer das Gefühl, alles war irgendwie wichtiger als ich. Telefoniert haben wir kaum.
Ich berichtete ihm öfters von meinen Problemen mit meiner Mutter. Auch hier meinte er, ich würde nicht konsequent genug umgehen mit der Situation und ich würde immer wieder vor ihr einknickenEr meinte auch, hätten wir gemeinsame Kinder, würde er diese Kinder von meiner Mutter notfalls per Anwalt weghalten um Manipulationen zu vermeiden. Mich setzte das unter Druck. Es kam bei einem Treffen leider auch zu einem Eklat zwischen meiner Mutter und ihm (wo sich meine Mutter im Ton vergriff), darauf meinte er, er wird NIE WIEDER mitkommen wo meine Mutter ist (auch nicht zu meinem Geburtstag). Auch das setzte mich unter Druck weil ich mich immer entscheiden müsste.
- Es gab aber auch gute Sachen. Er war verlässlich bei unseren Treffen, er war fair in Geldangelegenheiten, er kümmerte sich toll um meinen Hund, der Sex war super und nach etwa 5 Monaten lernte ich seine Familie kennen. Weihnachten und Silvester verbrachten wir ebenfalls zusammen.
Das Schlimme war einfach dieses Gefühl, dass ich nie genug war für ihn. und dann fing ich auch noch an an ihm rumzumeckern - das war mein Fehler und mein Anteil.
Ich war in den letzten Monaten vor der Trennung total am Ende körperlich, mir mussten 3 Zähne gezogen werden innerhalb von wenigen Monaten und ich war mehrfach hintereinander stark erkältet mit Fieberschüben etc. Ich schob das auf meine Abschlussarbeit aber mittlerweile frage ich mich, ob nicht auf der Konflikt mit meinem Ex daran seinen Anteil hatte.
Ich weiß, ich sollte ihm keine Träne nachweinen, aber ich fühle mich wie geprügelt und auf der Straße alleine gelassen. Es ist ein grausames Gefühl, den ich hatte ernste Gefühle für ihn. Ich vermisse ihn manchmal auch. und will ihn zurück, ich weiß verrückt.
Auch schob er die gesamte Schuld mir zu, den ich würde ihn zu sehr unter Druck setzen. Und ja, das habe ich. ich habe mich noch nie so unsicher in einer Beziehung gefühlt wie bei ihm.
Ich bin vor Kurzem 34 geworden und habe das Gefühl, niemals einen Mann zu finden, mit dem auch noch Familie möglich wäre. Beruflich sehe ich gut da, habe einen super Job und Gehalt, eine schöne Wohnung und kümmere mich um meinen Hund. Meinen Master habe ich nebenberuflich auch geschafft vor einigen Monaten.
Ich bin der einzige Single in meinem Umkreis, die einzige die ihre Wochenenden alleine verbringt und ich habe das Gefühl, um mich herum führen alle glückliche Beziehungen mit Kindern. bei allen klappt es außer bei mir.
Dabei finden mich viele Männer interessant, aber entweder es funkt bei mir nicht oder bei denen die mir gefallen, bei denen nicht.
Aktuell bin ich aber so abgetörnt und es tut nur alles weh. danke fürs Lesen.
LG, Jewel
Und irgendwann wirst du jemanden treffen, der dich wirklich liebt und dich auch so behandelt.