Francis87
Gast
meine Situation ist sehr verzwickt.
Ich (28) habe überlegt, mich von meinem Freund (32) zu trennen, weil ich mir keine gemeinsame Zukunft mit ihm vorstellen kann und weil ich denke, dass wir nicht zueinander passen. Inzwischen hat er mir schon all seine Geheimnisse anvertraut und bezeichnet mich sogar als Seelenverwandten. Es ist nicht so, dass ich ihn nicht mag. Wir haben auch viele Gemeinsamkeiten. Doch leider hat er panische Angst davor, fallen gelassen zu werden. bisher haben sich alle Frauen von ihm getrennt. Er sagte mal, jede Frau, die sich von ihm trennt, reißt ihn in einen tieferen Abgrund. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, da auch ich starke Verlustängste habe. Inzwischen habe ich nicht nur wahnsinnige Verlustängste, sondern auch furchtbare Angst davor, ihn zu verlassen und Schmerzen in ihm zu verursachen. Ich möchte ihn nicht leiden sehen. Er ist im Grunde ein guter Kerl, nur leider sehr anstrengend. Außerdem fühle ich mich ihm stark verbunden.
Er erinnert mich sehr an meine erste große Liebe. Dazu muss ich sagen, dass meine erste große Liebe nicht mehr lebt. Nach seinem Tod habe ich mich oft danach gesehnt, wieder einem Menschen wie ihm zu begegnen. Zumindest erfüllt mein Freund dies in optischer Hinsicht. Seine Ausstrahlung hat mich sofort in den Bann gezogen.
Ein paar wesentliche Dinge harmonieren aber nicht. Zum einen, bin ich immer extrem angespannt, wenn ich ihn sehe, (das heißt, ich bin permanent nervös), der S. läuft auch nicht besonders gut zwischen uns. Zum anderen: Der Typ redet und redet und redet. Er redet so viel und vermittelt mir so viel Wissen, dass ich mir defizitär vorkomme. Sein Mitteilungsbedürfnis hält mich sogar vom Schlafen ab. Wenn ich mehrmals meinen Wunsch äußere, schlafen zu wollen, ignoriert er dies einfach zwei, drei Stunden und quält mich bis 4:00 oder teilweise bis 5:00 Uhr nachts weiter. Am nächsten Tag hänge ich voll durch. Obwohl er ebenso wenig Schlaf bekommt, ist ihm dies nicht anzumerken. Sogar im übermüdeten Zustand kann er einen noch zutexten.
Ich komme immer weniger klar mit dieser Situation, denn er - überfordert -mich und gleichzeitig laugt er mich aus. Doch da ist so ein festes Band zwischen uns, das ich nicht durchtrennen kann. Ich wage auch nicht darüber nachzudenken, was passiert, wenn ich es tue.
Bitte helft mir!