Zitat von Falena: Am schlimmsten ist das Bewusstsein, dass ich mit dieser Einstellung niemanden entspannt kennenlernen kann. Ich werden dann schnell ungeduldig und habe das Gefühl, wertvolle Zeit zu verschwenden (innere Uhr). Ich kann dadurch nichts genießen und setze mich völlig unter Druck. Und irgendwann den anderen.
Für mich stecken in diesem Absatz einige wesentliche Aussagen.
Zum einen sprichst Du vom Gefühl, wertvolle Zeit zu verlieren (und meinst damit ja Kinder).
Ich glaube, die wertvolle Zeit verlierst Du vielmehr dadurch, dass Du so ganz einseitig und fixiert (keine anderen Ziele) an diesem einen Traum festhältst und nicht versuchst, auch alternative Vorstellungen zu entwickeln, die Dir Sinn und Lebensfreude einbringen. Sondern offenbar müssen es Kinder und Familie sein. Alles andere würde Dich, wie Du zumindest denkst, nicht mit Sinn erfüllen.
Nicht falsch verstehen! Es ist gut und wichtig, Träume zu haben. Und das kann natürlich auch der Traum sein, Kinder und eine Familie zu haben.
Das Problem liegt vielmehr in dieser angespannten, fast eingefrorenen Fixierung darauf. Denn wie Du, zum anderen, selber ja sagst (es ist Dir also durchaus bewusst), setzt Du damit nicht allein Dich selber unter Druck, sondern im Verlauf auch Deinen Partner. Und verfügt dieser vielleicht auch über eine gewisse Feinfühligkeit, so kann ihm etwas dämmern wie, er sei lediglich der "Deckhengst" (entschuldige die drastische Ausdrucksweise!), das Mittel zum Zweck. Und das fühlt sich dann sicher nicht behaglich an, nach Vergegenständlichung.
Weil Du nach praktischen Tipps fragst: Ich an Deiner Stelle würde es mit einem entsprechenden Inserat versuchen. Also ganz dezitiert nach einem Mann suchen, der auch unbedingt Kinder und Familie will, für den dies ebenfalls der große Lebenstraum ist. Es ist keine Frage, dass es solche Männer gibt. Du musst halt nur aktiv danach Ausschau halten.
Und das Zweite ist: Du solltest bedenken - Du bist 33, hast also noch etliche Jahre Zeit, um Dir Deinen Traum zu erfüllen, da drängt die Zeit ja bei weitem noch nicht so sehr, wie Du es empfindest. Es gäbe, bei einer realistischen Betrachtungsweise, also keinen Grund für diese Angespanntheit und Bedrängnis (die es oft ist, die es verhindert, dass Erwünschtes, Ersehntes auch eintritt). Du solltest also keine Zeit verlieren, hier Dein Bewusstsein etwas zu erweitern und über die verengten Horizonte hinauszusehen (auch über die Freundinnenszene hinaus).
Und zudem: Selbst, wenn Dir keine eigenen Kinder beschieden sein sollten, gibt es noch immer, auch in späteren Jahren, die Möglichkeit einer Adoption. Mir ist klar, dass das etwas anderes ist. Aber bist Du meinetwegen mit 45 mit einem liebenden Mann zusammen und Ihr adoptiert Kinder, ist das noch immer besser, als mit meinetwegen 35 mit einem unliebenden Mann Kinder zu haben. Oder Du liebst ihn nicht eigentlich, sondern eben nur als Mittel zum Zweck. Das nämlich wäre dann fatal. Auch für die Kinder. (Auch ein Wunschkind bringt Wünsche mit auf die Welt, und wenn die Bedingungen, in die es hineingeboren wird, etwas Zwanghaftes, Verkrampftes, Unleidliches, Unterkühltes, Steriles, wenn nicht gar Feindliches oder Bitteres an sich haben, dann ist es fraglich, ob diese Grundbedürfnisse eines Kindes auch hinreichend erfüllt werden.)