schautmalrein
Gast
Nein, eine Freundin hätte ich wahrscheinlich getröstet- aber ich war auch länger nicht mehr meine Freundin, nehme ich mal an.
Danke auch für den Tipp mit dem Forum, das ist im Moment sehr hilfreich.
Ich glaube, um einen Schritt weiter zu gehen, muss man immer drei Punkte durchlaufen.
Der erste ist das Realisieren: So ist die Situation. Das ist wirklich passiert. So geht es mir. Das sind die Fakten.
Der zweite ist das Akzeptieren: Ja, es ist wirklich so. Nein, es ist nicht eigentlich ganz anders- wenn nur...Wenn es nur die Ehefrau nicht gäbe in dieser Affäre, wenn wir uns öfters sehen könnten, wenn ich nur jetzt noch ein einziges Mal alles klären könnte mit ihm, wenn dieses und wenn jenes. Nein, ich akzeptiere, dass diese Beziehung schlecht für mich ist, ich will sie nicht mehr ändern, ich will ihn nicht mehr ändern. Ich akzeptiere das Ende der Beziehung.
Das dritte ist das Verändern, Heraustreten aus der Situation: Ich lasse das hinter mir.
Das Realisieren und Akzeptieren ist schon schmerzhaft. Aber ohne das kann ich mich nicht lösen.
Ich bin bisher nie weiter als bis zu der Wut gekommen, ich hab mich absolut gewehrt, die Situation zu realisieren und zu akzeptieren. Was dann natürlich dazu geführt hat, dass ich jedes Mal wieder in die Situation zurück gegangen bin: Weil- eigentlich ist ja alles ganz anders. Eigentlich ist das die große Liebe mit Hindernissen und wenn diese Hindernisse beseitigt sind, können wir in den Sonnenuntergang reiten, zusammen...
Ich bin ehrlich gesagt froh über die heftigen körperlichen Symptome, das hilft wirklich, mich fern zu halten.
Ich weiß dass es ultimativ undankbar und unmütterlich ist, aber beim Gedanken an Brunchkochereien, den vollen Kühlschrank und den ständig Müsli mit tonnenweise Quark essenden Thriatletenfreund meiner mittleren Tochter wird mir ganz anders. Und überall Reismilch, diese grausigen veganen Brätlinge und grenzwertig deprimierende Indimusik, die unglaublich Stock im Hintern habende Karrieretussifreundin meines Sohnes, die sich mit dem Rest von uns irgendwie so gar nicht versteht. Ich schwöre es, sie hat einen Staubflusenscanner auf der Netzhaut implantiert, ich kann es genau sehen, wenn sie im Raum umherblickt. Und ich liebe meine älteste Tochter, sie ist so witzig und lebhaft und wunderbar, keine Frage, aber auch ein entsetzlicher Klugsch.r. Man könnte meinen,
dass er den Pegel jedes Mal mit einem Stirnrunzeln kontrolliert hat wenn er hier war. Wahrscheinlich sollte es bis zu meinem Ableben reichen.