Hallo zusammen,
ich möchte euch hier mal ein „kurzes“ Update geben wollen, wie es letztlich nach unserer letzten Konversation via WhatsApp am 13.10.2026 noch weitergegangen ist und Euch den weiteren Verlauf hierzu schildern:
Die erste Aussprache (21. Oktober):
Nach 9 Tagen Funkstille nach ihrem besagten Cut per WhatsApp habe ich mich nach langem Hin- und Herüberlegen – und natürlich auch bestärkt durch die verschiedenen Meinungen und Ratschläge hier im Forum – dann doch noch dazu durchgerungen, sie erneut per WhatsApp zu kontaktieren. Ich schrieb ihr kurz gegen 17:15 Uhr, dass ich ihr die restlichen Wachsachen vorbeibringen wolle, und fragte, ob wir kurz reden könnten. Sie antwortete innerhalb von einer Minute und schrieb mir direkt, dass ich gerne vorbeikommen könne, wenn mir das wichtig sei. Sie erwähnte zwar noch kurz, dass sie gleich eigentlich noch zum Training (Tanzen) müsse, hielt sich das Ganze aber flexibel.
Gegen 18:00 Uhr war ich bei ihr. Bevor wir überhaupt in die tieferen Themen eingestiegen sind, gab es erst einmal ein ganz normales, lockeres Gespräch. Wir haben uns gegenseitig gefragt, wie die jeweilige Woche des anderen war. Sie fragte mich interessiert nach meinem Probearbeiten und wie es gelaufen sei, worauf ich ihr entgegnete, dass es sehr gut war, man sich dort aber noch andere Kandidaten anschaue. Sie erzählte mir von ihrem aktuellen, massiven Stress auf der Arbeit im Jugendamt, da eine Kollegin gekündigt hatte (was sie schon an unserem letzten gemeinsamen Freitag im Restaurant erwähnt hatte) und nun eine weitere Kollegin wegen eines privaten Krankheitsfalls in der Familie längerfristig ausfällt.
· Das Gespräch und ihre Beispiele:
Ging nach diesem vertrauten Einstieg in einen sehr tiefen Dialog über und dauerte insgesamt rund zwei Stunden (bis ca. 20:15 Uhr). Uns ist die Zeit dabei gar nicht wirklich aufgefallen. Sie hatte ihre Trainingszeit für 19:00 Uhr einfach verstreichen lassen und meinte nur, das sei überhaupt nicht schlimm, sie könne da auch einfach später noch dazu stoßen. Sie spiegelte mir in ehrlichen, reflektierten Worten die Situationen wider, in denen sie sich missverstanden oder nicht richtig ernst genommen gefühlt hatte. Sie nannte mir hierbei ungeschminkt ein paar Beispiele, die ihr wichtig waren:
o Das essentielle Thema Schlaf:
Sie sprach offen an, wie wichtig ihr ihr Schlaf ist. Sie betonte ausdrücklich, dass sie genau wisse, dass ich bei meinen Formulierungen (z. B. auf der Couch liegen zu bleiben oder der Vorschlag, später mit ins Bett zu kommen) niemals böswillige oder vorwurfsvolle Absichten hatte. Sie wisse, dass ich auf empathische und verständnisvolle Weise versucht habe, Lösungen zu finden. Doch meine Beschwichtigungen und Vorschläge wie „Hey, es ist doch alles gut, sonst gehen wir einfach direkt zusammen ins Bett oder ich fahre früher nach Hause“ haben etwas in ihr ausgelöst. Auch mein Einwand, dass ich es vollkommen verstehen kann, wenn sie erst einmal weiterhin alleine schlafen möchte, man die Sache sukzessive angeht und es für mich völlig okay ist, wenn ich dann nach Hause fahre und wir vorerst nicht beieinander übernachten, kam bei ihr speziell an. Sie nahm dieses lösungsorientierte Vorgehen so wahr, als hätte ich einfach versucht, im Alleingang ein Problem für uns beide zu lösen und eine Lösung zu kreieren, ohne sie überhaupt einzubeziehen. Es fühlte sich für sie nicht nach einer gemeinsamen Kommunikation oder einem gemeinsamen Bestreben an. Ihr fehlte in diesen Momenten schlicht die ganz direkte, einfache Frage an sie als Mensch: „Wie geht es dir eigentlich mit diesem Thema Schlaf, was empfindest und fühlst du dabei?“ Sie hätte sich gewünscht, dass ich ihr genau diese Frage stelle, statt direkt lösungsorientiert die Angst wegbeschwichtigen zu wollen.
Als sie mir sagte, dass ich sie doch einfach mal direkt hätte fragen können, wie es ihr damit geht, musste ich in diesem Moment leicht schmunzeln – absolut nicht im Bösen, sondern aus der reinen Erkenntnis heraus. Ich habe ihr auf diese Rückreflexion direkt offen entgegnet, dass ich das absolut verstehen kann und sie vollkommen recht hat. Ich habe ihr gesagt, dass mir genau das in meiner tieferen Reflexion und meinen Überlegungen während der 9 Tage Funkstille auch schon bewusst geworden war. Ich wollte ihr unbedingt mitteilen, dass es mir unfassbar leidtue und ich dieses Thema und ihre damit verbundenen Bedürfnisse jetzt in seiner gesamten Tiefe wirklich verstanden habe. Ich habe ihr gegenüber reflektiert, dass mein Verhalten in diesen Momenten emotional sehr taub von mir war.
o Das Beispiel in der Therme:
Als sie in meinem Arm einschlief, hatte ich sie freundlich-neckend mit den Worten „Hey, nicht schlafen“ geweckt. Sie erzählte das mit einem Lachen und meinte, was mir Besseres passieren könne, als dass eine Frau in meinen Armen einschläft – ich hätte sie in dem Moment einfach schlafen lassen sollen. Direkt im Nachgang schob sie jedoch selbst reflektiert hinterher, dass sie wisse, dass dieses Beispiel im Grunde auch vollkommen schwachsinnig und übertrieben sei und überhaupt kein Grund, die Sache jetzt so zu hochzubauschen, aber es ihr in genau diesem Moment einfach irgendwie wichtig gewesen wäre.
o Die Situation an meinem Geburtstag:
Sie war tagsüber noch auf einem privaten Termin (Babypinkeln). Sie hätte sich gewünscht, dass der Tag abends neben meinem Fußballspiel vielleicht noch ein bisschen mehr mit einem Restaurantbesuch durchgetaktet gewesen wäre, um alles perfekt passend zu machen. Ich war vorab bei meiner Familie eingeladen, was ich auch so kommuniziert hatte. Wir trafen uns dann abends bei mir, gingen spazieren, aßen ein Eis und machten es uns mit einem Glas Weißwein auf der Couch gemütlich. Ich fragte sie dann verliebt-neckend, ob ich mir was wünschen dürfe, und bat um eine kleine Mass.. Sie massierte mich daraufhin eine Dreiviertelstunde lang, obwohl sie sich insgeheim wünschte, ich hätte nach 10 Minuten gesagt „Hör mal auf“. Ich war dabei halb eingeschlafen, sie hatte danach erneut wohl Handgelenksschmerzen in der rechten Hand (das hatte sie mir mal bereits beim Kennenlernen erzählt, dass sie die hier und da immer mal wieder gehabt hätte), was sie in dem Moment aber nicht kommunizierte. Ich hatte diese Situation als solche aufgrund meiner Müdigkeit und auf dem Bauch liegend gar nicht so realisiert. Trotzdem kuschelten wir danach noch und es kam noch zu intensiven Küssen und auch hier leidenschaftlichem Sex.
Sie erklärte mir generell, dass sie nach 2–3 Wochen bei der einen oder anderen Kleinigkeit hier und da gegrübelt habe, ob sie es ansprechen soll oder lieber nicht, um am Ende nicht als die „Oberzicke“ dazustehen. Ich entgegnete ihr daraufhin leicht schmunzelnd wie lachend, dass sie das besser einmal getan hätte, ich wollte ja auch letztlich nicht als teils manchmal holzkopfiger Elefant auftrumpfen.
· Mein "Liebesgeständnis" & Meine Reflexion:
Nach ihren Beispielen habe ich mein Herz komplett vor ihr auf den Tisch gelegt. Ich erklärte ihr meine eigene Situation: Durch meine aktuelle berufliche Umbruch- und Konsolidierungsphase stand ich in letzter Zeit selbst oft unter Strom und war gedanklich manchmal wie auf „Autopilot“. Ich betonte, dass das absolut keine Entschuldigung oder Rechtfertigung für mein Verhalten sein soll, aber es vielleicht verständlicher macht, warum mir hier und da die nötige Feinfühligkeit gefehlt hat, obwohl ich es nie böse gemeint oder mir schlicht keine Gedanken gemacht habe.
Ich gestand ihr auch meine innerliche Verunsicherung: Weil sie so eine absolute Wahnsinnsfrau ist, hatte ich diese Verunsicherung – ob bewusst oder unbewusst – an manchen Stellen mit einer lockeren Art zu überspielen versucht. Verunsicherung aber im absolut positiven Sinne, weil sie mich einfach so umgehauen hat. Ich sagte ihr ganz offen und ehrlich, dass ich seit meiner letzten Beziehung vor zwei Jahren keine Frau mehr kennengelernt habe, die mich so tief berührt und umgehauen hat. Und dann habe ich es einfach ausgesprochen: „Ja Jana - Ich bin ehrlich, ich habe mich in dich verliebt.“
Ich erklärte ihr, dass ich – auch wenn „Kämpfen“ in diesem Kontext ein schwieriges Wort ist – um uns kämpfen und ihr zeigen möchte, dass sie mir unheimlich wichtig geworden ist. Ich schätze ihre Nähe und Wärme wahnsinnig, fühle mich bei ihr geborgen und wollte sie einfach nicht kampflos ziehen lassen. Ich wusste einfach: Wenn ich diese Dinge jetzt nicht anspreche, würde ich mir ewig Vorwürfe machen und mich für das „Was wäre gewesen, wenn?“ mein Leben lang verfluchen. Auch hierauf entgegnete sie nicht abweisend, mit physischen Rückzug oder in irgendeiner negativen Art, im Gegenteil: Sie lächelte mich an, musste in diesem Moment wohl eine kleine Träne unterdrücken, ließ weiterhin meine Hand auf ihrem Schoß zu und dankte mir für diese ehrlichen Worte.
· Das Thema Blumen & Ihre Reaktion:
Sie sprach daraufhin von sich aus die Blumen an (von dem Sonntag vor dem Cut): Sie entschuldigte sich bei dieser Aussprache noch einmal aufrichtig dafür, dass sie sich an dem Sonntag über den Blumenstrauß nicht wirklich freuen konnte, da es ihr rückblickend sehr leidtat. Sie erklärte mir, dass sie sich eigentlich wahnsinnig darüber gefreut hätte, es in dem Moment aber nicht zeigen konnte, weil sie das Gefühl hatte, ich täte das nur, um mein Gewissen reinzuwaschen. Dann offenbarte sie mir, dass sie im Grunde genommen eigentlich noch nie zuvor in ihrem Leben von einem Mann Blumen geschenkt bekommen habe und dass es für sie eine wahnsinnig schöne Aktion gewesen sei, die sie im Grunde extrem geschätzt hat. Sie betonte, dass sie sich über solche kleinen Gesten, wenn sie ohne vorherige negative Aktion kommen, einfach sehr freut.
Sie war mir sehr dankbar dafür, dass ich ihre tiefere Kränkung verstanden habe. Ich konnte ihr spiegeln, dass ich bei der Oktoberfest-Aktion und dem Telefonat am Sonntagabend durch mein bloßes Rechtfertigen und Entschuldigen unbewusst meine Person und meine Bedürfnisse über ihre gestellt habe. Dass ich das erkannt und diese Kränkung dahinter begriffen habe, fand sie einfach wunderschön und war sichtlich dankbar für diese reflektierten Worte.
· Ihre Erkenntnis über ihre Gefühle:
Nach der Nennung all dieser Beispiele und meiner Selbstreflexion erklärte sie mir ganz offen, wie es in ihr aussieht: Es sei am Ende einfach eine summierte Kleinigkeit gewesen, die dazu geführt habe, dass sich ihre Gefühle nicht weiterentwickeln konnten. Sie habe das Gefühl gehabt, dass diese Gefühle stagnieren - und genau diese kontinuierliche Weiterentwicklung brauche sie aber im Grunde, um sich voll und ganz auf einen Mann einlassen zu können.
Sie sagte auch, dass sie aktuell selbst nicht wisse, ob der Zug nun final abgefahren sei und ob es für eine weitere Annäherung noch reiche. Sie könne ausdrücklich nur für das Hier und Jetzt sprechen. Sie wisse schlichtweg nicht, was die Zukunft bringt oder wie sie irgendwann später noch einmal darüber denkt, aber zurzeit empfinde sie es eben so, dass diese Summierung ihre Gefühle blockiert und zum Stagnieren gebracht hat.
· Die Annäherung:
Das Treffen war meines Erachtens nach von großer Wärme, Harmonie und intensiver körperlicher Nähe geprägt. Sie saß nicht entfernt von mir, sondern eigentlich direkt neben mir. Nach kurzer Zeit ließ sie meine Hand auf ihrem Schoß zu – und das auch mehr oder weniger fast das komplette Gespräch über. Zudem ließ sie eine intensive Stirn-an-Stirn-Aktion zu und lag für eine gewisse Zeit kurzzeitig wieder in meinen Armen, wobei ich ihr leicht über den Kopf gestreichelt habe.
Als ich bei der intensiven Stirn-an-Stirn-Aktion für einen kurzen Moment überlegte, sie zu küssen, lehnte sie dies freundlich, dezent aber bestimmt ab und sagte mir, dass sie aktuell nicht geküsst werden möchte. Ich habe das in diesem Moment natürlich vollkommen verstanden und ihr direkt gesagt, dass das okay ist und es gerade vielleicht einfach nicht der passende Zeitpunkt war. Uns beiden war klar, dass dieser Kussversuch etwas sehr vorschnell von mir gewesen war. Ich habe logischerweise sofort davon abgelassen und ihre Grenze augenblicklich respektiert und akzeptiert.
(Anmerkung für mich im Nachhinein:
Wenn eine Frau sich extra so viel Zeit nimmt, das Training sausen lässt und so viel Nähe zulässt, statt nach einer Dreiviertelstunde abzublocken, war das für mich das augenscheinlich sicherste Anzeichen, dass dieses Gespräch von echter Wärme geprägt war.)
· Der Abschied am 21.10.:
Wir standen zum Schluss gefühlt eine halbe Minute lang umarmt im Flur. Ich habe ihr noch einen Kuss auf die Stirn gegeben, den sie auch zugelassen hat. Sie wünschte mir noch einen schönen Abend und eine gute Heimfahrt, ich ihr ebenfalls. Danach bin ich nach Hause gefahren. Wir vereinbarten nichts Weiteres und hörten danach eine Woche lang nichts voneinander.
Der Knackpunkt & Die zweite Aussprache (30. Oktober – Letzter Freitag):
Nach diesem so warmen und von körperlicher Nähe geprägten Treffen am 21. Oktober vergingen die Tage, ohne dass wir auch nur ein Wort voneinander hörten. Ich wollte ganz bewusst zunächst nicht die Initiative ergreifen. Ich wollte ihr durch mein Schweigen signalisieren: „Hey, ich habe dein Bedürfnis nach Abstand und Freiraum verstanden und respektiere es durch meine Tat.“
Doch je mehr Zeit verstrich, desto unruhiger wurde ich. Da wir nach unserer so herzlichen Aussprache absolut nichts über das weitere Vorgehen vereinbart hatten und von ihrer Seite gar nichts mehr kam, hat mich das totale Schweigen emotional extrem verunsichert. In meinem Kopf blieben quälende Fragen offen. Nach der Rücksprache mit einem sehr guten Freund, der mir ebenfalls dazu riet, die Sache noch einmal kurz anzusprechen, damit am Ende einfach jeder Klarheit hat und weiß, wo er steht, fasste ich den Entschluss. Genau eine Woche später, am 28. Oktober, kontaktierte ich sie erneut per WhatsApp für ein kurzes interimistisches Gespräch.
Sie war zu dem Zeitpunkt auf einer beruflichen Fortbildung und reagierte in ihren Nachrichten leicht genervt. Sie fragte direkt nach, was für weitere Fragen es denn da jetzt überhaupt noch zu klären gäbe. Sie stellte in der Nachricht klar, dass sie nicht vorhabe, jede Woche irgendwelche noch neuen Fragen beantworten zu wollen, die möglicherweise offen geblieben sind. Sie schrieb, dass sie sich schließlich in der Vorwoche extra die Zeit genommen und mir das alles in aller Ausführlichkeit erklärt habe.
Interessant war aber, was sie noch dazu schrieb: Sie merkte an, dass sie zu dem Zeitpunkt, als ich mich am 21. Oktober wegen der Sachen gemeldet und nach einem kurzen Gespräch gefragt hatte, selbst noch vollkommen der Meinung gewesen sei, dass sie mir da vielleicht noch ein Gespräch schuldig gewesen wäre. Nun sei aber alles gesagt. Zudem war sie sich unsicher, ob sie ein Treffen in dieser Woche oder am Wochenende zeitlich überhaupt schaffen würde.
Als sie am Freitag schließlich auf dem Rückweg von dieser Fortbildung war, schrieb sie mir kurz per WhatsApp, dass ich sie jetzt gerne anrufen könne, da sie nun im Auto säße. Ich habe sie dann jedoch kurz angemotzt angerufen, war zu dem Zeitpunkt selbst noch unterwegs und teilte ihr am Telefon mit, dass es nach weiteren Überlegungen letztlich doch besser sei, meine noch offenen Fragen persönlich zu stellen. Daraufhin überlegte sie kurz, stimmte einer nochmaligen persönlichen Aussprache aber schließlich zu. Sie meinte, dass sie wahrscheinlich gegen 15:30 Uhr zu Hause sein würde. Ich stellte daraufhin 16:00 Uhr in den Raum und betonte direkt, dass wir das auch gerne an einem ganz anderen Tag machen könnten, falls ihr ein anderer Zeitpunkt besser passe. Sie überlegte kurz und willigte dann für ein Treffen um 16:00 Uhr ein.
· Das Treffen im Wohnzimmer:
Lief völlig anders an als das erste. Sie war von einer bewussten, rationalen Unterkühlung und Distanz geprägt. Direkt zu Beginn des Gesprächs spiegelte sie mir reflektiert wider, dass ich an dieser Stelle ja schon wieder ihr Bedürfnis nach Ruhe nach einer so anstrengenden Woche missachtet und nicht respektiert hätte. Sie hätte diesem Treffen jetzt im Grunde genommen nur zugestimmt, um mein Bedürfnis zu befriedigen und mir einen Gefallen zu tun – und damit hätte ich im Grunde direkt wieder ihr eigenes Bedürfnis nach Abstand übergangen.
Ich stimmte ihr in diesem Moment direkt zu, pflichtete ihr bei und entschuldigte sich aufrichtig dafür. Ich betonte aber auch direkt zu Beginn, dass ich auf keinen Fall ein Drama machen möchte. Ich räumte ein, dass die Situation blöd gelaufen sei und mein Verhalten egoistisch war, erklärte ihr aber offen meine Situation: Ich war mir einfach extrem unsicher, ob und wann es überhaupt noch einmal zu einer persönlichen Aussprache gekommen wäre. Ich gestand ihr, dass mich das absolute Schweigen und das unklare Ende nach unserer ersten Aussprache unheimlich belastet und mir einfach keine Ruhe gelassen hatten. Ich hatte mir seit dem ursprünglichen Cut vom 12. Oktober so viele quälende Gedanken gemacht, dass ich diese Dinge jetzt für mich einfach ein Stück weit herausfinden musste.
Ich legte ihr dar, dass gerade das ausbleibende „Wie geht es weiter“ nach der so herzlichen Aussprache diese offenen Fragen bei mir hinterlassen hatte. Ich stellte ihr ganz konkret die Optionen auf den Tisch: Ob sie nun wirklich komplett mit der Sache abgeschlossen habe, oder ob bei ihr nach unserem Treffen vielleicht doch noch einmal der Gedanke oder das Gefühl für den Versuch einer vorsichtigen Wiederannäherung aufgekommen sei. Sie hatte aufgrund des Verlaufes der ersten Aussprache volles Verständnis für diese Fragen und konnte meine Interpretation, mein Bedürfnis nach Klarheit und auch diese Gegenüberstellung der beiden Optionen absolut nachvollziehen. Dennoch betonte sie sachlich nochmals, dass das Wochenende im Oktober für sie aus „kumulierten Kleinigkeiten“ bestand, die ihr gezeigt hätten, dass es nicht passt, und sie sich aktuell auf kein vorsichtiges Wiederannähern einlassen könne.
· Mein "Dagegen halten" (Das Klären offener Punkte):
Ich erklärte und reflektierte noch einmal meine Verunsicherung. Ich betonte, dass mein anschließendes Schweigen und das Einhalten des Abstands nach dem ersten Treffen kein Desinteresse war, sondern eine bewusste Tat im Hier und Jetzt: Ich wollte ihr durch diesen Freiraum aktiv zeigen, dass ich sie verstanden habe, ihre Grenzen respektiere und diese auch wirklich wahren möchte. Ich sagte ihr, dass ich es wahnsinnig bereuen würde, wenn ich diesen Schritt jetzt nicht gegangen wäre und es nicht noch einmal versucht hätte. Ich betonte, dass die Karten doch offen auf dem Tisch lägen und man genau wisse, woran man beim anderen sei. Meiner Meinung nach gäbe es nichts, was man durch offene Kommunikation, Empathie und ein aufrichtriges Aufeinanderzugehen nicht gemeinsam lösen könne.
Dabei ging ich auch ganz konkret auf ihre Mauern ein: Ich sagte ihr, dass mir völlig bewusst sei, dass nur sie ganz allein diese Mauern herunterfahren kann. Aber ich wollte ihr damit einfach die Hand reichen. Ich erklärte ihr, dass ich mir einfach wünschen würde, uns noch einmal auf eine andere Art und Weise zu begegnen – indem wir das Tempo radikal herausnehmen, den Druck komplett weglassen und sie einfach viel mehr als Mensch kennenlernen zu wollen. Ich schlug vor, es ganz in Ruhe angehen zu lassen und einfach zu schauen, was durch so eine vorsichtige Annäherung passiert. Ich fügte hinzu, dass wenn wir es so probieren und am Ende trotzdem herauskommt, dass es einfach nicht passt, ich der allerletzte Mensch wäre, der das nicht akzeptiert. Aber dann wüsste man wenigstens, dass man es ernsthaft versucht hat.
Ich untermauerte noch einmal, dass ich jetzt auch nur das weiß, was aktuell im Moment einfach Sache bei mir ist, und ich ihr das alles einfach noch mal gesagt haben wollte, um mir am Ende nicht lebenslang die Frage nach dem „Was wäre wenn“ stellen zu müssen. Sie stellte mir dann im Grunde genommen die Gegenfrage, mit was für einem Gefühl, mit was für einem Resümee oder mit was für einer Haltung ich denn jetzt dann aus diesem Gespräch hier nach Hause fahren würde. Ich habe ihr darauf erstmalig entgegnet, dass ich die Antwort darauf ehrlich gesagt gerade nicht weiß, und mir kamen in dem Moment auch entsprechend leichte Tränen, die ich ein bisschen zurückhalten musste. Ich habe dann in diesem Moment auch ein bisschen weggeschaut, damit sie das nicht so sieht. Vor dem Hintergrund, dass dies vielleicht das letzte Mal sein könnte, dass wir uns von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, stellte ich ihr dann noch zwei ganz ehrliche Fragen, um potenzielle Missverständnisse aus unserer Kennenlernphase auszuräumen:
1. Ich fragte sie ganz direkt: „Wovor hast du eigentlich Angst? Hast du Angst, dem dahingehend zu viel Nähe oder zu viel Emotionen von dir selbst zu offenbaren? Hast du Angst, dadurch am Ende unterm Strich nur wieder verletzt zu werden?“
- Sie entgegnete mir daraufhin ganz kurz und einfach, dass sie vor nichts Angst habe.
2. Ich fragte sie, ob es sonst noch irgendetwas gäbe, was sie belastet, worüber sie nachgedacht hat oder was von ihrer Seite aus unbeantwortet geblieben sei. Ein Hintergrund dieser Frage war ein konkreter Verdacht meinerseits: Während unserer Kennenlernphase war sie wegen einer Erkältung bei ein, zwei Treffen mal bei mir zu Hause an meinen Medikamentenschrank gegangen. Ich war mir damals schon, als sie davor stand, unsicher gewesen, ob sie die Packungen gesehen hatte. In dem Schrank lagen eine Packung Fluoxetin (ein Antidepressivum) und eine Packung Mirtazapin (das mir mal wegen Durchschlafstörungen verschrieben worden war). Da sie Leiterin eines sozialen Dienstes im Jugendamt ist, dachte ich, dass sie diese Medikamente vom Namen her natürlich sicherlich einordnen und dadurch vielleicht unbewusst auch ein negativer Eindruck bzw. ein vollkommen unnötig verzerrtes Bild von mir bei ihr entstanden seien könne, was sie mir in diesem Moment vielleicht ja dann einfach nicht mitteilen wollte. Ich wollte das offen und ehrlich anfragen, um Missverständnisse auszuräumen. Ich erklärte ihr, dass bezüglich meiner aktuellen Krankschreibung aufgrund von Psyche damals mit dem Facharzt besprochen wurde, ob eine „erneute“ medikamentöse Einnahme hier sinnvoll wäre. Er hatte es mir verschrieben, mir aber völlig offengelassen, ob ich es nehmen möchte. Ich hatte für mich im Rahmen meiner aktuellen Krankschreibung beschlossen, dass ich es nicht brauche, weshalb die Packungen unangetastet im Schrank liegen geblieben sind.
Sie antwortete mir daraufhin absolut ehrlich und meinte direkt, dass sie das im Schrank gar nicht gesehen oder wahrgenommen habe. Sie stellte mir dann aber direkt die Frage, was Fluoxetin und Mirtazapin denn eigentlich seien und ob das Psychopharmaka wären. Ich entgegnete ihr daraufhin: „Nein, das sind keine Psychopharmaka, sondern Antidepressiva. Die lagen unangebrochen im Schrank, ich nehme sie seit Jahren aber auch nicht mehr.“ Das führte dann zu meiner früheren kurzen Erläuterung meiner „näheren Biografie“, wo ich ihr offen und ehrlich erzählte, dass ich in der Vergangenheit 6 Jahren schon einmal professionelle Hilfe im Rahmen einer entsprechenden psychosomatischen Reha in Anspruch genommen und entsprechende Dinge meiner Person aufgearbeitet habe. Da ich zu ihr absolut ehrlich sein wollte, erzählte ich ihr auch, dass ich mittlerweile „nur noch“ seit ungefähr 5 Jahren eine ambulante psychotherapeutische Gesprächstherapie in Anspruch nehme, bei der ich alle 6 Wochen ein einstündiges Gespräch wahrnehme. Ich erwähnte, dass die Praxis dieses Psychotherapeuten gar nicht so weit von ihrem Zuhause entfernt liegt, sodass mir ihr Zuhause vom Ort her zumindest bekannt gewesen ist.
Sie reagierte auf diese gesamte Offenheit jedoch nicht negativ, abweisend oder abwertend; sondern extrem klar und absolut bestärkend. Sie sagte mir direkt, dass sie überhaupt kein Problem mit meiner aktuellen beruflichen Umbruchphase habe. Und bezüglich der professionellen Hilfe und Therapie betonte sie ausdrücklich, dass sie es im Gegenteil total gut findet, wenn man sich in schwierigen Zeiten professionelle Hilfe gesucht, diese gefunden und die Dinge für sich aufgearbeitet hat. Das war also anscheinend kein Negativfaktor oder auschlaggebender Punkt für sie.
· Ihre emotionale Reaktion im Wohnzimmer:
Auf meinen vorherigen Einwand bezüglich des „Was wäre wenn“ entgegnete sie mir direkt: „Und ich kann dir im Grunde genommen nur das sagen, was ich aktuell fühle. Und dass diese Mauern halt oben sind, ich sie jetzt halt auch so nicht mehr runterfahren kann und im Grunde genommen so auch keine Gefühle zulassen kann.“ Direkt nach diesen Worten kamen bei ihr die Tränen. Sie sagte mir unter Tränen, dass es ihr leidtue, weil sie sich selbst halt einfach genau so kenne und es für sie im Grunde genommen so einfach nicht möglich sei. Bei diesen Worten kamen mir selbst auch noch mal ein paar Tränen. Nachdem im Grunde genommen alles gesagt war, bin ich aufgestanden und Richtung Flur gegangen. Sie ist mitgekommen.
· Der Abschied im Flur:
Ich stand im Flur, war für einen Moment komplett konsterniert und sagte einfach nur traurig: „Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll.“ Daraufhin reagierte sie kurz und knapp und entgegnete etwas unterkühlt mit trauriger Stimme: „Am besten jetzt einfach gar nichts mehr.“
Ich musste selbst stark mit den Tränen kämpfen und entgegnete daraufhin als letzten Satz, dass sie einfach ein wundervoller Mensch sei. Sie schloss noch unter leichten Tränen dann mit einem kurzen „Ciao“ die Tür hinter mir zu, woraufhin ich ebenfalls mit einem „Ciao“ antwortete.
Ich stieg direkt ins Auto und fuhr nach Hause - es war ein verdammt trauriger Abschied ☹
Meine Fragen an euch:
Seit vergangenem Freitag herrscht natürlich jetzt absolute Funkstille. Ich respektiere ihre Grenze jetzt komplett und werde mich definitiv auch nicht mehr bei ihr melden. Ich habe verstanden, dass ich durch das Drängen auf das Freitags-Treffen ihr Bedürfnis nach Ruhe unbewusst übergangen habe. Rational weiß ich, dass ich mich jetzt auf meine Selbstheilung und meinen Fokus richten muss. Natürlich würde ich gerade absolut lügen, wenn ich sagen würde, dass ich emotional vom Herzen her bereits abgeschlossen habe.
1. Wie schätzt ihr ihr Verhalten psychologisch ein? Ist dieses „eiskalte Umschalten“ von der ersten zur zweiten Aussprache (trotz ihrer und meiner Tränen im Wohnzimmer, ganz am Ende an der Tür; ihrer Aussagen zu den Blumen, dem Schlaf, den Medikamenten und den Alltagsbeispielen) reiner Selbstschutz einer nach außen hin zwar vermeintlich taffen, straighten und selbstbewussten Frau oder ist es das endgültige, rationale Abhaken dieser Geschichte? (Ob jemals überhaupt noch einmal irgendetwas von ihrer Seite aus kommen wird, und wenn ja, in welcher Form auch immer - ich weiß es nicht.)
2. Macht eine radikale Kontaktsperre bei so einer Dynamik (zunächst starke Anziehung in Kennenlernphase und augenscheinlich auch sehr viel Wärme und Nähe bei 1. persönlicher Aussprache vs. „gefühlstechnisches Ergebnis“ kumulierter teils von mir unbedachter, uneinfühlsamer Aktionen vs. mühsam geschützte Single-Festung / „Mauern“ / mögliche Bindungsangst aus dem Erlebten in ihrer Vergangenheit [-> Ex-Beziehung vor 9 Jahren] ?) überhaupt Sinn im Hinblick darauf, dass sie die Situation reflektiert, oder manifestiert das nur ihr Gefühl, dass es vorbei ist?
3. Wie gehe ich am besten mit meinem verlustängstlichen Kopfkino um (Angst, dass sie sich irgendwann wieder ablenkt/datet), obwohl sie emotional so aufgewühlt war?
Ich danke Euch fürs Lesen und Eure ehrlichen Meinungen!