annica89
Gast
ich bin 29, mein Mann ist 37. wir sind seit 5 Jahren zusammen, davon 2 1/2 Jahre verheiratet. Wir haben 1 gemeinsames Kind (2) und ich habe eines mit in die Beziehung gebracht (7).
Unsere Tochter (2) war ein schreibaby und damit fing alles an. Wir hatten dadurch eine extrem harte Zeit. Gleichzeitig wurde das Verhältnis zwischen meinem Sohn und meinem Mann schlechter (war vorher super) und der leibliche Vater meines Sohnes hat sich ihm entzogen. Kam also als Belastung für uns alle Biene drauf. Ich entwickelte dann ein Jahr nach der Geburt eine depressive Episode, weshalb ich in einer Tagesklinik war. Mein Mann hat sich um alles und jeden gekümmert, nur um sich selbst gar nicht mehr. Ende letzten Jahres sagte er mir dann dass er so nicht mehr weitermachen könne. Ich habe dann die Wendung geschafft und seit Anfang des Jahres geht es mir psychisch wieder deutlich besser. Plötzlich jedoch fing er an distanziert und emotionslos zu werden. Er sagte, es liege an der harten Zeit, er benötige Zeit, dann wird es besser. Ich habe das nicht verstanden, habe sicher oft deshalb genervt. Es gab immer mehr Streit und wir entschieden uns Anfang März für eine Paartherapie. Dort stelle die Dame fest, dass mein Mann emotional einfach ausgelaugt ist und erstmal wieder zu sich kommen muss. Ich sollte irgendwie mit dieser Kälte, die da war, auskommen. Der Streit wurde aber nicht weniger, im Gegenteil. In den letzten 2,3 Monaten hatten wir dann innerhalb von ca 6-8 Wochen 4x so einen eskalativen Streit dass wir uns trennen wollten, weil wir nicht mehr konnnten. Wir fanden aber jedes Mal wieder zusammen.
Nun ist es so, dass mein Mann sagt, dass seine Kälte, die vorher an seiner emotionalen labilität lag, nun aufgrund von Gefühlsverlust entsteht.
Er sagt, durch die letzten extremen Streits sind seine Gefühle auf ein Minimum heruntergefahren. Wenn ich ihn frage, ob da denn noch liebe ist, sagt er, er wisse es momentan nicht, er denkt aber, dass alles wiederkommen kann, wenn endlich Ruhe einkehrt und kein Streit mehr ist. In der Therapie sagt er das Selbe. Sie sagt, wir sollen durchhalten, es muss halt nur irgendwann auch bei ihm wiederkommen.
Ich bin einfach so tief traurig. Zu wissen, dass einen der Partner nicht mehr, oder nicht mehr richtig, liebt, das ist grausam. Ich weiß momentan nicht wie ich diesen Zustand aushalten soll. We nimmt mich zwar in den Arm, küsst mich auch mal, aber alles sehr distanziert und man spürt kaum ein Gefühl. Miteinander schlafen tun wir ca alle 2-3 Wochen, meist mache ich dabei den ersten Schritt. Ich mag ihn Shin gar nicht mehr in den Arm nehmen, weil ich mir zum einen denke, dass ich um liebe bettle, wo er es doch nicht braucht momentan (so sagt er auch, er brauche keine Nähe momentan) und außerdem habe ich Angst ihm Druck zu machen, denn das war das eigentliche Thema womit alles in diesem Jahr begann: er fühlte sich unter Druck von mir dass er nun dieses und jenes fühlen müsse, mehr liebe zeigen müsse, das aber nicht könne, weil er so ausgelaugt sei. Nun sind es wirklich seine Gefühle, die runtergefahren sind.
Was soll ich nur tun? Abwarten? Räumliche Trennung? Komplette Trennung? Hätten wir keine 2 Kinder hätte ich mich getrennt, weil es für mich emotional so schrecklich ist.