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Heilen in/trotz/mit einer neuen Beziehung

M
Zitat von BunteKatze:
Ich glaube, ich weiß nicht wie oft ich überlegt habe meinen Ex zu verlassen. Aber ich war zu stur und auch zu sehr überzeugt davon, dass ich mich bloß ein kleines bisschen ändern müsste, um wieder glücklich zu sein, dass ich immer weiter an unserer Beziehung arbeiten wollte. Er hat nur nie mitgemacht, und diese Spirale hat sich weiter gedreht, bis er einen Absprung gefunden hat.

Exakt das hätte ich auch schreiben können. Der Absprung meines Ex war dann eine Affäre,für die Frau hat er sich getrennt. Stur weiß ich nicht, und ich hätte schon auch gedacht, "wir zusammen" müssten uns nur ein bisschen wieder zusammenfinden. Aber ich hab mich in den Jahren nach der Trennung oft gefragt, warum ich so an diesem "für immer" festgehalten habe innerlich, so dass mich auch die Trennung erstmal komplett zerschmettert hatte gefühlt.


Zitat von BunteKatze:
Mein Partner ist, wenn er bei mir ist 100% bei mir, braucht dann aber wiederum Zeit um „seine Dinge“ zu erledigen. Das nehme ich als „auf Abstand gehen“ wahr. Was es vermutlich aber nicht ist.

Lustig, auch das hätte ich schreiben können, aber da bin ich in der Rolle Deines Partners. Ich kann nicht für ihn sprechen, aber bei mir ist das überhaupt kein "auf Abstand gehen" zu meinem neuen Partner. Es ist eher ein "bei mir sein, damit ich im Anschluss wieder gern mit ihm bin". Ich brauche echt auch Alleinzeit bzw. Zeit für Freunde, Telefonate etc. Da wir nicht zusammen wohnen, hat er bei mir oder ich bei ihm eben keinen eigenen Raum/Zimmer/Sachen. Deswegen ist die Zeit intensiv mit ihm, was ich toll finde. Und dann reicht's eben auch und ich möchte meinen Kram machen Lachendes Gesicht .

x 2 #46


BunteKatze
Auch, wenn es mir wie gesagt, nicht darum ging, meine Beziehung hier "auseinander zu nehmen", möchte ich euch trotzdem antworten, da ihr euch ja Zeit nehmt mir zu schreiben.

@Margerite
Zitat von Margerite:
Dass nach 3 Monaten noch alles super ist, ist nicht anders zu erwarten. Aber im Lauf der Zeit zeigt dann jeder seine Eigenschaften und Eigenarten und wie kompatibel man dann als Paar ist, zeigt sich erst nach einem Jahr oder noch länger. Du benützt Deinen Partner als eine Art Trostpflaster, als Therapeuten, der Dir ...


Meiner Erfahrung nach zeigt sich teilweise auch erst nach 16 Jahren, dass es nicht (mehr) passt Zwinkerndes Gesicht
Ich möchte aber die Unterstellung von mir weisen, dass ich ihn aktiv als Trostpflaster und Therapeuten nutze. Gleichzeitig muss ich aber auch einräumen, dass dies in letzter Zeit versehentlich passiert ist. Weil ich mich bei ihm sicher fühle und nicht mehr gefiltert habe, was eine so junge Beziehung schon tragen kann und was nicht. Die Quittung habe ich letzte Woche dann fast bekommen. Ich habe massiv unterschätzt, was meine Traurigkeit und mein Verhalten bei ihm auslöst, was mir unglaublich leid tut. Ich nehme unserer Beziehung viel zu viel Leichtigkeit, da muss ich dringend an mir arbeiten.

Zitat:
Es liest sich für mich nicht nach einer gesunden Beziehung auf Augenhöhe, sondern eher als eine Beziehung zwischen dem "starken, wissenden" Therapeuten und der "schwachen, von Altlasten belasteten" Patientin.


Ohje und exakt das soll es auf keinen Fall werden. Das habe ich in den letzten Tagen auch sehr viel reflektiert und werde sehen, wo ich da bei mir ansetzen muss/kann.

@Akelei76
Zitat:
Siehe das erste Zitat. Es geht ja schon los. Aber will die TE nicht lesen. Dann fühlt sie sich bewertet. Ich denke, sie weiß es selbst und war deshalb getriggert.


Ich wollte hier einen Erfahrungsaustausch aufbauen, nicht meine eigene Beziehung durchanalysieren lassen. Das hat absolut nichts damit zu tun, dass ich Dinge nicht lesen oder hören will. Darum sollte es in diesem Thread nur einfach nicht gehen.
Heilen tue ich übrigens allein durch seine Handlungen, ohne dass ich vorher das "heulende Elend" bin. Da geht es nicht nur um die Momente in denen er mich tröstet, diese Situation sollte ein Beispiel dafür sein, wie sehr er mich "sieht". Das Gefühl ist für mich neu und heilsam.

@Maribelle
Ja, da scheinen unsere Geschichten sehr sehr ähnlich verlaufen zu sein. Mein Ex hat mich ja dann auch für eine andere Frau verlassen. Ich habe auch sehr an diesem "für immer" gehangen und habe dadurch lange Zeit mich selbst aus den Augen verloren.

Zitat:
Es ist eher ein "bei mir sein, damit ich im Anschluss wieder gern mit ihm bin". Ich brauche echt auch Alleinzeit bzw. Zeit für Freunde, Telefonate etc. Da wir nicht zusammen wohnen, hat er bei mir oder ich bei ihm eben keinen eigenen Raum/Zimmer/Sachen. Deswegen ist die Zeit intensiv mit ihm, was ich toll finde. Und dann reicht's eben auch und ich möchte meinen Kram machen Lachendes Gesicht .

Ich muss nach einer Beziehung, die 16 Jahre lang anders lief, einfach noch lernen, damit umzugehen. Genauso wie er lernen sollte, dass er sich nicht immer benehmen kann wie in seiner Junggesellen-Zeit Zwinkerndes Gesicht

x 1 #47


A


Heilen in/trotz/mit einer neuen Beziehung

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A
Zitat von BunteKatze:
Ich möchte aber die Unterstellung von mir weisen, dass ich ihn aktiv als Trostpflaster und Therapeuten nutze. Gleichzeitig muss ich aber auch einräumen, dass dies in letzter Zeit versehentlich passiert ist. Weil ich mich bei ihm sicher fühle und nicht mehr gefiltert habe, was eine so junge Beziehung schon tragen kann und was nicht. Die Quittung habe ich letzte Woche dann fast bekommen. Ich habe massiv unterschätzt, was meine Traurigkeit und mein Verhalten bei ihm auslöst, was mir unglaublich leid tut. Ich nehme unserer Beziehung viel zu viel Leichtigkeit, da muss ich dringend an mir arbeiten.

Das ist es ja, was ich meine: Du hast gar keine Zeit zu heilen, weil es jetzt schon wieder darum dreht, die Beziehung auszutarieren.

Aber ich möchte dir sicher nicht deinen Thread kaputtmachen, warum auch. Wenn du das so händeln magst, dann ist so.

x 1 #48


mokka_23
@BunteKatze Vielleicht könnte es dir helfen die Kommentare hier besser einzuordnen, wenn du dir bewusst machst, dass eine neue Beziehung so leicht und wunderschön sie sich anfühlen mag, in emotionaler und nervlicher Hinsicht eben auch eine Herausforderung darstellt. Wenn jemand aus einer langjährigen unerfüllten/konfliktreichen/... Beziehung kommt und noch dazu Thematiken aus der Kindheit aufarbeitet, dann ist das emotional und nervlich sehr viel. Ich habe vorhin noch kurz deine Postings im anderen Thread angeschaut. Du scheinst dir viel Druck zu machen, das alles, die Trennung, den Umzug, deine Katzen und natürlich die neue Beziehung gut hinzubekommen. Aber es scheint dich sehr zu belasten. Falls es nicht klappen sollte, weil eben zu viel, würde ich dir einfach empfehlen es langsam und mit viel Selbstrespekt und Selbstfürsorge anzugehen und dein Bedürfnis nach Verbindung erst einmal durch Freundschaften zu stillen.

x 2 #49


Usambara
Ich habe noch in Erinnerung dass du auch in deiner vergangenen Beziehung viel an dir "gearbeitet" hast und viel an der Beziehungsgestaltung " gearbeitet" hast.

Jetzt analysiert du wieder an dir herum, willst an dir "arbeiten". Nimmst der Beziehung die Leichtigkeit.
Dein Exfreund beklagte das doch auch dass ständig irgendwas war, dass es schwer war und mit der Neuen ist Leichtigkeit.

Kann es eine Gewohnheit, eine Art Sucht sein, ständig zu meinen man müsse an sich arbeiten, sich ständig reflektieren und analysieren? Oder ein Hobby?

Was gibt es denn in einer so jungen Beziehung schon groß zu arbeiten? Man lernt sich doch gerade erst kennen.

Das klingt so anstrengend, angestrengt....

Die Beziehungsarbeit kommt doch mit zunehmender Zeit, mit zunehmender Belastung wie Krankheiten, Kinder oder Stresssituationen.

Willst du das dein ganzes Leben immer so weitermachen? Immer dran arbeiten?

Wann bist du fertig, was ist dein Ziel?

x 2 #50


Blind-Meg
Zitat von Usambara:
Die Beziehungsarbeit kommt doch mit zunehmender Zeit, mit zunehmender Belastung wie Krankheiten, Kinder oder Stresssituationen.

Hier möchte ich mal entschieden widersprechen! Wenn man erst während der Krise oder Belastung anfängt, an der Beziehung zu arbeiten, ist es wahrscheinlich schon zu spät. So entstehen diese ganzen Dümpel-Beziehungen, dieser besser-als-nichts-Konstellationen, wo Paare gemütlich nebeneinander herleben, einander nicht mehr viel zu geben haben aber es auch nicht unbequem genug ist, sich den Widrigkeiten einer Trennung auszusetzen.
"Beziehungsarbeit" meint nichts anderes als die Paarbeziehung aktiv zu leben und zu gestalten, also genau DAS, was die meisten Paare in der anfänglichen Schmetterlingszeit ganz von alleine tun (darum ist es da auch so schön) - und dann irgendwann einfach damit aufhören.
Beziehungsarbeit ist, sich um den anderen zu bemühen, zu kommunizieren, sich auch mal bisschen anzustrengen, neugierig sein auf den anderen. Halt alles, was am Anfang ganz von alleine flutscht. Irgendwann passiert es nicht mehr von alleine, da muss man es aktiv machen, und darum heißt es dann auch "Arbeit".
In den Sitationen, die du beschreibst (Krisen, Belastungen etc) profitiert man dann von dem, was man vorher er"arbeitet" hat.
Du fängst auch nicht erst im Schneesturm an, Brennholz zu sammeln, und das in die Jahre gekommene Dach reparierst du nicht erst bei Sturn und Hagel.

#51


Usambara
@Blind-Meg
Ja gut. So meinte ich es gar nicht.

Sie ist ja noch in der Anfangszeit und da sollte das wie du es schreibst doch alles ganz von selbst laufen. Ohne groß dran zu "arbeiten".

Ich finde schon dieses Wort nimmt alle Leichtigkeit. Ich finde besser Beziehung pflegen, zu nähren zum Beispiel.

Aber mit dem was du zu den Dümpelbeziehungen sagst hast du natürlich Recht. Aber wie gesagt, das war von mir nicht gemeint.

x 2 #52


Blind-Meg
Zitat von Usambara:
Ich finde schon dieses Wort nimmt alle Leichtigkeit.

Ich setze "Leichtigkeit", wenn davon im Zusammenhang mit Partnershaft gesprochen wird, inzwischen mit Oberflächlichkeit und/oder Unverbindlichkeit gleich. Die meisten meinen nämlich damit, genau nichts für die Beziehung zu tun, sondern sie nur zu konsumieren.
Aber ich weiß, dass das eine Haltung ist, die nicht viele teilen.

x 1 #53


Liebeleben
@BunteKatze ich kann das total verstehen. Mir ging es ähnlich. Ich habe mich im letzten Jahr nach 25 Jahren von meinem Mann getrennt.

Die Zeit vor der Trennung war sehr schwierig mir ging es Wochen, Monate lang richtig schlecht. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil einfach auch viel dran hing, Kinder, Finanzen, Haus und so weiter.

Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass ich einfach nicht weitermachen kann. Vermutlich habe ich die Trennung schon vor der Trennung ein Stück weit verarbeitet. Und in dieser Phase habe ich meinen neuen Partner kennen gelernt.
Wobei man dazu sagen muss, ich kannte ihn schon aus meiner Jugendzeit und wir haben uns wieder gesehen. Wir waren früher befreundet, haben uns dann aber irgendwann aus den Augen verloren. So gesehen habe ich nicht vollkommen die Katze im Sack gekauft.
Eigentlich war der Plan, erst mal alleine zu bleiben und die neue Freiheit zu genießen. Aber manchmal kommt das Leben eben anders, als man denkt oder plant.

Ich bin jetzt sechs Monate etwa mit meinem neuen Partner zusammen und muss sagen, er ist komplett anders als mein Ex. und er tut mir richtig gut, es passt richtig toll und die Gefühle sind sehr stark.

Ich habe natürlich auch darüber nachgedacht, ob es Sinn macht, mich relativ schnell in eine neue Beziehung zu stürzen und ich wollte auch absolut nicht, dass ich ihn irgendwie als opt out benutze. Das hätte er nicht verdient und so ist es auch nicht.

Ich habe mich entschieden, es einfach zu nehmen, wie es ist. Alles im Leben hat seinen Sinn, und dass es gerade jetzt so gekommen ist und er da ist, ist einfach ein Geschenk.

Was die Zukunft bringt, wird man sehen..

x 3 #54


S
Zitat von BunteKatze:
Auch, wenn es mir wie gesagt, nicht darum ging, ……

Du machst das schon

Geh dein Weg in deiner Geschwindigkeit.

#55


M
Zitat von BunteKatze:
Meiner Erfahrung nach zeigt sich teilweise auch erst nach 16 Jahren, dass es nicht (mehr) passt

🎯

Oder sogar: erst recht - wei man sich in einer so langen Zeit einfach auch auseinanderentwickeln oder -leben kann.
Zitat von BunteKatze:
die Trennungsphase ging bereits seit Monaten, seit Jahren war es nicht mehr so wie es hätte sein sollen.

Ich kenne deine anderen Posts nicht, aber rein zum Thema "ab wann ist eine neue Beziehung gut?", finde ich: Wenn man offen dafür ist, einen neuen Menschen kennenzulernen und nicht mit diesem eine Leerstelle zu füllen. Vielleicht schließt man letztlich doch schneller ab, wenn eine Trennung in der Beziehung im Raum steht?

Zitat von BunteKatze:
Ich muss nach einer Beziehung, die 16 Jahre lang anders lief, einfach noch lernen, damit umzugehen.

Vielleicht merkst du auch mit der Zeit, dass du diese losere Art von Beziehung entweder nicht willst oder später sogar besser findest. Ich finde, das kannst du ergebnisoffen anschauen.

Versuchen, den neuen Mann zu ändern, würde ich nicht (Klang ein bisschen danach mit der Junggesellenzeit).
Zitat von BunteKatze:
Ich habe gemerkt wie gut er mir mit seinem Verhalten getan hat.

Bei mir ist das zum Teil Immer noch so, zum Teil haben wir beide gemerkt, dass uns die rosa Wolken schon bisschen vernebelt haben 😀. Das darf aber auch sein. Ich finde an der neuen Beziehung vielleicht gerade toll, dass sie nicht für immer sein muss, weil ich eben seit der Trennung weiß, wie gut und gerne ich auch allein lebe.

Das Zitat mit "deiner kleinen Welt" hat mich deshalb vielleicht auch irritiert, klang etwas, hm, von oben herab? Trauriges nicht allein tragen zu müssen, ist dagegen schön.
Zitat von Liebeleben:
Ich habe mich entschieden, es einfach zu nehmen, wie es ist. .

... und: besser den Partner brauchen, weil man ihn liebt, als lieben, weil man ihn braucht (frei nach Erich Fromm).

x 1 #56


Worrior
Erst mal den Alltag und das Leben auf die Kette kriegen.
Den Psychomüll entsorgen und Altlasten abarbeiten.
Dann klappts auch mit Mr. oder Mrs. Next.

Ich hab die Regeln nicht gemacht.

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A


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