Hey Jungens,
Oh man Alex, lass Dich doch von mir nicht runter ziehen.
Ich hab ja die Story von meiner Oma zum Besten gegeben, weil ich sie schön fand. Hoffnung ist ein gutes Wort. Hoffnung ist ein gutes Gefühl. Wir dürfen uns nur nicht dran klammern, dann wird nämlich Krampf draus. Und das ist doof. Ich weiß, den Grat zu finden zwischen positiver Hoffnung und Klammerei, das ist schwer. Aber ich seh das ganz locker. Ich lass es einfach auf mich zu kommen und hoffe. Entweder ist die Hoffnung irgendwann weg, oder das Mädchen wieder in meinem Arm. Auf biegen und brechen aufhören zu hoffen, das kann ich nicht. Dabei würd ich mich nur verkrampfen. Es ist wie mit der Trauer und der Wut. Ich lass sie einfach fließen. Entweder sie versiegt oder sie stärkt mich.
Ja, Ben. Was soll ich sagen? Du hast ja recht. Und ganz tief in meinem Herzen möchte ich das auch glauben. Ich schrieb ja "ich will so nicht denken". Aber es überfällt mich halt.
Türlich hab ich aus den Beziehungen gelernt, mich entwickelt. Aber ich hab's satt. Ich hab grad einfach die Schnauze voll davon.
Kann sein, dass das Leben mir damit was sagen will... Ich hab nur wirklich keine Ahnung was.
Zitat:Soll heißen, das wir uns erst völlig selbst Lieben müssen, die reine Liebe sein müssen, um den überschuss an den Partner völlig frei von Erwartungen verschenken können. Es wird nicht mehr nötig sein, den Gedanken zu Pflegen, das man einen Partner "braucht", den das tun wir dann nicht mehr. Wir entscheiden uns aus völlig freien Stücken, aus dem uns gegebenen freien Willen dazu, den Weg des Lebens mit einem anderen Menschen zu gehen ohne dafür eine gegenleistung zu erwarten oder zu brauchen...
Ich kann nicht sagen, ob und wie sehr ich mich selbst liebe... Kann ich nicht so richtig beurteilen.
Aber so wie ich jetzt hier sitze, bin ich ja zufrieden. Wenn es meine Ex nicht geben würde (und den Gedanken daran, wie perfekt wir zusammen passen), dann wäre ich nicht hier im Forum. Ich wäre einfach ein glücklicher Single-Mann in hoffnungsvoller Erwartung, was das Leben für ihn bereit hält. So war ich auch vor der Beziehung mit meiner Ex. Dann kam sie und mein Leben sprang von toll auf megastark.
Und in der Beziehung habe ich einfach gegeben. Ich habe ihr alles an Liebe, was ich hatte einfach geschenkt. Sicherlich, auch falsch, weil einfach hemmungslos und unreflektiert. Aber ohne Erwartung. Ohne eine Gegenleistung zu fordern. Beziehungsweise, ich habe erwartet, dass sie sich gut fühlt und als Gegenleistung Ehrlichkeit gefordert. Dass sie mit mir glücklich ist. Ich war von vorneherein glücklich und sie war dann der Jackpot oben drauf.
Ihr wisst ja, lieber reich und gesund als arm und krank.
Wenn wir uns wenigstens über das Fernsehprogramm gestritten hätten. Oder verschiedene Arten der Freizeitgestaltung vorziehen würden, oder unterschiedliche Lebensziele hätten, oder uns auch nur EIN mal gestritten hätten...
Aber so... So muss ich eine Frau ziehen lassen, die es verdient hat, bedingungslos geliebt zu werden. Die es verdient hat, mit Respekt und Rücksicht behandelt zu werden. Genau die Dinge, die ich getan habe.
Die schönste Frau, die ich je gesehen habe. Mit dem größten Herzen, das ich je erlebt habe. Die über meine Witze lachen konnte und mir wenigstens ein Stück weit ihr Herz öffnen konnte. Nach all dem schei., den sie erlebt hat.
Diese Frau, an der ich keinen Makel, außer einem verdammt miesen Selbstwert, entdecken konnte, die muss ich jetzt gehen lassen.
Und warum? Weil ich es kann! Weil ich hier, nicht mal einen Monat nach der Trennung sitzen kann und mich wohlfühle. Es geht mir wirklich prima.
Nur die Zukunftsangst, die schleicht sich zwischendurch von hinten an mich ran und beißt mir in den Nacken.
Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben. Ich würd mich lediglich über das Sahnehäubchen freuen. Und es wäre eine geduldige, aufregende Art der Vorfreude. Wüsst ich nicht, dass es SIE gibt. Aber auch das wird vergehen, das weiß ich. Ich denke, nicht lange nach dem Urlaub wird das vorbei sein. Da werden die Gedanken an sie ein Schatten sein. Und vielleicht werde ich sie irgendwann sehen und genauso wie über meine Ex-Frau denken: "Schau Dir an, wie toll und lebensfroh sie geworden ist. Was für ein glücklicher Mensch das geworden ist." Und ich kann stolz sein, weil es mein Einfluss war, der sie dazu gebracht hat. Umzudenken und was für sich zu tun.
Aber jetzt, jetzt hock ich hier und suche nach dem Sinn. Es ist ehrlich gesagt, ein erhabenes Gefühl, einen derartigen Einfluss auf Menschen zu haben, die man liebt. Grenzt schon fast an Selbstbeweihräucherung. Und ich versuche weiterhin auf das Leben zu vertrauen. Abzuwarten, zum dritten mal "JACKPOT" rufen zu dürfen und zu hoffen, dass ich ihn diesmal behalten darf.
Die Liebe ist es, die mich weitermachen lässt. Das Urvertrauen darauf, dass sich alles zum Guten wendet. Aber heute - trotz meinem positiven Grundempfindens für meine Situation, für mich - fühlt es sich einfach irgendwie leer und sinnlos an. Und ich weiß, morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Und wenn die Sonne wieder scheint, dann wird sie umso heller strahlen. Nicht zuletzt, weil ich mich hier einfach wüst auskotzen darf. Das ist schon immer die halbe Miete.
Scheint am Tag zu liegen. Hab ja auch Deinen kleinen "Meltdown" von vorhin lesen dürfen Ben.

Bin mal gespannt, wie's dem Eddi heut so ging, hoffentlich besser als uns.
Danke für Euren Beistand,
Liebe Greetz,
Fin