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Heilen in/trotz/mit einer neuen Beziehung

Worrior
Die Trennung, vor allem das folgende "alleine sein" zeigte mir sehr viel über mich selbst.
Dinge die ich geschickt verdrängte, großzügig übersah oder die mir gar nicht bewusst waren.
Eine tiefe Erkenntnis dass nur ich selbst für mein Leben und mein Seelenheil verantwortlich bin.
Dass ich Menschen und die äußeren Umstände nicht zu meinen Gunsten beeinflussen kann.
Dass ich aber sehr wohl beeinflussen kann wie ich darüber denke und darauf reagiere, vor allem mit wem ich mich umgebe.
Dass es eben Dinge gibt die ich beeinflussen oder gar kontrollieren kann und es eben welche gibt die sind wie sie sind.
Es vleibt mir dann nur die Chance das Bestmöglichste daraus zu machen.
Niemand wird kommen um mich zu retten, niemand kann mich retten und das ist gut so.
Die Einsamkeit war also eine Zeit innerer Einkehr und tiefer Erkenntnisse und dafür bin ich dankbar und demütig.
Innerer Friede beginnt oft mit 3 Worten "nicht mein Problem."

Würde bei einer neuen Partnerschaft der therapeutische und betreuende Teil, für alte Wunden, ein gewisses Maß übersteigen was von mir gefordert wird wäre diese Verbindung für mich nicht tragbar.
Ich bin kein Psychologe, kein Therapeut, kein Arzt, Bezreuer, Seelsorger oder Sonstiges und möchte das auch nicht sein.
Ich erwarte das auch von meiner Partnerin nicht.
Ich möchte keine alten Wunden heilen und für Schulden zahlen die ich nicht verursacht habe.

Es ist für mich selbstverständlich der Partnerin beizustehen wenn sie mal das Leben überrollt.
Ihr Trost, Geborgenheit, Zuspruch zu geben, sie zu pushen oder ihr einen geschützten Raum zu geben wo sie sich erst mal sammeln kann.
Es wichtig zu wissen dass man auch dann gesehen wird wenn es mal nicht so läuft, wenn man mal nicht so funktioniert.
Wenn dann jemand da ist der sagt "ich weiss dass du alleine klar kommst aber das musst du jetzt nicht, ich bin jetzt hier."

Gesunde Selbstregulation, angemessene Aufarbeitung der Vergangenheit und ein festes Standing im Leben, sind also Dinge die ich voraussetze

Klassische Beziehungen mit zusammenziehen und täglichem aufeinander hängen wird es bei mir eh nicht mehr geben.
Ich möchte Qualitätszeit verbringen und mit der Partnerin die Lebensfreude teilen.

x 9 #16


J
@BunteKatze
Ich denke allgemein - aber nicht bei allen - ist es so, dass was einem in der letzten Beziehung am meisten gefehlt hat oder schlecht war, das Augenmerk verstärkt in der neuen Beziehung gelegt wird. Dabei denke ich, umso länger eine Beziehungspause ist, umso mehr haben sich die Wogen geglättet und man kann vieles mit sich selber ausmachen und benötigt keine Hilfe für etwas. Man könnte sagen, dass der Blick nicht so trüb ist und somit mehr Klarheit vorhanden ist.
Es wird in viele Beiträgen darauf hingewiesen, dass eine Abhängigkeit zum Partner/zur Partnerin keine Liebe ist. Für mich gehört es ein wenig dazu, man muss es nicht gleich Abhängigkeit nennen, es gibt aber sicher Dinge die einer von beiden besser kann als der andere, also soll die Person es auch machen. Wenn einer nur meckert, wenn der/die Andere etwas falsch macht, dann sollte man es selbst tun.

Bei dir könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es eine gute Bindung zwischen euch zu Beginn schafft. Nehmen wir mal an, dass alle kleinen Wunden von dir verheilt sind, was macht er dann? Hat er sonst noch etwas was dich an ihm reizt? Oder macht er neue Wunden auf um sie dann wieder zu heilen <- Vielleicht etwas zu direkt. Ich möchte damit sagen, auf das ganze schauen und nicht "nur" auf das was einem gut tut, weil man es in der alten Beziehung viel zu lange vermisst hat.

x 3 #17


A


Heilen in/trotz/mit einer neuen Beziehung

x 3


A
Zitat von BunteKatze:
Seit 3 Monaten, wir sind ziemlich direkt zusammengekommen.

Ich freue mich, dass es dir gut geht.

Aber nimms mir nicht krumm: Nach drei Monaten lohnt sich eine Analyse noch nicht. Lass mal was in einem Jahr hören. Zwinkerndes Gesicht

x 3 #18


mokka_23
@BunteKatze Ich glaube die Frage ist wie so oft, was du von deiner neuen Beziehung erwartest (und was in deiner vergangenen schief gelaufen ist). Und diese Frage kannst nur du beantworten. Ich bspw. bin mir jetzt nach zwei Jahren Trennung im Klaren, dass ich keine symbiotische Beziehung mehr haben möchte, dafür wieder mehr Freundschaften
und Hobbys pflegen. Ein neuer Partner soll nicht (mehr) alle Bedürfnisse abdecken, dafür bin ich jetzt zuständig.
Beim Lesen deines Beitrags hatte ich fast schon das Gefühl, dass dein neuer Partner emotional überkompetent ist und das Risiko besteht, dass er in die Therapeutenrolle schlüpft. Du schreibst, du seist öfters unsicher. Weshalb bist du unsicher bzw. in Bezug auf was? Falls du dir in Bezug auf die Beziehung und deinen neuen Partner unsicher bist, finde ich es irgendwie schwierig, dass du dich emotional so von ihm betreuen lässt. Dann wäre er nämlich ein klassischer Rebound-Partner und das ist naturgemäss keine sehr tolle Sache.

x 6 #19


BunteKatze
@alle Antwortenden

Uiuiui …. Ganz schön was los hier.
Nur ganz kurz

Es ging mir explizit nicht darum, dass hier MEINE NEUE BEZIEHUNG bewertet bzw abgewertet wird.

Ich wollte eigentlich bloß einen netten Sammelthread dazu machen. Einfach so als „Lichtblick“ und Austausch.
Das hier immer alle sich wie die Hyänen drauf stürzen anderer Leute Entscheidungen zu bewerten, finde ic etwas befremdlich.

Mein neuer Partner tut mir gut. PUNKT. Egal was draus wird, lerne ich gerade sehr viel (über mich) und bin oft erstaunt wie es laufen kann.

x 5 #20


aequum
Zitat von BunteKatze:
Mein neuer Partner tut mir gut. PUNKT. Egal was draus wird, lerne ich gerade sehr viel (über mich) und bin oft erstaunt wie es laufen kann.

Das Glück findet einen und nicht umgekehrt. Man weiß auch nicht wann und wo und das ist auch gut so. Wichtig ist nur, es zu erkennen, es anzunehmen und es zu genießen... 😉

x 3 #21


BunteKatze
@hotte
Zitat:
mich meinen Problemen zu stellen und meine Altlasten anzugehen. Reflektion, Therapie, Selbsthilfegruppe, Bücher..

ich glaube, dass geht vielen so, dass man sowas erst nach einer Trennung angeht. Ich habe den ganzen Aufarbeitungskram bereits seit einigen Jahren in Angriff genommen, mein Ex nicht. War vermutlich auch ein Grund, warum es irgendwann nicht mehr passte.
Und genau dieses „besser damit umgehen können“ meinte ich auch.

@Sonnenschein85
Danke für deinen Beitrag und die lieben Wünsche.

@Waris07
Zitat:
Schon damals habe ich leise angemerkt, dass es schwierig werden könnte, alte Verletzungen und Muster einfach mit in eine neue Beziehung zu tragen. Jetzt zeigt sich dieser Punkt.

Nein, genau dieser Punkt ist es eben nicht. Die Trennung hat Wunden aufgerissen die schon ewig da sind. Keine/kaum neue verursacht. Ich trage da ein Muster weiter, was schon immer da war, auch vor meinem Ex.
Ich mache bereits die zweite Langzeit-Therapie. Und allein die Tatsache, dass ich anfange zu weinen und zu reden und nicht einfach ausraste, ist eine riesige Verbesserung. Ich bin ganz aktiv dabei, zu heilen. Ich war nur völlig irritiert, dass mein neuer Partner exakt diesen Wortlauf gewählt hat. Er weiß um die Therapie, aber wir haben nie so ins Detail gehend darüber gesprochen, was ich da alles aufarbeite.
Und ja, ich hätte ihn auch gerne etwas später kennen gelernt, um etwas aufgeräumter zu sein. Aber er ist nunmal jetzt in mein Leben getreten.

x 1 #22


BunteKatze
@ameise 78
Zitat:
Sie sagt, sie selbst hätte sich zwar nie von ihrem Exmann getrennt, ist aber dennoch mit dem "neuen" Partner sehr viel glücklicher, weil es einfach viel besser passt

Exakt diese Aussage könnte in einigen Jahren vermutlich von mir kommen.


@Blindfisch
Die Reflektion und alles hatte bei mir bereits vor eine Jahr angefangen. Er ist am Ende dann er im Oktober mutig genug gewesen zu gehen. Die Trennung/Scheitern der Beziehung habe ich für mich sehr viel früher beginne durchzuarbeiten. Ich war nur zu stur zu sehen, dass es nicht hilft.

#23


BunteKatze
@Worrior

Zitat:
klassische Beziehungen mit zusammenziehen und täglichem aufeinander hängen wird es bei mir eh nicht mehr geben.

Ich möchte Qualitätszeit verbringen und mit der Partnerin die Lebensfreude teilen

Das ist spannend. Ich empfinde es aktuell als sehr schwierig all die Dinge die du davor aufgezählt hast, zu leben, wenn man nicht zusammen wohnt.

x 1 #24


BunteKatze
@mokka_23
Zitat:
Falls du dir in Bezug auf die Beziehung und deinen neuen Partner unsicher bist, finde ich es irgendwie schwierig, dass du dich emotional so von ihm betreuen lässt. Dann wäre er nämlich ein klassischer Rebound-Partner und das ist naturgemäss keine sehr tolle Sache.


Nein, ich bin mir weder mit ihm unsicher noch damit das ich diese Beziehung möchte. Ich bin mit mir oft unsicher, habe Sorge Dinge falsch zu machen und bin sehr verkopft.

#25


Blind-Meg
Zitat von BunteKatze:
Wie ist es bei euch? Am Ende können Trennungen dadurch ja auch wirklich was Gutes bewirken!

Absolut. Ich begrüße Trennngen, denn sie passieren dann, wenn man etwas gelernt hat und es nicht mehr ignorieren kann.

Zitat von Blindfisch:
Man sollte erst einmal mit der "alten" Beziehung abschließen. 16 Jahre haben ihre Prägung hinterlassen. 16 Jahre lang wurde dein Hirn "programiert" - der Speicher löscht sich in der Regel nicht innerhalb einer kurzen Zeit, um Bereit zu sein für die neue Programierung. Und ein Umstand, der selten beachtet wird, ist ebenfalls zu bedenken: Die Zeit der Heilung beinhaltet nicht nur, sich vom "toxischen", "bösen", was weiß ich EX zu lösen, sondern bietet auch eine Chance seine eigenen Anteile am Scheitern der Beziehung zu reflektieren und an sich zu arbeiten um nicht die selben Fehler noch einmal zu begehen.

Bei mir ist dieser Prozess bereits vor der Trennung abgelaufen. Die Erkenntnis, dass ich ohne Trennung nicht mehr raus komme aus der Nummer, in die wir und manövriert haben, und mein eigener Beitrag dazu, war bei mir Voraussetzung, um überhaupt die Entscheidung zur Trennung zu treffen. Das muss nicht zwingend nach der Trennung passieren. Ich denke, gerade Frauen gewinnen ihre Erkenntnisse oft schon vor einer Trennung und wissen danach direkt, worauf sie zukünftig achten werden.

Ich war 5 Monate getrennt und gerade dabei, auszuziehen, als ich meinen jetzigen Partner kennengelernt habe. Wir sind jetzt 5 Jahre zusammen und ich halte unsere Beziehung für eine der gesündesten, die ich jemals kennenlernen durfte.
Ich habe meine Erkenntnisse nicht durch ihn gewonnen, aber kann sie mit ihm hervorragend umsetzen, und das fing schon beim 1. Like in der Dating-App an.

x 3 #26


L
@BunteKatze
Zitat von BunteKatze:
Das ist spannend. Ich empfinde es aktuell als sehr schwierig all die Dinge die du davor aufgezählt hast, zu leben, wenn man nicht zusammen wohnt.

Das ging mir nach der Trennung(nach 20 Jahren )auch so. Da wollte ich auch gerne irgendwann wieder mit einem Partner zusammen wohnen und auch heiraten. Vermutlich weil es fast die Hälfte meines Lebens so gewesen ist.
4 Jahre später sieht die Sache ganz anders aus, trotz Partner. Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen, weder das eine noch das andere. Und das liegt nicht daran, nicht glücklich zu sein.
Was ich sagen will: Genieße dein Glück aber lass dir Zeit:).

x 2 #27


Worrior
Zitat von BunteKatze:
@Worrior Das ist spannend. Ich empfinde es aktuell als sehr schwierig all die Dinge die du davor aufgezählt hast, zu leben, wenn man nicht zusammen ...

Ja, das ist nicht einfach jemanden zu finden der das so leben kann und auch möchte.
Aber das ist eben das was ich geben kann und auch möchte.

#28


BunteKatze
@Blind-Meg
Zitat:
Ich habe meine Erkenntnisse nicht durch ihn gewonnen, aber kann sie mit ihm hervorragend umsetzen, und das fing schon beim 1. Like in der Dating-App an

Genau dieses „mit ihm“ und nicht „durch ihn“ Gefühl habe ich auch!
Ich erwarte nicht, dass er irgendwelche Wunden heilt, stelle aber immer wieder mit Verwunderung fest, dass das ganz nebenbei auch passiert.

Was genau meinst du mit „ das ging schon mit dem 1. Like an?

Ich glaube, ich weiß nicht wie oft ich überlegt habe meinen Ex zu verlassen. Aber ich war zu stur und auch zu sehr überzeugt davon, dass ich mich bloß ein kleines bisschen ändern müsste, um wieder glücklich zu sein, dass ich immer weiter an unserer Beziehung arbeiten wollte. Er hat nur nie mitgemacht, und diese Spirale hat sich weiter gedreht, bis er einen Absprung gefunden hat.

@warrior und @Lichtstrahl1

Vielen Dank für eure Perspektive. Genau solche Sache wollte ich hier anstoßen: wie hat sich der eigene Lebensweg/ die eigene Perspektive nach einer Trennung gewandelt. Finde ich sehr spannend!

x 2 #29


Blind-Meg
Zitat von BunteKatze:
Was genau meinst du mit „ das ging schon mit dem 1. Like an?

Ich habe durch meine Ehe gelernt, was mir wichtig ist bei einem Partner, welche Eigenschaften ich suche und mit welchen ich nicht mehr bereit bin mich abzufinden. Und entsprechend habe ich nur diejenigen Männer "geliked", die diese Kriterien erfüllen, und alle anderen gnadenlos aussortiert.

Zitat von BunteKatze:
zu sehr überzeugt davon, dass ich mich bloß ein kleines bisschen ändern müsste, um wieder glücklich zu sein, dass ich immer weiter an unserer Beziehung arbeiten wollte.

Das dachte ich auch lange. Ich habe bestimmt 3 Jahre damit verbracht, zu versuchen, unsere Beziehung zu verbessern.

Zitat von BunteKatze:
Er hat nur nie mitgemacht, und diese Spirale hat sich weiter gedreht, bis er einen Absprung gefunden hat.

Mein Exmann hat auch nie mitgemacht, er hat noch nicht mal das Problem verstanden, denn er hatte keins.
Als ich das akzeptiert hatte, war ich bereit zur Trennung.

Somit war zB eines der obersten Kriterien für die Partnerwahl, dass ich von einem Partner erwarte, dass er meine Bedürfnisse und Anliegen genauso ernst nimmt wie seine eigenen. Ich werde nie mehr im Alleingang an einer Partnerschaft arbeiten. Und nie mehr jemanden an meiner Seite dulden, der meint, an einer Partnerschaft müsse man nicht arbeiten.

x 3 #30


A


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