Zitat von Linnea43:Vermutlich. Dann hätte er aber ja Deutsch geübt

Ja, hat tatsächlich vermutlich was mit den unerwiderten Gefühlen zu tun. Hab schlechte Laune, ...
Ja, genau das meine ich seit einigen Tagen.
Es ist spürbar, dass du schlechte Laune hast. Und die ist ja auch total verständlich. Du bist traurig und verletzt.
Das darfst du alles sein und es ist auch gut, dass endlich mal auszusprechen.
Gemein finde ich, wenn du genau das nicht tust und auf einmal anfängst ihn hier in so einem schlechten Licht darzustellen. Vor vier Tagen warst du noch verliebt und er der Mann der Kuchen backt und mit dem du einiges unternommen hast die letzten Monate. Und dann von einem Moment auf den anderen lässt du zu, dass hier im Netz über genau diesen Mann (teils vorurteilsbehaftet und ausländerfeindlich, da stimme ich @Jane_1 absolut zu und bin froh, dass du es so konkret benannt hast!) hergezogen wird. Ich finde das nicht nur gemein, sondern vor allem überhaupt nicht zielführend. Denn erfahrungsgemäß fühlt sich davon niemand besser.
Um nochmal ein paar Dinge zu benennen:
1. DU hast entschieden, ihm eine Miete in niedriger Höhe anzubieten. Das war deine Entscheidung. Weder hat er da jetzt irgendeine Bringschuld, noch zeigt sein Verhalten mangelnde Dankbarkeit, noch muss er dir jetzt beweisen, dass er an anderen Stellen spart. Da überschreitest du einfach deine Rechte als Vermieterin, die du nun einmal bist, wenn du ihn da, und sei es nur in deinem Kopf, so kontrollierst. Wieviel er arbeitet, ausgibt, spart oder sonstwas, geht dich nichts an. Klar, kann es ihn unsympathisch machen. Aber auch hier findet wieder mehr in deinem Kopf statt, als du wahrscheinlich über ihn weißt. Deshalb ist eine Wertung seiner Person insbesondere dann, wenn du diese in Zusammenhang mit dir und deiner niedrigen Miete setzt direkt nach der erfahrenen Kränkung, einfach nicht angemessen. Er schuldet dir nichts, sondern du solltest lieber darüber nachdenken, ob du nicht vielleicht über deine eigenen Grenzen gegangen bist, als du ihm diese Miete angeboten hast, warum das so war und wieso du damit eine Erwartung verknüpft hast.
2. Die Sprüche die er zwischendurch macht. Zum einen finde ich die teils harmlos. Aber gut. Um mich geht es ja nicht. Was ich aber sehe ist, dass ich z.b. die Sprüche komplett anders einordnen würde. Nämlich als Motivation für dich und deinen Sport oder deine Aktivitäten und nicht als Kritik. Es kann auch einfach an der Sprache oder dem denn doch mangelnden Kennen liegen, dass du sie als Kritik empfunden hast. Bzw jetzt empfindest, denn ich bin mir nicht sicher, ob du die Kritik schon zum Zeitpunkt, als er die Dinge sagte, rausgehört hast, oder erst seit der Kränkung der letzten Tage...?
3. Das Treffen mit seinen Freunden. Auch hier wertest du wieder ohne offenbar konkret viel zu wissen. Oder weißt du, wie sehr er sich seit 2 Jahren nach diesen Menschen gesehnt hat? Wie einsam er sich manchmal hier in Dt. fühlt? Wie schwierig es für die Truppe war, einen geeigneten Termin zu finden? Ob er gesagt hat, dass er eigentlich nicht kann und am Ende trotzdem nur dieses Wochenende in Frage kam und es eben nicht in seiner Hand lag es zu verschieben? Ob er mit der Schule gesprochen hat und freigestellt wurde oder irgendwas nacharbeiten wird?
Wenn du das alles weißt, warum schreibst du dann nicht genauso transparent darüber, wie du hier die ganzen anderen Details seines Lebens bereit bist auszubreiten?
Ich finde es toll, dass du dich für Flüchtlinge so einsetzt. Aber lass nicht zu, dass deine aktuelle Verfassung, dein Kummer und deine eigene Einsamkeit ihn jetzt zur Zielscheibe werden lässt. Menschlichkeit findet nicht nur dort statt, wo wir uns um Opfer kümmern, sondern auch im kleinen Rahmen. Wo wir z.b. anerkennen, dass Erwartungen und Hoffnungen nicht immer erfüllt werden, dies den anderen aber nicht zu einem schlechteren Menschen macht.