Zitat von Brightness2: Etwas was sie selbst in ihrem Selbstbild stärker macht. Das würde ich ihr wünschen.
Ja, das wünsche ich ihr auch. Klar ist es jetzt eine riesige Umgewöhnung, weil er einfach nicht mehr da ist. Auch wenn es nicht mehr so erfreulich mit ihm war, allein die Anwesenheit war halt Gewohnheit. Das Kümmern um seine Hemden, Socken, Anzüge usw. Gemeinsame Familienfeiern, alles ist jetzt im Umbruch.
Dass das nach 34 Jahrenn nicht innerhalb weniger Wochen zu schaffen ist, ist klar. So wie der Mensch in eine Rolle reinfindet, muss er sich bei veränderte Gegebenheiten auch wieder davon lösen und in eine neue Rolle hinein wachsen. Das kostet Kraft, Energie, Ängste kommen, Ratlosigkeit, Leere. Das ist ein Prozess, der durchlebt werden muss und grundlegende schnelle Lebensänderungen kosten Zeit und viel Energie.
Ich habe mich mal bei meinem Gynäkologen darüber beschwert, dass es Wechseljahre gibt, obwohl die mich recht wenig tangiert haben. Er meinte dann trocken: diese Jahre heißen nicht umsonst Wechseljahre und nicht Wechseltage.
Ja, damit hatte er wohl recht. Und hier ist es auch so. Es dauert seine Zeit, sicher nicht 10 Jahre, aber ein Jahr, bis man mal alles durch hat, muss man schon rechnen.
Das ist ja nach einem Todesfall nicht anders. Es dauert mindestens ein Jahr, bis man die ganze Jahrestage, die jetzt ohne diese Person stattfinden, geschafft hat. Danach wird es schrittweise leichter.
Aber Fia wird das zweifelsohne schaffen, sich neu rein finden, sich vielleicht sogar neu erfinden. Und es ist gar nicht so selten, dass die verlassene Person am Ende mehr von der Trennung profitiert als der Verlasser. Weil der Verlassene mehr lernen muss und am Ende davon profitieren kann.