Clarissa_83
Gast
Im Januar fing er an immer weniger zu essen und Sport zu treiben. Auch war er verschlossen und mir gegenüber irgendwie anders, gefühlt kälter. Auf Fragen hin, was los sei, sagte er alles sei gut. Dann irgendwann kam ihm in den Kopf, dass das Elterngeld nicht ewig läuft (ich hatte 1,5 Jahre Elternzeit eingereicht) und er für 6 Monate Alleinverdiener sein wird. Also machte er seinen Taxi Schein und fuhr jedes 2. WE eine Nacht Taxi. Sein Verhalten wurde immer distanziert er. Ich ahnte dort schon nichts Gutes. Irgendwann fand ich durch Zufall, weil meine Tochter sein Handy in die Griffel bekam, einen Nachrichtenverlauf mit einer jungen Kollegin. Dort fragte er sie, ob sie ihn noch sehen wolle. Da schrillte bei mir alles.
Mein Mann gab an, er würde sich mit besagter Arbeitskollegin ab und an zum Quatschen treffen. Sie würden auch über unsere Situation reden, da wäre aber nix bei. Er sagte mir dann irgendwann auch, dass er mich nicht mehr als Ehefrau, sondern nur noch als Mutter sehen würde (da hatte ich 8 Monate Schlafentzug hinter mir). Ich schlug vor, dass wir mehr Zeit zu 2. verbringen sofern das möglich ist mit Baby, schenkte ihm zum Geburtstag einen Wellnesstag zu 2. ohne Kind, ging zum Frisör, etc! Es brachte nichts.
Ich glaube April, gab ich unser Kind zu meiner Schwiegermutter, da ich mit einer Freundin mal wieder losgehen wollte. Mein Mann fuhr in dieser Nacht Taxi. Als ich nachts nach Hause wollte, rief ich ihn auf dem Handy an und wollte, dass er mich fährt. Da er nicht ranging, rief ich in der Zentrale an.dort wusste keiner, dass er Taxi fährt. Da habe ich zum ersten Mal seine Koffer gepackt. Mich jedoch, des Kindes wegen, wieder einlullen lassen.
Es war dann irgendwann soweit, dass er auch in der Woche abends los fuhr. Angeblich ans Wasser um Nachzudenken . Ich war wieder mit dem Kind allein.
Im August bin ich dann mit meiner Mutter + Kind ein Wochenende weggefahren.
In der Zeit habe ich mit einem gemeinsamen Freund geschrieben, der mir sagte, dass mein Mann ihm und einen weiteren guten Freund im Vollsuff erzählt hat, dass er eine Affäre mit der Kollegin hat. Sogar Fotos soll er gezeigt haben. Auch soll er sich an Wochenenden, wo er angeblich mit Kumpels feiern war, sich in Hotels eingenistet haben.
Als ich am Wochenende nach Hause kam, sprach ich ihn an. Er leugnete alles. Ich jedoch trennte mich. Soweit so gut.
Im November 2015 bezogen meine Tochter und ich eine Wohnung. Mein Mann half uns beim Umzug. Zur Erklärung: wir haben selten gestritten.auch nach der Trennung gab es von mir kein böses Wort. Ich habe lediglich gesagt, dass ich schwer enttäuscht bin, dass er es nicht wenigstens zugibt.
Auch habe ich mir selber einen Teil der Schuld gegeben, da ich mich wirklich hab gehen lassen. Ich hatte in gewisser Art "Verständnis", jedoch nicht für die fehlende Aufrichtigkeit.
Ab November ging es aufwärts. Im Januar machte ich meine Internetbekanntschaft (s. Thread), die ich -Gott sei Dank- gegen die Wand fuhr.
Mein Mann schnappte sich eine (andere) 10 Jahre jüngere, die mir aber eigentlich sympathisch war. Trotzdem ging er bei uns ein und aus, wir unternahmen viel zusammen mit unserer Tochter und plötzlich war er der tolle Papa, der er vorher nicht war. Er trennte sich nach 2 Monaten von seiner Freundin (die er einmal mit mir betrog) und wir verbrachten noch mehr Zeit miteinander, besuchten zusammen seine Verwandtschaft, verbrachten die Feiertage zusammen,etc.!
Ich hatte irgendwann das Gefühl, ja, das könnte wieder was werden, auch wenn es viel Arbeit werden würde, wegen dem angeknacksten Vertrauen.
Ich sagte ihm, dass ich gern unsere kleine Familie zurück hätte. Seine Reaktion war ich solle ihm noch Zeit geben (waren ja auch erst 2 Jahre).
Nun zurück ins Heute: er fängt wieder an sich zu distanzieren und wieder ist da, diesemal allerdings Ex- Arbeitskollegin.
Damit ist mein sich langsam wieder aufbauenden Vertrauen natürlich wieder erschüttert. Selbstverständlich hat er alles Recht der Welt andere zu treffen. Allerdings behauptet er wieder, da wäre nix, sie quatschen nur. Gerade ist er krank, die Kollegin war sogar für ihn einkaufen.
Ich bin gerade an so einem Punkt angekommen wo ich an Scheidung denke. Was vorher nie eine Option für mich/uns war. Eine Scheidung zertrümmert irgendwie endgültig alles. Außenstehende haben uns immer beneidet mit wie viel Respekt und Freundschaft wir damals die Trennung vollzogen haben und wie wir auch danach noch miteinander umgehen. Gerade auch schon unserer Tochter wegen. Sie soll so wenig leiden wie nur möglich. Auch darf ihr Papa sie jederzeit, ohne feste Zeiten, sehen. Zu Familienfeiern von ihm werde ich im übrigen auch immer eingeladen.
Ich habe Angst, dass eine Scheidung dieses gute Verhältnis komplett zerstört.