Hey,
ich berichte mal aus meiner Familie.
Wir versuchen, an einem Strang zu ziehen und wir sind viele - aber wir kommen bei der Pflege zuhause auch an unsere Grenzen.
So lange dein Vater noch ansprechbar und verhandlungsfähig ist, solltet ihr schnellstmöglich alles notariell wasserdicht machen und er einen Vormund bestimmen, der dann auch die Bankenvollmacht hat.
Bei meinem Opa sind das z.B. nur 2 der 8 Kinder (mit allen so angesprochen, weil diese beiden das eben können und wollen).
Die Eigentumsverhältnisse hatte mein Opa schon vor Einsetzen der Demenz eindeutig geklärt, insofern sind da keine Fragen/Streitigkeiten offen.
Also nur mein Rat: solange dein Papa kann: schnellstmöglich Termine machen und den Kram dingfest machen.
Bei meiner besten Freundin grade passiert: Mutter pflegebedürftig. Sie sieht es selbst nicht ein. Bruder verdient SEHR gut (über 300.000 pro Jahr), weigert sich aber, das Heim zu bezahlen.
Seitdem ist der Kontakt zu ihren Brüdern komplett abgerissen. Sie reibt sich auf zwischen Job/Kindern/Mutter und das Ganze wird vor Gericht landen.
Schlimm.
Argumemt des Bruders (habe ich selbst gehört): "Naja, sie hat und im Studium auch nie unterstützt und ich wusste als Student manchmal nicht, wovon ich am Monatsende noch mein Essen bezahlen soll." (der Typ hat ne eigene Zahnarztpraxis mit zig Mitarbeiter*innen und die Mutter ist bis 78 Taxi gefahren...). Fällt mir auch nichts zu ein, aber manche Menschen sind leider so. Manchmal bestürzenderweise auch solche, von denen man immer dachte, sie wären eigentlich ganz ok.
Zitat von Gwenwhyfar: Dazu kommt, dass die Insassen auch gern mal ruhig gestellt werden, damit die Mitarbeiter Ruhe haben
Deswegen hängen wir seit einigen Jahren als Familie alle am Hebel.
Wenn Opa ins Heim kommt ist klar: der wird ruhig gestellt und dann warten alle nur noch drauf, dass er stirbt.
Aber trotzdem gibt es da viele Diskussionen, die auch uns - als eigentlich enger Familienclan - an die Zerwürfnisgrenzen gebracht haben.
Bisher haben wir die Kurve immer bekommen.
Für Opa und einige andere hängt auch ein Familienunternehmen in 5. Generation dran.
Ich hoffe, wir schaffen das.
Und mir graut davor was passiert, wenn all unsere Eltern/Tanten/Onkel selber dran sind, die derzeit einen guten Teil der Pflege der Großeltern wuppen.
Wir sind aber dann in der Generation nicht mehr so viele Kinder und Enkel...
Meine Eltern können irgendwann zu mir ins Haus.
Ich hoffe, ich hab da noch 15 oder 20 Jahre.