Finkognito
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ich hab schon mit allen möglichen Freunden und Verwandten drüber gesprochen, aber manchmal hilft es vielleicht doch, sich einfach mal Fremden anzuvertrauen und ihre objektive Sichtweise zu hören.
Hab auch schon mehrmals gelesen, dass es Leuten hilft, anderen zu helfen und da hab ich mir selbstlos gedacht: "Ich kann Euch helfen, helft mir!"
So, nu aber mal zum Thema.
Grundsätzlich: Meine Ex-freundin und ich waren (nur) sieben Monate zusammen. Ich kann heut nicht mehr für ihre Sichtweise sprechen, aber für mich, war das eine sehr intensive, feste Beziehung. (Ich bin 29, sie 30) Sie hat auf den Plan gebracht, dass wir Anfang nächsten Jahres zusammenziehen sollten, wir haben über Hochzeit gesprochen, zwei Kinder geplant. Ja, nee, war schön, fand ich.
Es ist jetzt zwei Wochen her, da haben meine Freundin und ich uns ein bisschen gezankt. Eine Kleinigkeit, der Streit ist nicht eskaliert (nicht mal ein echter Streit), aber ich habe mich gewundert, dass so eine Situation überhaupt so hoch kommt.
Daraufhin fragte ich: "Sag mal, ist irgendwas? Du bist schon die letzten beiden Wochen irgendwie komisch."
Und ich wäre nicht hier, wenn die Antwort nicht sehr unangenehm ausgefallen wäre, oder? Sie lautete:
"Ich habe nicht mehr das Bedürfnis, Dich zu küssen oder in den Arm zu nehmen. Ich empfinde nichts mehr für Dich. Du bist perfekt und eigentlich sollte ich Dich lieben, aber mehr als Freundschaft kann ich für Dich nicht sehen."
BÄM, das hat gesessen. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Mein erster Impuls war Mitleid. Natürlich haben wir noch weiter drüber gesprochen und ihr Fazit sieht eben so aus:
Ich bin ein toller Typ, das Beste was ihr je passiert ist. Einfach himmlisch und toll. Sie möchte furchtbar gern für immer mit mir zusammenbleiben. Aber ihre Gefühle spielen nicht mit.
Und das hat mir sehr Leid getan für sie. Für mich ist ja die Situation, wenngleich schmerzhaft, sehr leicht. Ich will sie und ich liebe sie. Punkt aus.
Schluss gemacht hat sie allerdings nicht. Wir sind an dem Abend so verblieben, dass sie sich meldet, wenn sie weiß, wie sie weitermachen will.
Ich konnte es allerdings nicht auf sich beruhen lassen. Nein, da waren zu viele Fragen offen. Also haben wir uns eine Woche später zum gespräch getroffen.
Wir haben uns an diesem Abend getrennt.
Kam natürlich ausm Nichts für mich.
Die Grundaussage ihrerseits war, dass sie nie so richtig superviel für mich empfunden hätte. Ich wäre so viel weiter gewesen als sie. Und sie fand das unfair, weil ich ja verdient hätte geliebt zu werden und wollte sich mit der Zukunftsplanung und einem harmonischen Beisammensein "In Stimmung bringen". Also Gefühle bei sich wecken/forcieren. Aber ich war ihr einfach zu emotional und anhänglich und habe ihr zu oft gesagt, wie toll ich sie finde.
Als wir uns kennenlernten, dachte sie, ich sei "rockermäßiger", machomäßiger. Also nicht, dass sie einen Macho wolle, aber auch wenn meine Rücksicht und liebevolle Art gaaaaaanz toll ist, fühlt sie's halt nicht.
Tja, ich hatte mir ja zwischenzeitlich auch über mich meine Gedanken gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, sie hat recht. Ich war ein gutes Stück zu klammeraffig. Ich hatte nur sie, sie und nochmal sie im Kopf. Alles andere war nebensächlich.
Was mich aber extrem stört ist, dass sie nichts gesagt hat. Über Monate! Erst als sie es komplett nicht mehr mit mir ausgehalten hat. Sie meinte: "Du hast Dich doch lieb verhalten. Sowas kritisiert man nicht." Hallo? Man muss doch sagen, wenn der Gegenüber einen nicht glücklich macht, oder? Man spricht doch an, was einen stört, auch wenn's eventuell nett gemeinte Sachen sind...
Hab ich ihr natürlich zu erklären versucht und wieder Druck aufgebaut, weil ich von vorn anfangen wollte. Hängt auch mit meinem Selbstwertgefühl zusammen die ganze Geschichte...
Ist nunmal auch so, dass ich sehe, ich bin so gar nicht. Ich bin da reingerutscht, ist ein Fehler, der mir schonmal passiert ist (mehrjährige Ehe, die dann auseinander gegangen ist, als ich wieder normal wurde. Meine Ex-Frau ist im Übrigen heute meine beste Freundin auf der Welt!
)
Blablabla halt, was man so macht, wenn der Gegenüber sagt: "Ich empfinde nichts mehr für Dich". Sie war auf jeden Fall nicht von dem Standpunkt runter zu bringen, dass ich mich für sie nicht verbiegen solle... Blablabla halt, was man so sagt, wenn man sich trennen und seine Ruhe haben will.
Ende vom Lied war, dass sie meinte, in meine selbstbewusste Version, in der sie mich kennengelernt hat, könnte sie sich vorstellen sich nochmal zu verlieben.
Ich bin ihr aber superwichtig und sie hat mich total gern, sie würde mich ungern ganz verlieren... BÄM Friendzone. Ich könnt kotzen.
Ich bin dann am nächsten Tag - wie sich das für einen echten Mann gehört - für vier Tage zu meiner Mami gefahren und hab mich ausgeheult. Aber nicht nur! Ich habe auch ne Menge Erkenntnisse gewonnen und Einiges gesehen:
1. Es ist gut so wie es ist. Hätten wir nicht Schluss gemacht, wäre die ganze Sache noch schlimmer gekommen.
2. Ich habe mich in der Beziehung echt verhalten, wie eine schlaffe Nudel und habe mich nur an ihren Rockzipfel gehängt. In höchstem Maße unmännlich! Und da kann mir niemand erzählen, dass man sich verbiegt, wenn man das abschaffen will! Aber scheint sie nicht einzusehen...
3. Der Ofen ist bei ihr nicht ganz aus. Kann er gar nicht sein, denke ich. Sie hat mir zur Trennung nicht einmal meine Sachen von sich mitgebracht und ICH war derjenige, der das Thema angesprochen hat. An Schlüssel austauschen hat sie auch nicht gedacht. Hab ich dann auch einleiten müssen.
Vielmehr glaube ich, dass sie im Moment einfach nicht für mich empfinden kann, weil sie selbst nichts spürt. Sie hat jetzt monatelang versucht, sich einzureden, mich zu lieben. Und ich habe sie derweilen noch mit meiner Liebe überhäuft, weil sie mich hat glauben lassen, sie empfindet genau wie ich. Das hat ihr auch noch ein schlechtes Gewissen gemacht, weil ich es doch verdient hätte (hat sie mir so gesagt).
4. Ich WILL sie auch nicht komplett aus meinem Leben entfernen. Ob Beziehung oder nicht. Aber so richtig dicke Freunde will ich auch nicht sein.
5. Sie ist meine Traumfrau und ich möchte sie zurück erobern.
So, nu...
Jetzt habe ich ihr gestern eine E-Mail geschrieben, in der meine Einschätzung der Situation steht und ich sehr kritisch mein eigenes Verhalten in der Beziehung beleuchte und auch aufzeigen, was mich zu diesem Verhalten geführt hat.
(was ich auch echt so sehe. Wenn ich mich da rückwärts betrachte, läuft's mir kalt den Rücken runter. Wie soll Frau denn so einen faden, langweiligen und uninteressanten Schlaffi toll finden?)
Was nicht in der E-Mail steht ist: Ich liebe Dich, ich will Dich wieder haben, Du fehlst mir!
Sie endet mit einem Fazit (hier abgekürzt):
Ich bin kein Schlaffi, sondern ein Softie!
Ich bin rücksichtsvoll, ein Kuschelbär und trage die Frau an meiner Seite gern auf Händen.
Aber so ein weichgespülter Lappen wie die letzten Monate bin ich eigentlich nicht.
Und: Es war mir wichtig, das zu sagen, jetzt kann ich mit uns abschließen und werde sie nicht weiter mit dem Thema belästigen.
Ich bin mir verhältnismäßig sicher, dass mein gesamtes Verhalten der letzten beiden Wochen eher kontraproduktiv war, wenn ich sie wiederhaben will.
Aber ich bin mir ebenso sicher, dass wir einfach perfekt zusammenpassen. Wir schwimmen so sehr auf einer Wellenlänge, was alles außer den Musikgeschmack beinhaltet, dass es fast schon gruselig ist.
Und dass sie nur ein bisschen Zeit braucht, um ihre Gefühle wieder zu entdecken.
Jetzt habe ich folgende Probleme:
1. Ich vermisse sie sooooo furchtbar. Es fühlt sich alles sooooooo leer an ohne sie....
( habt ihr bestimmt noch nie gelesen hier nach einer Trennung, oder?
2. Ich würd mich jetzt gern cool ausspielen und mein"normales", toughes Ich wieder rausholen. Ist aber schwer, wenn man sich wie [1.] fühlt.
3. Der Klassiker Kontaktsperre ist nicht drin. Wir spielen zusammen WoW UND ich hab ihr auch in der E-Mail geschrieben, dass das Furchtbarste wäre, sie gar nicht in meinem Leben zu haben.
Mein Plan sieht wie folgt aus:
Ich mach mein Leben jetzt ordentlich weiter. Stürz mich voll in die Arbeit, regel meinen ganzen Shice. Nehme noch ein bisschen ab.
Alles bis dahin "leicht".
Jetzt kommt der schwierige Teil. Das richtige Maß zwischen Distanz und Kontakt zu finden. Ihr, ohne es auszusprechen zu signalisieren: Ich bin nicht für eine Freundschaft zu haben. Zusammen zocken, ja, Smalltalk auch. Aber wenn Du "echten" Kontakt zu mir haben willst, dann gibt's nur das ganze Paket.
Und wie lasse ich sie herausfinden, ob sie mich nicht vielleicht doch vermissen kann, wenn wir uns doch fast täglich immerhin Banalitäten schreiben?
An dieser Stelle auch nochmal was, was mir Hoffnung gemacht hatte: Als ich jetzt von der Mutti wieder kam, schrieb sie mich sofort an und fragte, wie es war.
Dabei war abgemacht, dass ich bestimme, wie wir in Zukunft miteinander umgehen und mich melde. Also hat sie doch auch in der Tagen vermisst, zu wissen, wie's mir geht.
Ich kann halt grad ihr Verhalten nicht beurteilen. Ist das wirklich alles nur: Du bist mir wichtig, als guter Freund. Oder steckt da noch mehr dahinter?
Seht ihr da mit ein bisschen Abstand und Geduld noch eine Chance?
Weil ich bin eigentlich wirklich, das was sie braucht. Ein fürsorglicher, lieber Mann.
Ich hab nur Angst, dass in ihrem Kopf das Bild von der schlaffen Nudel eingebrannt ist, die ich die letzten Monate war und der Typ, in den sie sich verliebt hat, keine Chance mehr hat.
So. Ich hoffe, das ist alles nicht zu verworren geschrieben, danke für's lesen, ist ja doch ne Menge geworden.
Bin gespannt, was ihr so sagt und wenn noch Fragen sind, versuche ich gern sie zu beantworten.
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