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Herz und Verstand kämpfen, Trennung bricht mir das Herz

T
Zitat von Lillilone226:
sondern bei dem ändern handelte es sich eigentlich nur um das Mindestmaß an Basics wie einen Job nachgehen, Umgang mit Geld, Aufgabenteilung Zuhause, Grundlagen des sich erwachsen verhalten und das mit mittlerweile 40

Oh je, oh je, oh je...
Das ist schon sehr heftig.
Ich sage es wie es ist... dafür wärst du nicht einen einzigen Tag lang zuständig gewesen... und den Stiefel solltest du dir besser niemals wieder anziehen.
Auch nicht bei einem anderen, der sich vermeintlich leichter lenken lässt.


Zitat von Lillilone226:
Daraus hat sich auch das mütterliche Verhalten ergeben, weil ich für alles sorgen und versorgen musste, damit das Leben halbwegs läuft ohne Katastrophen.

Und das hat dich selbst wirklich nicht abgeschreckt und abgestoßen..?
Wenn nein - warum nicht..?
Ich denke hier solltest du ganz, ganz genau hinschauen...
Denn... normal ist das nicht.

Du warst ja nicht die Sozialarbeiterin oder Therapeutin deines Partners - du scheinst dich aber selbst so gesehen zu haben.
Muss alles nicht hier diskutiert werden - nur für dich selbst als Anregung zum Nachdenken... wo könnte das herkommen?

Musstest du schon als Kind viel Verantwortung übernehmen..?


Zitat von Lillilone226:
Ich bin leider sehr inkonsequent und kann schlecht aushalten und gegen die Wand fahren lassen, sodass er mal die Konsequenzen gesehen hätte.

Richtig wäre es gewesen, zu gehen.
Nicht aushalten, sondern gehen.


Zitat von Lillilone226:
Vor allem muss ich lernen mich durchzusetzen. Große Schwäche.

Ich fürchte die größte Schwäche ist, dass du den grundlegenden Fehler nicht siehst: du musst dich in solchen Dingen nicht durchsetzen.
Du müsstest dir einen reifen, verantwortungsbewussten Menschen suchen, mit dem eine normale Beziehung möglich ist.

Du kannst keinen zu seinem Glück d.h. einem geregelten Leben zwingen!

Wenn du einen Partner möchtest, der ein geregeltes Leben führt, dann musst du dir einen Partner suchen, der das kann.
Es ist absolut nicht deine Aufgabe, das einem erwachsenen Mann beizubringen oder dich diesbezüglich durchzusetzen.


Zitat von Lillilone226:
Leider ist mein Papa Ende letzten Jahres viel zu früh verstorben.

Das tut mir sehr, sehr leid. Ich habe meinen auch (zu früh) mit 34 Jahren verloren und kenne den grausamen Schmerz. Mein aufrichtiges Beileid.

Ich wünsche dir sehr, dass du wirklich genauer hinsehen und erkennen kannst, wo es bei dir hakt und dass du die Weichen für eine bessere Beziehung stellen kannst.
Du hast mir diesem Mann, der ein großes Kind war, unglaublich viel Zeit verschwendet. Jahrelang unbezahlt als Sozialarbeiterin gearbeitet.
Ich wünsche dir von Herzen, dass dir das nicht noch einmal passiert!

Heute 00:16 • x 1 #16


L
@thegirlnextdoor
Was soll ich sagen. Das ist tatsächlich mein Job - Sozialarbeiter. Ich weiß über die Verantwortung, Grenzen, usw. Auf der Arbeit bekomme ich das super hin. Nur privat ist das so ne Sache. Ich bin super empathisch und kann teilweise nicht anders als zu helfen. Ich hasse es wenn es Leuten schlecht geht und ich was dagegen tun könnte - also tue ich es. Meist stelle ich mich dann zurück. Ich hab seit letzten Jahr angefangen, daran aktiv zu arbeiten und umzusetzen und seitdem rührt es auch bei mir bzgl. meiner Beziehung. Die Gedanken und die Erkenntnis habe ich schon länger, aber das Gefühl, dass ich mich dagegen wehren kann und muss ist seitdem immer stärker geworden.

Wir sind zusammen älter geworden, aber nicht gemeinsam erwachsen. Er hat viele Baustellen und ich hatte das Gefühl, dass ich für ihn ein Anker bin, bis sich das ganze verselbständigt hat und ich ihn nicht fallen lassen konnte. Neben Liebe war da noch Fürsorge und ein Verpflichtungsgefühl. Es gab gute und schlechte Phasen und durch die guten hatte ich irgendwie die Hoffnung dass es irgendwann gut wird. Aber ich hab's eingesehen, dass ich auf etwas gewartet und gehofft hab, was nicht eintreten wird. Ich dachte ich bin eben loyal durch gute und schlechte Zeiten. Anfangs war es nicht so, das kam erst nach paar Jahren. So viele Gespräche und Versuche alles auf die Reihe zu bekommen, dann war es besser und dann hat alles wieder nachgelassen, unzählige Runden.
Ich weiß das alles mit meinem Verstand, aber ich konnte mich emotional einfach nicht lösen. Ich hab viel zu viel ausgehalten. Jetzt hab ich schon mal einen Teil vom Ballast abgeworfen und den Rest muss ich verarbeiten. Ich hab eindeutig ein Helfersyndrom, da muss ich noch ran. Das wird mir sonst wieder zum Verhängnis.

Für die Zukunft werde ich aufpassen ... Ich hoffe, ich kann irgendwann noch mal vertrauen, natürlich hab ich jetzt Angst, dass nochmal so was passiert. Alle meine Beziehungen bisher waren Typen, die so ähnlich waren, bzw. da nen Knacks hatten.

Der nächste Mann an meiner wird anders sein...

Heute 00:37 • x 2 #17


A


Herz und Verstand kämpfen, Trennung bricht mir das Herz

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T
@Lillilone226 ach je...! Das ist auch mal ungewöhnlich... da braucht man dir natürlich nichts zu erzählen, da du selbst vom Fach bist
Dann weißt du natürlich bescheid.

Wobei Erkenntis und Umsetzung natürlich auch noch nicht dasselbe sind... und teilweise ist es verdammt schwierig, Dinge bei sich selbst zu überblicken und umzusetzen, die man von Außen locker sieht und bei anderen schnell erfasst. Kenne das Problem ja selbst auch (bin keine Sozialarbeiterin aber habe Pädagogik und Psychologie studiert...)

Zitat von Lillilone226:
Alle meine Beziehungen bisher waren Typen, die so ähnlich waren, bzw. da nen Knacks hatten.

Bist du das Thema mal mit therapeutischer Hilfe angegangen..?
Also wirklich ganz genau anschauen, warum dich das privat und nicht nur beruflich so extrem anspricht..?
Da wird es mit Sicherheit Gründe geben (die selbstverständlich nicht hierher gehören, es sei denn du würdest es selbst hier thematisieren wollen)

Wie gesagt - Erkenntnis ist gut und schön, aber ob sie tiefgreifend genug ist und ob man wirklich alle entscheidenden Mechanismen aufgedeckt hat... das ist immer die andere Frage.
Da könnte eine erfahrene Begleitung evtl. auch nochmal hilfreich sein.

Zitat von Lillilone226:
Der nächste Mann an meiner wird anders sein...

Das wünsche ich dir sehr! ️

Vor 51 Minuten • #18


Libellenfrau
@Lillilone226 Es ist sehr gut, dass du den Anfang gefunden hast dein Leben zu ändern. Und dass du bereit bist, dir deine Anteile anzuschauen. Es ist ja nicht nur so, dass sich der unreife Bursche auf deine Kosten und Mühen ein bequemes Leben gemacht hat. Du erkennst auch, dass du selbst die Muttirolle angenommen hast. Ist es eher das Bedürfnis, gebraucht zu werden? Weil er es ja allein nicht hinbekommt? Oder ist es nicht auch so, dass du dadurch mehr Kontrolle fühlst? Ist es nicht auch ein Vertrauensdefizit deinerseits, wenn du nicht die halbe Verantwortung und damit auch Entscheidungen einem Partner auf Augenhöhe überlassen kannst? Ein Zeichen von Stärke sehe ich nicht darin. Wohl aber, dass du in Lage bist, dein Leben zu ordnen und zu strukturieren. Du machst dir gerade deine Muster bewusst, und hast auch eine gute Unterstützung.

Vor 45 Minuten • x 2 #19


L
@thegirlnextdoor das fühlt sich so bekloppt an, wenn man das beruflich macht und andere berät und coacht und im Inneren weiß, dass man selbst so Baustellen hat. Aber das öffnet mir oft den Blick für andere, bin halt in deren Lebenswelten damit drin. Fluch und Segen zugleich.

Ich hab das Problem, dass ich mir immer etwas aufregendere und unkonventionelle Typen gesucht hab. Immer bisschen neben dem konservativen System. Aber die sind ja nicht umsonst so, da geht halt auch einiges drunter und drüber, aber die sind das gewohnt und leben damit. Dann komm ich und ich hab irgendwie beides (ich bin Zwillinge von Sternzeichen, hab irgendwie viele Widersprüche in mir) ich hab diese leichte, spontane, alternative Seite, aber auch die sichere, bodenständige Seite. Alle fanden die Stabilität gut, die ich mitgebracht habe. Irgendwie tappe ich aber dann immer die Falle, irgendwann allein verantwortlich zu sein. Und dann bin ich extrem loyal und lasse niemanden hängen,obwohl ich verletzt oder vielleicht auch ausgenutzt werde.

Dieses Helfersyndrom... Es gibt einem halt irgendwie eine Daseinsberechtigung, die Dankbarkeit, wenn man das Leben oder den Tag ein bisschen besser gemacht hat. Ich denke, ich hatte immer schon, auch als Kind, das Talent zu spüren, was andere brauchen, oft bevor sie selbst wissen, was es ist. Das hab ich auf der Arbeit im Einzelcoaching/ in der Einzelbetreuung auch. Und darüber hab ich mir ein Konstrukt um meinen Selbstwert aufgebaut, gleichzeitig ist mir egal, was Leute von mir halten oder von deren Seite kommt. Ich leite das aktiv von meiner Seite ein - nicht erst wenn jemand mich um Hilfe bittet. Und alle sind immer überrascht , woher ich weiß, was sie brauchen. Bisher hat sich keiner beschwert und irgendwann gewöhnen sich alle dran und nutzen dann meine Hilfe. Nicht so gesund, ich weiß. Ich ziehe die Energie für meine Selbstwert quasi selbst daraus.
Ein Hintergrund ist... Indem ich mich immer auf andere konzentriere, muss ich mich nicht selbst fragen, was ich brauche und was ich will... Das hat in meiner Kindheit nie so eine große Rolle gespielt, weil mir der Weg geebnet wurde. Ich hab sehr sehr liebevolle Eltern, sehr fürsorglich, aber ich hatte auch nicht viel Entscheidungsfreiraum dadurch. Ich bin es nicht gewohnt, darauf zu achten, was ich will oder was mir gut tut. Geschweige denn es umzusetzen oder gar durchzusetzen. Das muss ich jetzt wohl mal lernen, in der Zeit, in der ich alleine bin. Denn jetzt sagt mir keiner, was ich essen will oder welchen Film wir schauen, oder welche Couch ich kaufe. Das wird ein Abenteuer....

Vor 26 Minuten • x 1 #20


T
@Lillilone226 ich kann das, was du schreibst, zu 100% nachvollziehen... und kann dich sehr gut verstehen!
Für deinen Beruf die allerbesten Voraussetzungen... fürs Privatleben teils eher sehr hinderlich... kenne die Problematik leider selbst sehr gut.

Du hast jetzt die Chance, etwas anders zu machen, und ich wünsche dir sehr, dass es dir gelingen wird.

Zitat von Lillilone226:
Denn jetzt sagt mir keiner, was ich essen will oder welchen Film wir schauen, oder welche Couch ich kaufe. Das wird ein Abenteuer....

Das klingt doch super, einfach mal ran - das wird sicher gut!

Vor 12 Minuten • x 1 #21


L
@thegirlnextdoor
Vielen Dank! ️

Dann sind wir dahingehend ja Leidensgenossinnen!
Wenn ich die passende Feinjustierung oder den richtigen Knopf gefunden habe, sag ich Bescheid!

Vor 8 Minuten • x 1 #22


T
@Lillilone226 das wäre super!

Vor 6 Minuten • #23




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