Zitat von Dattel:Neue Zeiten erfordern neue Regeln.
Das lässt sich schwer bestreiten.
Wenn ich mir die neuen Regeln und vor allem auch die hiesigen Werte so anschaue, hege ich allerdings große Zweifel daran, dass diese unbedingt besser sind.
Denn neu heißt nicht automatisch besser und viele Werte, Traditionen aber auch Konzepte haben sich bewährt und heute noch Gültigkeit,
Nicht nur beim Thema Liebe, dies gilt auch für andere Lebensbereiche, weswegen auch die Philosophie zeitlos ist.
Noch heute lesen Manager in Asien das Werk von Sunzi und hier in Europa hat ebenfalls mancher Politiker "seinen Macchiavelli" gelesen. Und das gute alte "divide et impera" funktioniert nach wie vor hervorragend, schaut man sich in der Welt um.
Man kann also nicht pauschal sagen das Altes irgendwann zwangsläufig seine Berechtigung verlieren muss. Im Gegenteil denn in der Moderne sehe ich nicht viel Substantielles, was die nächsten 1000 Jahre überdauern wird.
Aber um mal wieder den Bogen zurückzuschlagen:
Ich glaube Liebe ist sogar eine der Grundkonstanten im Universum. Das wird sich niemals ändern, nur die Menschen und die Zeiten, die immer schnelllebiger werden.
Wer tut sich denn heute noch einen anderen Menschen wirklich an? Die meisten sind doch beim kleinsten Problem weg.
Und warum auch nicht?
Man kann sich doch das nächste Abenteuer oder die nächste 3 Wochen Love Story einfach ertindern. Daumen hoch/Daumen runter, womit wir wieder bei den guten alten Zeiten sind und im Kolosseum angelangt sind.
Diese Oberflächlichkeit der Menschen ändert aus meiner Sicht aber nichts an der grundsätzlichen Wertigkeit der Liebe oder der menschlichen Werte. Die bleiben, wenigstens aus meiner Sicht, immer dieselben.
Meinetwegen kann sich die ganze Gesellschaft so oft wandeln wie sie möchte und noch an Tempo zulegen. Ich bleibe trotzdem bei meiner Auffassung. Nicht weil ich mich für moralisch überlegen halte, sondern weil ich daran glaube.
Das sie antiquiert wirken oder ich dafür bemitleidet bzw, belächelt werde, ist in Ordnung für mich.
Eine Zeit lang hatte ich starke Zweifel an meinem Konzept. Dann hat mir ein Freund von der Liebe zu seiner verstorbenen Frau erzählt, die er bis in den Tod gepflegt hat.
Der hat mir gesagt, ich soll niemals zweifeln. Denn viele die einen auslachen oder nicht verstehen, die können es vielleicht gar nicht. Weil sie einfach noch nicht die richtige Person getroffen haben und die wahre Liebe überhaupt nicht kennen.
Das hat mir eingeleuchtet und seitdem habe ich eigene Beobachtungen angestellt, die mich dann letzen Endes zu meinen Ansichten gebracht haben.
Und im letzten Jahr hatte ich dann dieses Gespräch, wo es eigentlich um Theologie im weitesten Sinne ging. Da ist der Groschen dann endgültig gefallen.
Vielleicht irre ich mich damit auch, dass kann sein. Aber es fühlt sich für mich sehr richtig an.