Perzet
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Mein Vater ist sehr alt, fast 100. Als Heimatvertriebener war ihm sein Haus der letzten 57 Jahre sehr wichtig. Da wollte er nicht mehr raus. Ich - und meine beiden Brüder - versprachen seit über zwanzig Jahren immer wieder, daß er so lange es geht, in diesem Haus bleiben kann.
Meinen Brüdern hatte ich übrigens geglaubt. Mir gegenüber gab es auch Null andere Aussage.
In erster Linie hatte ich mich gekümmert. Jetzt ging es nicht mehr. Zuviel Abbau auf seiner Seite und zu schwach geworden auf meiner Seite.
Also ist Vatern nun seit zwei Monaten in einem Pflegeheim.
Jetzt die Realität, die mich von Aktion zu Aktion immer wieder erneut überrollt hat, da ohne jede Vorwarnung oder Absprache geschehen. Im Gegenteil. Selbst da, wo Absprachen existieren, wurden diese lächelnd ignoriert und Fakten geschaffen.
Vatern lebt noch und bat immer und immer wieder darum, daß das Haus nicht verscherbelt wird.
Kaum ist mein Vater draußen, konnte ein Bruder plötzlich aktiv werden - wohlgemerkt, ohne jede Absprache oder Vorwarnung:
- der Vorgarten wurde platt gemacht, inklusive Sträucher
- der Keller wurde ordentlich geleert, in Tonnen ausgemistet und als Sperrmüll entsorgt
- ein Makler hat hunderte Fotos gemacht
- ein Vertreter einer Bank war da (Termin wurde so gelegt, daß ich nicht konnte)
- Beerdigung wird anders geregelt als seit 20 Jahren geklärt (soll nicht zu Mutti ins Grab)
Da ich mich ua durch das Kümmern verausgabt hatte, wäre ich froh um etwas Erholung gewesen. Stattdessen hechele ich hinter den Aktionen hinterher, versuchte, meine Sachen zu sichern (habe dort viel übernachtet und dadurch vieles im Haus gehabt).
Und ich frage mich, was meine Brüder tatsächlich vorhaben bzw mit was sie noch alles um die Ecke kommen könnten.
Mir teilen sie ihre Pläne nicht mit.
Alles, was bisher geschieht ist definitiv nicht im Sinne des Eigentümers. Weder das wegwerfen, - er gibt üblicherweise weiter - noch der (schnelle?) Verkauf sind in seinem Sinne.
Jetzt stehe ich da, relativ hilflos, überfahren, was noch alles kommt und was ich tun kann oder sollte.
Meine Sachen habe ich inzwischen, soweit noch vorhanden gewesen, im gröbsten raus geholt.
Zur Beerdigung habe ich mir gesagt, daß ich den Willen der betroffenen Person an erster Stelle sehe. Aber ich bin zu schwach (und gerade auch erkrankt) um gegen die Vorstellung zweier größerer und älterer Brüder anzukommen.
Aber ein Haus mal eben zu verkaufen ist rechtlich sicher nicht ohne, besonders da der Eigentümer noch lebt?
Wer kann mir Tipps oder Hinweise geben, auf was ich achten sollte bzw müßte?
Der Makler soll morgen nachmittag seine Ergebnisse mitteilen. Natürlich alles kostenfrei und ohne. . .blabla.
Ich hatte sofort mitgeteilt, daß ich an dem Tag lange arbeiten müßte. Egal. Das Exposé reiche für mich aus um informiert zu sein.
Zwei Wochen später sei dieser Termin "zu spät" laut meinem Bruder. 🤔🤷♀
Versteht jemand, was ich meine und was korrekt wäre?
Das geht alles so schnell. Für mich viel zu schnell. Fakten werden geschaffen, es wird gelogen und ignoriert.
Muß ich alles akzeptieren, nur weil ich so geschwächt bin?
Auf was ist zu achten?
Komplexe emotionale Verflechtungen spielen auch rein. Viele Wunden aus der Kindheit sind wieder aktiv. Also nix rein Rationales, aber dennoch eine handfeste Situation.