Guten Morgen,
Zitat von Alleswirdgut123:Ich will nur das was mir zusteht.
Sorry, aber genau mit so einem Ausdruck habe ich so meine Probleme, zustehen...in welchem Sinn?
Zitat von Alleswirdgut123: Auf Versorgungsausgleich habe ich per Ehevertrag verzichtet. Danach
habe mich 6 Jahre um SEINE (aus 1 Ehe) Tochter gekümmert und dafür meine AZ reduziert. Und jetzt werde ich sehen, ob er sich fair mit mir verhält!
Also wenn ich er wäre, würde ich mich auf ein Konstrukt einlassen, dass nachehelichen Unterhalt ausschließt, den Versorgungsausgleich aber wieder mit einbezieht.
Von der moralischen Seite, würdest du die Rentenanwartschaften für Zeiten bekommen, wo du für ihn und seine Tochter deine Zeiten reduziert hast, verzichtest aber auf Zahlungen, die in eine Zeit nach der Trennung hineinfallen.
Bitte nimm es mir nicht übel wenn dir nicht unbedingt gefällt was du liest. Aber du hast mittels Ehevertrag auf Rentenausgleich verzichtet und dann in Vollbesitz deiner geistigen Kräfte deine Arbeitszeit verringert, auf Renteneinzahlung verzichtet obwohl du vorher wusstest, dass du von ihm keinen Ausgleich zu erwarten hast.
Fair ist daher relativ. Wir verfallen meistens so, dass wir in Zeiten der Liebe und Harmonie viel geben und nehmen und nach diesen Zeiten anfangen aufzurechnen. Hier würde ich mir die Frage stellen, ob das Fair ist und ob du die Absicht des Aufrechnens schon in der Ehe hattest.
Ich weiß das sind fiese Fragen, aber der Mensch tickt i.d.R. so und ich denke bei allen Gefühlen, die man verständlicher Weise hat, muss man diese Sachen auch mal ganz rational betrachten.
Wegen der Erziehungszeiten seiner Tochter, das fandest du in dieser Zeit bestimmt nicht unfair. Warum dann heute?
Und "zustehen" ist immer so ein großer Begriff. Der Gesetzgeber hat sich die ganze Geschichte mit dem Unterhalt einfallen lassen, weil früher Frauen nur am Herd standen und nach einer Scheidung mit Nichts dastanden.
Heute liegt der Fall anders. Frauen gehen arbeiten, verdienen ihr eigenes Geld, sind unabhängig, Treffen ihre eigenen Entcheidungen. Unterhalt ist ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten und wird ja auch nach und nach eingestampft.
Mag sein, dass dir rein rechtlich Unterhalt "zusteht" aber moralisch gesehen hat jeder zunächst die Pflicht sich um sein Kram selbst zu kümmern.
Und der nacheheliche Unterhalt bringt dir am Ende auch weniger als eventuelle Rentenpunkte. Vielleicht lässt sich dein Ex ja auf sowas ein. Das wäre gut für deine Rente und er muss jetzt aktuell nicht so viel zahlen. Zudem wird der Ausgleich zw. Einreichen der Scheidung und dem Scheidungstermin berechnet und abgeschlossen. Sprich das Thema wäre dann in Gänze durch - ihr könntet beide neu anfangen.
Ich persönlich, als Scheidungsopfer, finde, dass der Versorgungsausgleich das einzige ist, was in diesem Land richtig geregelt wird. Aber auch erst seit 2009.
Alles andere ist derart gummimäßig und bietet so viele Möglichkeiten zum betrügen....ich habe da echt einiges durch.
Du gehst arbeiten und hast jetzt keine Kinder zu betreuen.
Versuche eine Lösung zu erarbeiten, die mit dem Tag der Scheidung alles abschließt und ihr getrennte Wege gehen könnt.
Dann neue Wohnung, nett einrichten, mit Kollegen tratschen, Leben genießen.
Ich sage dir aus 18 Monaten und man kann es nur Krieg nennen, es geht an die Substanz und bisher habe ich nur meine Hände hochgehalten um mich zu schützen.
ich möchte z.B. auch keinen Unterhalt an meine Ex zahlen. Ich möchte sie auszahlen. Das kommt mich am Ende eventuell teurer aber ich erkaufe mir meine Ruhe und den Frieden. Und der ist mir mehr wert.
Vielleicht willst du dich ja Fortbilden oder hast die Chance durch eine Schulung oder so weiter zu kommen, dann kann er auch das bezahlen (als Einmalsumme).
Ein bekannter hat seiner Ex die Ausbildung zur Friseur meisterin bezahlt und damit war das Thema durch. Sie ist unabhängig durch Fortbildung und er das Thema los.
Ihr seit in Vertragsfragen recht frei, wenn ihr euch einig seit.
Wenn Anwälte mitspielen verliert ihr beide!