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Gefühle einfach weg - Wie kann das sein? Erklärungen

Dariaaa

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Hallo zusammen,

ich bin schon länger hier im FORUM und lese immer wieder, dass sich oft Partner "von heute auf morgen" trennen. Häufige Aussage ist dann dabei, dass die Gefühle weg sind.
So war es ja bei mir auch. Für mich aus heiterem Himmel für mich, ich hatte keine Anzeichen gesehen, wenige Tage zuvor sind wir umgezogen und es war alles bestens. Dann die Trennung von heute auf morgen mit der Aussage "Ich empfinde schon noch etwas für dich, aber es reicht nicht für eine Beziehung".

Dieses Wochenende hat mich die Frage beschäftigt, wie es sein kann, dass
1. Menschen eine Beziehung (mit vielen schönen Zeiten) einfach wegwerfen, ohne an ihr arbeiten zu wollen bzw.
2. Menschen einem "heile Welt" vorspielen können, während sie sich angeblich schon Monate Gedanken über das Beziehungs-Aus machen?

Es ist für mich leider immer noch unbegreiflich, wie schnell manche Menschen aufgeben. Vielleicht ist es einfacher (und schöner) sich in etwas Neues zu stürzen, als die Arbeit auf sich zu nehmen und für die alte Beziehung zu kämpfen? Vielleicht beherrscht viele die Ansicht, dass es "immer noch besser" geht oder aber sie wollen nur die schönen Seiten einer Beziehung erleben.

Ich glaube auch fast, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich die "Rosinen" rauspicken wollen. Das Single-Dasein hat viele Vorteile (alleine entscheiden, keine Kompromisse eingehen, sich s.uell nicht festlegen müssen, usw.) und das Beziehungs-Leben ebenfalls (man muss nicht alleine in den Urlaub fahren, man kann kuscheln, zusammen seinem Hobby nachgehen, usw.). Ich glaube, dass mein (Noch-)Mann z. B. (wie so viele andere wahrscheinlich auch), gerne die Vorteile von den beiden Daseins hätte. Nur die schönen Seiten aus beidem... Bloß nicht verzichten müssen, sich anstrengen, reden, arbeiten und kämpfen. Ist doch einfacher, wenn man es sich leicht machen kann.

Ich lese gerade ein ganz interessantes Buch. Darum geht es um das Ungleichgewicht in vielen Beziehungen. Oft ist es so, dass ein Partner mehr liebt (Unterlegene) als der andere (Überlegene). Während sich der Überlegene der Beziehung sicher ist und auch mal seine Freiheiten braucht (sich also ein wenig distanziert), klammert der Unterlegene nur noch mehr und tut alles für den Überlegenen, damit es ihm gut geht. Der unterlegene Partner liebt mehr als der andere. Er klammert sich mehr an die schönen Zeiten, möchte alles tun, damit die Beziehung wieder funktioniert usw. Vielleicht ist dieses Ungleichgewicht die Antwort?

Ich würde mich über eure Gedanken/Erfahrungen/Ideen freuen.

15.10.2013 11:10 • x 2 #1


Finkognito


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Ähm, ja.
Gute Frage. Und der Weise, der sie zu 100% richtig und erfüllend beantworten kann, ist wohl noch nicht geboren.
Ich stecke gerade genau in dieser Situation und am Anfang war es einfach so schrecklich, die ganze Zeit denken zu müssen:
"Warum hat sie nicht einfach eher gesagt, was sie stört? Dann wäre es nicht zu spät gewesen."
Ich möchte hier einmal kurz erörtern, warum ich denke, dass es leider so nciht funktioniert.
Zitat:
1. Menschen eine Beziehung (mit vielen schönen Zeiten) einfach wegwerfen, ohne an ihr arbeiten zu wollen bzw.

Ist für mich der "einfachere", leichter nachvollziehbare Teil Deiner Fragestellung. Sie fühlen es einfach nicht mehr. Wer nicht das Gefühl hat, dass der Partner/die Beziehung ihn erfüllt, glücklich macht. Der hat auch keinen Willen daran zu arbeiten.
EDIT: Ich meine, man spricht ja auch nicht irgendwann, einfach so, nen guten Freund von sich an und sagt: "hey, wir verstehen uns jetzt so lange so gut. Lass doch an unserer Freundschaft arbeiten und ne Beziehung draus machen. Ne Familie gründen oder so." Auf diese Ebene wechselt man doch nur, wenn sich diese anderen, besonderen Gefühle einstellen.

Zitat:
2. Menschen einem "heile Welt" vorspielen können, während sie sich angeblich schon Monate Gedanken über das Beziehungs-Aus machen?

Hier wird's richtig spannend. Diese Frage hat mich auch sehr gequält die letzen Wochen.
Ich glaube da kommen viele viele viele Faktoren zusammen.
Zuerst merken sie es gar nicht. Da hat mir grade neulich meine Ex-Frau ein Superbeispiel zu erzählt. Es gab da eine Kleinigkeit, die ihr Freund gemacht hat, die sie gestört hat. nicht schlimm. Fand sie einfach ein bisschen doof. Hat sie dann zwei Wochen hingenommen und ignoriert, nicht weiter wichtig genommen. Dann aber hat sie ihn drauf angesprochen. Wollte ihm einfach nur sagen: "Du, das stört mich ein bisschen." Und sie sagt, auf EINMAL ist es aus ihr herausgebrochen! Sie hat ihn fast angeschrien, es war ihr bis dahin einfach nicht bewusst, wie sehr es sie doch gestört hat.

So, dann kommt die Phase, wo sie merken, so richtig 100% glücklich sind sie nicht. Aber sie schieben es vielleicht auf eine Stimmungsschwankung, Stress, irgendwas. Oder denken, es ist ihr eigener Fehler. Aber unterbewusst fangen sie shcon an, sich emotional zu entfernen. Ohne es selbst zu merken.
Wieder ein Beispiel von mir: Meine "frische" Ex. Die hat mir bei der Trennung gesagt, ich war doch so lieb zu ihr, das konnte sie doch nicht kritisieren. Ist doch ihre eigene Schuld und ihr eigenes "Doof", wenn sie das nicht wertschätzen kann, dass ich sie anhimmle.

Danach merken sie, oh, hier stimmt wirklich was ganz gewaltig nicht. Unsicherheit kommt auf. Bin ich schuld? Ist mein Partner schuld?
Soll ich es ansprechen? Will ich es ansprechen? Bin ich doof? Wie reagiert er/sie? Verletzt das nicht unnötig? Das legt sich schon wieder... hoffentlich.
Wie sage ich es am Besten? Ich leg mir da vielleicht mal was zu recht... Wochen vergehen.

Und irgendwann: BÄM! Oh Gott, ich will das nicht mehr, ich muss hier raus. Oder? Scheibenkleister. Es ist doch eigentlich schön. Aber ich langweile mich. Es berührt mich drinnen nicht mehr so richtig... Was soll ich nur tun?
Meine Ex hat sich am Abend, bevor ich das "Ich habe keine partnerschaftlichen Gefühle mehr für Dich" aus ihr rausgekitzelt habe, noch beim fernsehen in meinen Arm gelegt. Sie hat beim Zubettgehen versucht sich anzukuscheln. Aber es hat sich für mich irgendwie falsch angefühlt. Und dann habe ich es angesprochen. Hätte ich das nicht getan, wären wir wahrscheinlich noch zusammen. Aber ich denke, auch nur noch so lange bis sie in die letzte Phase gekommen wäre:
Schluss aus basta! So stelle ich mir mein Leben nicht vor! Ich habe diesen Menschen gern, aber mein Bett möchte ich nicht mehr mit ihm teilen.
Und dann kann es auch nochmal eine Weile dauern, bis sie es ansprechen... Angst vorm Allein sein. Einfach nicht den Mumm, dem Partner so weh zu tun. Da gibt es 1000 Gründe.

So sehe ich das inzwischen. Es macht mich immernoch traurig, aber hilft mir mit der Situation umzugehen.

Liebe Greetz,
Finkognito

15.10.2013 11:44 • x 8 #2



Gefühle einfach weg - Wie kann das sein? Erklärungen

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steppenmädchen


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Liebe Dariaaa,

diese Gedanken beschäftigen mich ständig. Mein Ex meinte, ein neues Blatt Papier beginnen zu wollen. Sinnbildlich gesprochen. Für mich ist eine Beziehung auch immer mit BeziehungsARBEIT verbunden. Konnte es auch nicht begreifen, wie man einfach alles so weg schmeißen kann. Ein guter Freund meinte, dass es immer mit einem Ungleichgewicht zu tun hätte. Auch ähnliches hab ich als Literatur gelesen. Dennoch kann ich es nicht auf meine Beziehung anwenden.

Mein Ex hat sich 1 Jahr zurückgezogen, gerne mir die Schuld für sein Versagen gegeben und ich denke, er glaubt, noch eine bessere zu finden. Alles andere erscheint mir unlogisch. Er meinte, die Chance auf ein „normales“ Leben haben zu wollen. Ich könnte heulen, wenn ich das wiedergebe. Ich bin nicht mal die Frau, die man heiratet. Aber vielleicht besser, wenn man dann doch nur verlassen wird beim kleinsten Streit statt für die gemeinsame Zukunft an sich zu arbeiten..

Cheers Cherry

15.10.2013 11:45 • #3


bellavista


Einer liebt immer mehr als der Andere.

keiner von uns wird verstehen,warum man sich plötzlich entlieben kann und der Mensch der vorher so kostbar erschien und uns erzählt hat,wie sehr er uns liebt auf einmal keine Gefühle mehr hat und wir ihm egal sind.
Ich wills auch garnicht mehr verstehen.

Unterlegen oder nicht...letztendlich müssen sich beide arrangieren und zusammen an einem Strang ziehen,ohne dem gehts nicht.
Jeder braucht seinen Freiraum und jeder wünscht sich früher oder später auch ne Familie.
Ich denke es gibt Menschen in unserem Leben,die fühlen sich richtig an,wir haben sie aber zu einem falschen Zeitpunkt kennengelernt.
Das Resultat ist,das es nicht funktioniert,so sehr man es auch versucht.
Und in einer funktionierenden Beziehung entwickelt sich viell.ein Partner in eine Richtung,in der sich der andere Partner aber nicht sieht und nicht mitentwickelt.Das sogenannte auseindanderleben.

Wir stecken da nicht drin und sollten einfach nicht an dem festhalten,was eh nicht funktioniert.
Diese Erkenntnis ist leider herb,aber dennoch bringt sie uns weiter und öffnet Türen zu einer anderen "neuen" Welt.
Wir sterben nicht an einem Verlust,er tut nur weh.
Es macht stärker und fürs nächste Mal,wissen wir,wie wir uns anders verhalten können,das besser machen,was wir nicht so toll an uns finden.

Wir können keine Menschen ändern,nur wir selbst können uns ändern.
Es ist leider erschreckend,das die heutige zeit so schnell lebend ist und jeder von einem zum nächsten Partner springt.
Ich für mich möchte das nicht und kann das auch nur vermitteln,aber wenn der Partner nicht mitzieht und die schweren Zeiten nicht mit mir zusammen übersteht,dann muss er gehen!
Entweder Ganz oder Garnicht.

Es ist besser,wenn man nicht versucht zu verstehen,warum man sich einfach so schnell entlieben kann.Entweder war schon länger keine Liebe mehr da oder man hat halt nie geliebt.
Das ist ein schleichender Prozess,genauso wie Liebe entsteht.ich bin mir sicher,das diejenigen,die schnell zu einer anderen Frau springen irgendwann um die Frau heulen,die sie wegen der anderen verlassen haben.Die Erfahrung hab ich gemacht und auch alle anderen in meinem Bekannten-Kreis.
Und diese Menschen sitzen irgendwann in ihrem verdienten Loch!

15.10.2013 11:53 • x 5 #4


Finkognito


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Jetzt fällt mir grad noch was ein.
Klar, in dem Moment, wo es "rauskommt", ist es ein Schock. Trifft es einen aus dem Nichts. Zieht einem die Beine weg.
Aber ich persönlich muss jetzt, mit ein bisschen Abstand sagen:
Da waren Zeichen. Kleine, vereinzelte, winzige Zeichen. Aber jetzt wo ich auf das große Ganze zurückblicken kann, sehe ich sie.
Und die letzten 2 Wochen vorher habe ich auch gemerkt, dass irgendwas anders ist. Ich habe nur drauf vertraut, dass sie mit mir spricht, wenn sie was an mir stört.
Schön blöd eigentlich...
Und wenn man viel hier liest, dann liest man das ziemlich häufig, das die Leute Sachen schreiben wie:
"Klar, ich hätte mich mehr um sie kümmern müssen." oder "Ja, ich hab doch ganz schön geklammert."
Aber wenn man in der Situation drin ist, merkt man's einfach nicht. Und wenn der Partner es dann nicht drauf hat, einen aufmerksam zu machen, dann kommt eben das dicke Ende. Leider.
Und der Partner merkt's auch nicht so direkt. (siehe meine obigen Ausführungen)
Wie heißt's so schön? Hinterher sind die Propheten zahlreich.

Greetz,
Finkognito

15.10.2013 17:18 • x 1 #5


1TreffennachTre.


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Oh Gott, diese Frage ist wirklich kaum zu beantworten und ich befürchte auch eine 100% Erklärung wird es dafür niemals geben. Ich muss dazu sagen, dass ich alles was ich jetzt schreibe mit dem Hintergedanken hab, die Beziehung war bis auf die normalen Hoch und Tiefs in Ordnung.

Aber ich versuche mich auch mal an deinen Fragen:

Zitat:
1. Menschen eine Beziehung (mit vielen schönen Zeiten) einfach wegwerfen, ohne an ihr arbeiten zu wollen bzw.


Gleiche Frage habe ich meinem Ex auch gestellt, und als er dann zu mir sagte er sieht darin keine Sinn bin ich erst einmal in die Luft gegangen. Wie kann er nur? Wie kann er es wagen uns einfach wegzuwerfen und es nicht noch einmal zu versuchen.
Das Problem ist allerdings hier das Liebe ein Gefühl ist, ich spreche jetzt nicht von Verliebtheit die man am Anfang deutlich spürt, sondern eine Verbindung zum Partner. Wenn diese Verbindung nicht mehr da ist, man diesen Menschen zwar noch mag aber keine Liebe mehr spürt warum sollte man mit diesem Menschen noch zusammen sein? Aus Gewohnheit? Um dem anderen nicht wehzutun? Zu hoffen irgendwann wird es schon wieder? Liebe kann man nicht mit Argumenten untermauern, man kann sie nicht herbei reden und man kann sie schon gar nicht neu entfachen nur weil man jetzt plötzlich alles zusammen macht was man vorher nicht getan hat, und man kann den Partner leider nicht überreden mit einem zusammen zu bleiben. Es mag sich nach einem einfachen Ausweg anhören, so dachte ich damals auch, aber heut versteh ich meinen Ex da etwas besser. Er hätte es nur mir zu liebe versucht, weil er mich mag mich schätzt, mich aber eben einfach nicht mehr liebt und ja es für ihn keinen Sinn gemacht hat um etwas zu kämpfen was nicht mehr da ist.

Zitat:
2. Menschen einem "heile Welt" vorspielen können, während sie sich angeblich schon Monate Gedanken über das Beziehungs-Aus machen?


Stell dir vor du bist mit jemanden zusammen, womöglich schon über Jahre und plötzlich merkst du, dass sich etwas in dir verändert. Dir ist dieser Mensch unglaublich wichtig, du bist gerne mit ihm/ihr zusammen aber irgendwas fühlt sich nicht richtig an. Irgendetwas ist komisch in dir selbst und du hast am Anfang keinen Plan warum das so ist und ja du willst es nicht wahrhaben!
Dein Partner merkt, dass du dich immer weiter von ihm/ihr zurückziehst, du mehr ohne deinen Partner unternimmst und entweder kommt es irgendwann zum großen Knall oder es kommt der Satz "Wir sollten mal miteinander reden." Man befasst sich dann mit der Möglichkeit der Trennung, und wenn diese Möglichkeit erst mal in Betracht gezogen ist, dann ist es sehr sehr schwer daran womöglich noch was zu ändern. Viele wollen es auch einfach nicht wahrhaben, was da gerade passiert. Ich glaube wirklich nicht, dass dort irgendeine Bösartigkeit dahinter steckt wie wenn sich Paare trennen weil der andere einen Betrogen hat oder mies behandelt hat. Man spielt sich ja auch selbst etwas vor, man lügt sich so lange in die Tasche bis es einfach nicht mehr geht und man erkennt es hat keinen Sinn mehr und man dann einfach nur weg will.
Für die Verlassenen kommt es von heute auf morgen zur Trennung und man fragt sich, wie konnte er/sie mich noch vor Tagen küssen, mich im Arm halten, mit mir Pläne machen. Was man dabei leider vergisst, auch die Entscheidung zu einer Trennung ist nicht unbedingt einfach und es sind keine angenehmen Gedanken die einem da durch den Kopf gehen, man weiß schließlich was das bedeutet. Einen Menschen zu verlieren, manchmal noch mehr als einen Menschen zu verlieren. Ich denke nicht, dass diese Position so toll ist.

Zitat:
Vielleicht ist dieses Ungleichgewicht die Antwort?


Es ist eine Antwort. Nähe-Distanz-Problem in Beziehung sind leider immer vorhanden, genau immer dann wenn etwas von beidem zuviel oder zu wenig da ist. Und ja, besonders in langen Beziehungen gibt es irgendwann leider wirklich denjenigen der mehr und denjenigen der weniger liebt. So wie ich das heute sehe, habe ich mehr geliebt als mein Partner und mich auch in der Beziehung ein bisschen verloren und ich hoffe das mir vorallem das zweite so nie wieder passieren wird. Ich denke man kann da ganz gute Ansätze für Erklärungen finden, aber alles lässt sich damit auch nicht beantworten.

Es ist hart zu hören: ich liebe dich nicht mehr. Aber ich muss leider auch sagen, so hart und unfair es erscheint. Will man selbst mit jemandem zusammen sein der einen nicht wirklich liebt? Will man jemanden lieben der einem nicht das geben kann was man sich wünscht und in einer Beziehung braucht? Wir schimpfen viel auf unsere Expartner aber vielleicht waren sie an manchen Punkten auch einfach nur brutal ehrlich, wir wollten es nicht wahrhaben wir wollten diese Beziehung immer noch sie aber nicht. Man kann niemanden zu irgendetwas zwingen, und einen anderen Menschen zu lieben oder wieder zu lieben gehört auch dazu.

Gruß

15.10.2013 21:07 • x 6 #6


AlexW


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Oh 1TreffennachTrennung,

das hast du sehr gut beschrieben. Aber es dauert auch seine Zeit, dies für einen selber zu erkennen. Bei mir hat es nun genau 4 Wochen gedauert, dies zu akzeptieren. Jetzt sehe ich die Trennung mit anderen Augen, kann sie besser anerkennen. Aber, weh tut es immer noch, ich vermisse sie nach wie vor und trauere um die schöne Zeit.

Liebe Grüße,
Alex

15.10.2013 22:16 • #7


1TreffennachTre.


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@AlexW:

Hey, klar dauert es seine Zeit um das für sich zu erkennen, vor ein paar Monaten hab ich so bestimmt noch nicht gedacht. Ich kann hier ja auch nur für mich sprechen, aber ich habe mir "die Mühe" gemacht irgendwann zu versuchen meinen Ex zu verstehen. Das hat gedauert, und ich war am Anfang wütend und enttäuscht, ich habe auch unseren gemeinsamen Jahren nachgetrauert. Es war eine schöne Zeit, aber wer weiß was daraus geworden wären wenn er für sich nicht entschlossen hätte, es geht nicht mehr. Vielleicht wären wir beide verdammt unglücklich geworden, oder ich hätte ich meiner Traumwelt gelebt, und er wäre gefangen in etwas gewesen was er nicht will? Sind Spekulationen, aber kann niemand wissen.

Und wie gesagt, es wäre nicht so, dass ich ihn nicht vermisse, aber der Partner mit dem ich zusammen war ist halt nicht mehr da. Der Mensch ja, und der ist mir nach wie vor wichtig, aber der Partner/Lebensgefährte konnte und wollte einfach nicht mehr. Muss man so schwer es ist leider respektieren.

Grüße

15.10.2013 23:03 • #8


Dariaaa


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Hallo zusammen,

ja, das ist wirklich schwer zu akzeptieren. Vor allem, da man als Verlassene/r am Anfang einfach nicht hören möchte, dass der Ex-Partner z. T. nicht anders handeln konnte bzw. es für ihn auch schwer war. Am liebsten möchte man den Ex verdammen, zeigen, was für ein böser Mensch er war und wie er einem das nur antun konnte.

Aber das mit der Liebe ist so wahr. Wie kann man dieses Gefühl "zurückreden"? Das funktioniert nicht. Und ich weiß nicht, wie ich an seiner Stelle reagiert hätte, wenn meine Gefühle für ihn nicht mehr dieselben gewesen wären, wie am Anfang. Aber irgendwie hatte ich den Wunsch, dass wir früher über solche Dinge geredet hätten. Sicherlich hat ihn vieles gestört. Aber oft macht man in Beziehungen im vornherein Kompromisse, die gar nicht sein hätten müssen, wenn man darüber gesprochen hätte. Ich bin mir sicher, dass das Hauptproblem in vielen heutigen Beziehungen die (fehlende/schlechte) Kommunikation ist! Reden hätte nicht mehr geholfen die fehlende Liebe zurückzuholen. Aber reden hätte möglicherweise geholfen, damit die Liebe erst gar nicht verschwunden wäre...

Heute habe ich beim Auto fahren auch daran gedacht, dass es für meinen Ex bestimmt auch nicht einfach war die Trennung auszusprechen. Schließlich sind wir verheiratet und ich will einfach mal glauben, dass man eine Trennung nicht auf die leichte Schulter nimmt. Anscheinend muss für ihn die Beziehung so belastend gewesen sein, dass er keinen anderen Ausweg gesehen hat. Es ist nur unglaublich schwer für mich zu verstehen, dass ich der Grund für seine Unzufriedenheit war. Ich habe ihn so geliebt und habe alles für ihn getan. Er hat mir nie das Gefühl gegeben, dass etwas nicht stimmt Wir waren sogar mitten in der Kinderplanung (die von ihm ausging), so dass ich dieses "von heute auf morgen" einfach noch nicht verstehen kann. Und sollte es so sein, dass er schon länger mit dem Gedanken gespielt hat (was auch sicherlich so war), warum macht man dann noch solche Pläne? Hätte er mich möglicherweise aus "Feigheit" bzw. weil er mich nicht verletzen wollte geschwängert? Ich kann froh sein, dass es zum Glück nicht so weit gekommen ist...

Vielleicht muss man sich damit abfinden, dass man nie befriedigende Antworten erhält. Die Gefühlswelt eines Menschen ist so undurchschaubar (bedingt u.a. auch durch psychische Störungen, problematische Familiensituation, Kindheitserfahrungen usw.), dass man vieles rational einfach nicht erklären kann.

@1TreffennachTrennung: Wie lange ist denn bei dir die Trennung schon her? Hast du noch Kontakt mit deinem Ex?

Liebe Grüße

16.10.2013 07:54 • #9


Finkognito


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1TreffennachTrennung hat absolut recht.
Ich bin noch nicht so weit in der Akzeptanz und im Verständnis, wie sie es beschreibt, aber ich denke, das ist der richtige Umgang mit dem Thema. hab ich ja oben schon geschrieben.
Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass es schwer ist, zu verstehen und hinzunehmen, wenn der Ex-Partner Gepräche sperrt und einen nichts wissen lässt.
Meine Ex war zum Beispiel so fair, mir auf alle meine Fragen - so gut es ihr möglich war - zu antworten.
So hat sie mir z.B. bei der Trennung gesagt, als ich weg war (1 Monat vor Trennung, 3 Wochen auf Geschäftsreise), hat sie unsere Zweisamkeit vermisst, unser Zusammensein. Aber mich eben nicht.
Und in dem Moment hat sie mir so unendlich Leid getan. Ich musste sie in den Arm nehmen und trösten.
Für mich war die Sache ja klar und "leicht": Ich liebe sie und will mit ihr zusammensein!
Sie will mit mir zusammensein, aber sie liebt mich nicht. Wie furchtbar muss das denn bitte sein?
Dank ihrer ausführlichen Erklärungen hege ich keinerlei negativen Gefühle ihr gegenüber. Vorher war ich sehr verletzt. Aber seitdem bin ich nur noch traurig und vermisse sie. Und ich finde, das ist ein "guter" Ausgangspunkt um drüber hinweg zu kommen. Das man sich nicht die ganze Zeit im Kreis drehen muss und sich quälen muss mit: "Warum? Wieso? Wie konnte es soweit kommen? Wieso hab ich nichts gemerkt? Hat er/sie mich jemals geliebt?"
Und so kann ich jetzt die Trennung als eine Chance sehen. Dass wir beide wachsen können. Und wenn ich das Ganze verarbeitet habe, kann ich mir (auch wenn ich sie JETZT eig. nur wieder in meinem Arm halten will) gut vorstellen,später eine Freundschaft einzugehen. Weil sie ein prima Mensch ist. Hätten wir diese Beziehung einfach weiter geführt, hätte sie nicht mehr gesagt: "Du bist das Beste was mir je passiert ist, aber ich habe nur noch freundschaftliche Gefühle für Dich." Sondern Dinge wie: "Ich ertrage Dich nicht mehr, verschwinde aus meinem Leben."

@Dariaaa
Zitat:
Er hat mir nie das Gefühl gegeben, dass etwas nicht stimmt Wir waren sogar mitten in der Kinderplanung (die von ihm ausging), so dass ich dieses "von heute auf morgen" einfach noch nicht verstehen kann.

Ja, das hatte ich mit meiner auch. SIE hat Zusammenziehen auf den Tisch gebracht. SIE hat schon nach Wohnungen geguckt. SIE hat schon angefangen, ihre Gästeliste für die Hochzeit vorzubereiten. Das habe ich nicht verstanden.
Aber meine Ex-Liebste hat ja zum Glück am Ende mit mir gesprochen. Sie sagte, sie wollte sich damit überzeugen. Das warme Gefühl in ihrem Inneren erwecken. Sich durch Vorfreude und positive Planung "In Stimmung" bringen.
Und da hat sie mir nochmal sehr Leid getan. Ihre eigenen Gefühle so zu verleugnen und verbiegen zu wollen.
Dinge zu wollen - im Kopf - (ich muss auch gestehen, ich bin sehr klasse ), sie aber nicht im Herzen zu tragen.
Das muss echt echt fürchterlich an einem reißen.
Und es ist ein Teufelskreis. Sie hatte seit Monaten ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle, dass ich mehr empfinde als sie. Weil ich doch so liebenswert bin, sie mich aber nicht lieben kann... So kann man doch in einer Beziehung nicht glücklich werden. Und dann habe ich natürlich zusätzlich (unterbewusst) das Spielchen vom Mehr-Liebenden gespielt. Sie immer mehr mit Liebe überhäuft, je weniger von ihr zurück kam... Und jetzt stehen wir hier und ich weiß nicht, wer die ärmere Wurst von uns beiden ist...

Zitat:
Die Gefühlswelt eines Menschen ist so undurchschaubar (bedingt u.a. auch durch psychische Störungen, problematische Familiensituation, Kindheitserfahrungen usw.), dass man vieles rational einfach nicht erklären kann.

Das ist der springende Punkt: Wenn die Gefühle reden, hat der Kopf einfach Pause...

Liebe Greetz ,
Finkognito

16.10.2013 08:36 • #10


Dariaaa


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Hallo Finkognito,

ja, ich glaube so wie du das beschreibst, wird es bei meinem Ex gewesen sein. Er hat mir auch mal geschrieben, dass er für mich noch etwas empfindet, es aber "nicht für eine Beziehung ausreicht".
Ich glaube, man möchte nach einer Trennung sich selber schützen und versucht deswegen das "schlechte" im Ex-Partner zu sehen. Es ist so auch viel einfacher darüber hinwegzukommen, wenn man einen Schuldigen hat und man selbst das "Opfer" ist. Es ist nicht leicht, wenn man den Ex noch so sehr liebt und dann noch feststellen muss, dass der Ex auch leidet und uns nicht mit Absicht verletzten wollte.

Ich glaube auch, dass man sich immer wieder diese Fragen stellt (Wie können Gefühle von heute auf morgen weg sein), weil man sich einfach nicht vorstellen kann, dass der Ex-Partner nichts mehr für einen empfindet. Vielleicht hegt man noch die Hoffnung, dass als Antwort kommt: "Nein, das war bestimmt nur ein Aussetzer. Lass ihm/ihr ein wenig Zeit und dann wird er/sie zurückkommen." Deswegen haben ja viele noch die Hoffnung (so wie ich auch, obwohl ich weiß, dass es Unsinn ist), dass der Ex nach ein paar Wochen/Monaten Abstand einsieht, was er verloren hat und das er einen vermisst. Dass der Partner sich jedoch schon lange Zeit emotional distanziert hat, möchte man nicht wahrhaben. Weil man selbst eben einfach noch liebt und davon ausgeht, dass der andere das doch auch so fühlen muss.

Ah, das ist einfach alles schwierig. Rein kopfmäßig weiß ich, dass es besser so ist. Ich weiß, dass es (hätte er sich nicht getrennt) nicht lange hätte gut gehen können. Irgendwann hätte ich vielleicht die Reißleine gezogen? Aber ich vermisse ihn noch jeden Tag und mein Herz wünscht sich, dass einfach alles so wird wie früher. Auch wenn es nicht super war, es war besser als der Zustand jetzt.

Wie lange bist du schon von deiner Ex getrennt? Und wie lange wart ihr zusammen? Habt ihr freundschaflichen Kontakt oder muss die Trennung erst noch verarbeitet werden?

LG

16.10.2013 09:15 • #11


AlexW


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Hallo ihr lieben,

Zitat von 1TreffennachTrennung:
Und wie gesagt, es wäre nicht so, dass ich ihn nicht vermisse, aber der Partner mit dem ich zusammen war ist halt nicht mehr da. Der Mensch ja, und der ist mir nach wie vor wichtig, aber der Partner/Lebensgefährte konnte und wollte einfach nicht mehr. Muss man so schwer es ist leider respektieren.


Auch wenn es weh tut, das ist leider wirklich so. Die Person ist noch da, man kann mit ihr Reden, etwas unternehmen usw. Aber für den oder die Ex ist die Bezeihung bereits abgeschlossen, weil sie nie so existiert hat, wie für uns selber. Es war mehr ein wollen als ein fühlen, davon kann man schneller Abstand nehmen. Und ich denke auch, dass wir vermisst werden. Es waren sicherlich auch viele schöne Momente da, die dem anderen nun fehlen.

Zitat von Dariaaa:
Aber das mit der Liebe ist so wahr. Wie kann man dieses Gefühl "zurückreden"? Das funktioniert nicht. Und ich weiß nicht, wie ich an seiner Stelle reagiert hätte, wenn meine Gefühle für ihn nicht mehr dieselben gewesen wären, wie am Anfang. Aber irgendwie hatte ich den Wunsch, dass wir früher über solche Dinge geredet hätten. Sicherlich hat ihn vieles gestört. Aber oft macht man in Beziehungen im vornherein Kompromisse, die gar nicht sein hätten müssen, wenn man darüber gesprochen hätte. Ich bin mir sicher, dass das Hauptproblem in vielen heutigen Beziehungen die (fehlende/schlechte) Kommunikation ist! Reden hätte nicht mehr geholfen die fehlende Liebe zurückzuholen. Aber reden hätte möglicherweise geholfen, damit die Liebe erst gar nicht verschwunden wäre...


Darüber habe ich mir auch oft den Kopf zerbrochen. Ich habe es auch gespürt, wenn bei uns gerade nicht so gute Stimmung war, sie niedergeschlagen wirkte oder leise weinte. Habe dann auch versucht, mit ihr darüber zu reden, aber sie meinte nur, es hätte nichts mit mir zu tun. - Mittlerweile sind wir schlauer und können das für die Zukunft mitnehmen.

Zitat von Finkognito:
So hat sie mir z.B. bei der Trennung gesagt, als ich weg war (1 Monat vor Trennung, 3 Wochen auf Geschäftsreise), hat sie unsere Zweisamkeit vermisst, unser Zusammensein. Aber mich eben nicht.
Und in dem Moment hat sie mir so unendlich Leid getan. Ich musste sie in den Arm nehmen und trösten.
Für mich war die Sache ja klar und "leicht": Ich liebe sie und will mit ihr zusammensein!
Sie will mit mir zusammensein, aber sie liebt mich nicht. Wie furchtbar muss das denn bitte sein?


So geht es mir auch, irgendwie tut es mir weh, dass sie über 2 Jahre für mich opferte in der Hoffnung, es würde sich Liebe bei ihr einstellen. Aber dieser Tag kam nicht, und nun müssen wir das Beste daraus machen. Ich würde sie gerne als Freundin behalten, aber momentan geht das absolut nicht!

Liebe Grüße,
Alex

16.10.2013 10:45 • #12


Finkognito


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Hallo Dariaaa,
meine ausführliche Geschichte steht hier:
https://www.trennungsschmerzen.de/ich-gl ... 15106.html
falls es interessiert.
Wie das Ende meiner Meinung nach seinen Anfang nahm, habe ich mir hier:
https://www.trennungsschmerzen.de/liebst ... 15114.html
von der Seele geschrieben.

Wie jetzt die Trennung abgelaufen ist, habe ich, glaube ich noch nicht so richtig klar dargelegt.
Da heut Mittwoch ist, ist es ziemlich leicht, den Zeitstrahl zu ziehen.
Wir waren seit dem 31.01.2013 ein Paar.
Vor genau drei Wochen, habe ich sie abends angesprochen, weil mir aufgefallen war, dass irgendwas komisch ist. An diesem Abend hörte ich die antimagischen Worte. Wir waren beide furchtbar ratlos. Aber wir verblieben mit: Ich fahr am nächsten Morgen nach Hause und sie meldet sich, wenn sie was weiß.
Mit so einer unklaren, nicht definierten Aussage kann ich aber nicht umgehen, hab mir tagelang das Hirn zermartert, deswegen suchte ich am Sonntag am Telefon das Gespräch. Es eskalierte ziemlich, weil wir beide aufgewühlt waren. Verletzungen (die Ersten, die mir im Laufe unserer Beziehung bewusst sind) wurden ausgetauscht.
Am Mittwoch danach dann, also vor genau zwei Wochen, kam sie zu mir und wir sprachen uns aus. Ich habe wirklich viel hören dürfen. Und dann habe ICH den Schlussstrich gezogen. Ich wer derjenige, der als Einziger ausgesprochen hat: "Ich will diese Beziehung nicht mehr." Natürlich nicht, ohne direkt einen Neuanfang zu wollen, alles besser zu machen. Aber dem musste sich sich sperren. Ist mir heut auch klar.
Da stehen dann eben ihre mangelnden Gefühle im Weg...
Ich bin dann erstmal ein paar Tage weg, zu meiner Mama und habe derweilen viel reflektiert. Ich hab gesehen, wie groß die Diskrepanz zwischen unseren Gefühlen war und wir uns durch das klassische Verhalten (über das man ja hier auch überall lesen kann) immer weiter entfernt haben. Ich war irgendwann einfach nur noch ein Klammeraffe... Außer arbeiten und sie belagern und mit Liebe zu ersticken habe ich nichts mehr gemacht und sie hat nur noch erduldet und krampfhaft versucht, sich mit mir wohl zu fühlen...
Vor einer Woche habe ich ihr dann eine "Abschluss-E-Mail" geschrieben, wo meine ganzen Selbsterkenntnisse drin stehen und ihr gesagt, dass ich so mit uns abschließen kann. Stimmt auch. Ich brauchte diesen sauberen Schlussstrich, zu wissen: "ich habe ihr alles gesagt". Jetzt kann ich einfach vor mich hinleiden und vermissen .
Wir haben's sofort (weil sie mich ja noch sehr mag und ich ihr wichtig bin und ich sie ja auch so viel um mich haben möchte, wie es geht) versucht auf der freundschaftlichen, belanglosen Ebene.
Aber das geht grad noch nicht. Wir können momentan nicht richtig miteinander umgehen. Darum habe ich eingeleitet, dass wir morgen unsere Sachen austauschen und dann ist erstmal Funkstille.
Ich kann zu diesem Zeitpunkt nur noch gewinnen.
Entweder ich kann sie loslassen und als Freundin behalten. Oder ich kann sie loslassen und vergessen. Oder sie kommt zu mir zurück.
Aber die Akzeptanz für die Situation und zu sehen, dass aufgrund des Verlaufs unserer Beziehung JETZT der glimpflichste Zeitpunkt für eine Trennung war, haben mir sehr geholfen.
Ich kümmer mich jetzt erstmal um mich, lecke meine Wunden und ziehe meine Erkenntnisse. Ich hoffe, sie tut das Gleiche.
Ich glaube nämlich fest daran, dass wir zusammengehören. Wir haben nicht gestritten, es war harmonisch, wir hatten sehr viel Gemeinsam aber doch auch kleine Unterschiede, so dass jeder was für sich auch hatte. Aber ich habe mich einfach völlig aufgegeben... Und dafür muss ich mir noch verzeihen. Das habe ich noch nicht geschafft.

Punkto zurückkommen habe ich noch eine kleine Anekdote von meiner Mama im Gepäck, weil alle immer sagen: "Da kommt nix mehr."
Meine Mutter erzählte mir neulich, als sie sich von meinem Vater getrennt hat (über 25 Jahre her): "Hättest Du mir auch ein Schnitzel auf den Arm legen können, so viel habe ich gefühlt, wenn er mich berührt hat."
Aber 10 Monate(!) später. Zu seinem Geburtstag, hat sie sich hingestellt und ihm einen Kuchen gebacken! zur Erklärung: Meine Mutter backt nicht. Hat sie nie und wird sie nie (Ja, ich hatte nie einen selbstgebackenen Geburtstagskuchen )... Nur diesen EINEN Kuchen hat sie in ihrem Leben gebacken. Und hätte er zu dem Zeitpunkt nicht schon wieder eine Andere gehabt, wären sie wohl wieder zusammengekommen.

In Disney's Robin Hood heißt es so schön:"Abwesenheit steigert die Zuneigung!" "...oder die Vergesslichkeit."
Stimmt wohl, denke ich, Abstand und Geduld. Die Zeit wird es zeigen und es gibt nur EINEN Weg das herauszufinden. Ich weiß ich bin auf einem guten Weg, ich habe aus der Beziehung gelernt und entwickle mich und ich kann nur hoffen, dass sie das Gleiche tut. Dann kann alles gut werden. Für uns beide, ob einzeln oder zusammen...
Und diese Hoffnung ist es, aus der ich im Moment Kraft schöpfe.

Wie ist es denn bei Dir? Hast Du einen Thread, wo genauer drin steht, wie das alles bei Dir war/ist? Würde mich schon auch interessieren.

@ Alex:
Zitat:
Ich habe es auch gespürt, wenn bei uns gerade nicht so gute Stimmung war, sie niedergeschlagen wirkte oder leise weinte. Habe dann auch versucht, mit ihr darüber zu reden, aber sie meinte nur, es hätte nichts mit mir zu tun.

Das ist auch eine Sache, die mich unendlich traurig macht. "Ich wollte Dir doch nicht weh tun", sagte sie... Aber dass der Partner einen mit einem offenen Wort und der Chance etwas zu verändern, niemals so verletzen könnte, wie aus dem "Nichts" schluss zu machen, das scheint niemand vorher zu sehen. Womit wir wieder beim nicht-wahr-haben-wollen beim Verlassenden sind...
Menschen sind halt einfach irgendwie doof.

Liebe Greetz und ,
Finkognito

PS. Bitte vielmals um Entschuldigung, ich versuche mich immer kurz zu fassen. Aber das ist eine Sache, die ich einfach nicht hinbekomme. Es sprudelt immer einfach so aus mir raus.

16.10.2013 11:18 • x 1 #13


Franky68


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Hallo, ihr Lieben.
Toller Thread, wie ich finde. Viele Dinge haben mich zum Nachdenken angeregt, im Grunde die Dinge über die ich schon seit Wochen nachdenke. Vieles ist mir erst in den letzten Wochen, nicht zuletzt durch dieses Forum klar geworden. Auch meine Ex war in der Beziehung schon seit über 2 Jahren nicht mehr glücklich und ich denke, der "Samen" dafür hatte schon sehr viel früher begonnen sein "Unwesen" zu treiben. Grade das hier hat mich sehr bewegt, was Dariaaa geschrieben hat.

"Aber das mit der Liebe ist so wahr. Wie kann man dieses Gefühl "zurückreden"? Das funktioniert nicht. Und ich weiß nicht, wie ich an seiner Stelle reagiert hätte, wenn meine Gefühle für ihn nicht mehr dieselben gewesen wären, wie am Anfang. Aber irgendwie hatte ich den Wunsch, dass wir früher über solche Dinge geredet hätten. Sicherlich hat ihn vieles gestört. Aber oft macht man in Beziehungen im vornherein Kompromisse, die gar nicht sein hätten müssen, wenn man darüber gesprochen hätte. Ich bin mir sicher, dass das Hauptproblem in vielen heutigen Beziehungen die (fehlende/schlechte) Kommunikation ist! Reden hätte nicht mehr geholfen die fehlende Liebe zurückzuholen. Aber reden hätte möglicherweise geholfen, damit die Liebe erst gar nicht verschwunden wäre..."

Schade, weiß noch nicht so recht wie das mit der Zitat-Funktion funktioniert .

@Finkognito Die Geschichte mit deiner Ma hat mich mal wieder etwas aufgeheitert. Genau wie Du hab ich auch noch, zumindest etwas Hoffnung darauf das Meine Ex vielleicht mit der Zeit merkt daß unsere gemeinsamen Jahre doch sehr schön waren, sie die Zeit vermisst und vielleicht auch mich. Und dann denkt/weiß daß man es hätte schaffen können wenn man Probleme anders, durch frühzeitiges Reden hätte aus der Welt schaffen können. Ihr fällt auf daß sie mich noch liebt und wir treffen uns, reden miteinander und entschließen uns, unserer Liebe noch eine Chance zu geben. Im übrigen hat sie in unseren Gesprächen nach der Trennung nie gesagt daß sie mich nicht mehr liebt. Sei es um mir nicht noch mehr weh zu tun, oder weil da vielleicht doch noch etwas ist. Aber sie sagte daß sie so nicht mehr leben wollte/konnte.

LG Franky

16.10.2013 17:21 • #14


Franky68


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Eine Sache gibt mir zu denken: Diese eigenartige Dynamik in Beziehungen die sich ergibt wenn ein Ungleichgewicht in den Machtverhältnissen entsteht. Daraus entsteht ja praktisch ein unabänderlicher Teufelskreislauf an dessen Ende der schwächere verlassen wird. Ich kann zur Zeit einfach nicht glauben daß ich zum Beispiel aus dieser Geschichte "stärker als zuvor" hervorgehe, wie man es ab und zu auch hier lesen kann. Ich bin jetzt 45 und in allen meinen Beziehungen, ob länger oder kürzer, war ich immer der Verlassene. Ich versuche zur Zeit dahinter zu kommen woran das liegt, vielleicht bin ich einfach jemand der zu besonders tiefen Gefühlen im stande ist und deshalb nur schwer den ersten Schritt machen kann. Oder bin ich einfach nur zu schwach, ich weiß es nicht. Ich denke eher daß ich in Zukunft vorsichtiger, ja mißtrauischer sein werde was die Beständigkeit der Liebe betrifft. Und eben dadurch gerate ich vielleicht von Anfang an in die Rolle des Schwächeren in meiner nächsten Beziehung...das Unvermeidliche nimmt seinen Lauf........

Gruß Franky

16.10.2013 18:07 • #15



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