Zitat von Arnika: Ein Ghoster ist ein Verräter. Und auf Verrat reagieren wir mit Schmerz. Nicht zuletzt, weil wir durch Schmerz lernen. Aber vor allem, weils einem sozialen Wesen wie dem Menschen einfach höllisch weh tut, kommentarlos ausgesetzt und verstoßen zu werden wie ein nerviger räudiger Goldhamster.
Ich denke, der Schmerz ist völlig berechtigt, weil man sich verraten, verstossen, übergangen fühlt. Gerade weil man in diesen einen Menschen viel Vertrauen investiert hat, auch wenn es in diesem Fall natürlich vorschnell war. Aber auch lang bekannte Menschen können einen verraten.
Dem Verrat steht man hilflos entgegen, man ist ihm ausgesetzt, man fühlt ihn, tagtäglich. Der Verrat ist mächtig, denn er sorgt auch für eine schlimme Enttäuschung.
Und doch passiert er - immer wieder und das seit es Menschen gibt. Und der Verratene ist erst Mal weitgehend hilflos, versteht es nicht und fragt sich ständig, warum nur, warum? Ich habe diesem Menschen vertraut und er hat mich einfach ins Abseits gestellt. Mein Invest war umsonst, denn jeder Hund ist treuer als so ein Mensch.
Wo liegt die Lösung? Ich glaube die Lösung liegt darin anzuerkennen dass man sich einer Täuschung hnhgegeben hat. Man hat vertraut, gehofft, war glücklich und leztendes wurde man ein Stück weit vernichtet.
Dieses Akzeptieren, dass man sich von einer Täuschung befreien kann und auch sollte, ist die einzige Lösung, dass man eines Tages davon frei wird. Das heißt nicht, dass ich das vergessen muss oder kann, aber es darf nicht den Rest meines eigenen Lebens überschatten. Denn das Ende vom Lied heßt, ich vertraue niemandem mehr. Aber das wiederum macht sehr einsam und man fühlt sich abgeschnitten und verlassen.
Ich denke, es hilft nur Akzeptanz, dass man sich in diesem Menschen brutal getäuscht hat, aber dennoch weiter leben darf. Und sich ein Stück Autarkheit, Widerstandskraft für sich selbst zurückholt und am Ende auch wieder zu mehr Lebensfreude finden kann, auch wenn dieser eine Mensch einem ein X für ein U vormachte. Dieser eine Mensch darf nicht die Macht haben, das Leben des Verratenen dauerhaft kaputt zu machen. Das wiederum muss aber der Verratene, der sich als Opfer sieht, leisten. Ist dieser Mann es wert, dass ich über Wochen, Monate grüble. Situationen rekapituliere, Warnzeichen sehe, die ich übersehen hatte? Nein, das ist er nicht, Er schon gar nicht.
Der Fehler liegt beim anderen. Der weiß durchaus was er tut, aber er ist feige und zu mutlos, zu bequem, um dem Verratenen zu sagen, es passt nicht zwischen uns. Der Effekt ist derselbe, aber der Verlasser hat damit dem Verlassenen ein Stück seiner Würde zurückgegeben. So aber wird der Verratene ins Abseits gestellt und das kränkt einen Menschen furchtbar, er fühlt sich seiner Würde beraubt. Aber die kann man sich auch zurückholen. Es dauert seine Zeit, aber man sollte einem Verräter nicht zu viel Zeit und Energie widmen. Der ändert sich nicht, aber ich kann meinen Umgang mit dem Verrat ändern.