Wildshytz
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ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich befinde mich gerade in einer sehr komischen Lage die mir einiges abverlangt. Wie hat es angefangen? Also ich treffe seit 9 Monaten einen Mann und seit ca. 6 Monaten sind/waren wir auch ein Paar. So ziemlich nach einem Monat unserer Beziehung fing es an zu kriseln. Ich hatte auf ein Mal das Gefühl, dass ich mehr Gefühle für ihn habe als er für mich. Ohne wirklichen Grund um ehrlich zu sein. Aus dieser Unsicherheit heraus habe ich mich oft von Kleinigkeiten angegriffen gefühlt, war dann sehr emotional und wir hatten oft Streitereien. Anfangs hat er noch versucht Verständnis zu zeigen und ich habe ihm auch von meiner Kindheit erzählt und wir sind ziemlich schnell zum Entschluss gekommen, dass es eventuell daran liegen könnte. Und zwar ist es so, dass ich einen Stiefvater hatte, der mich oft geschlagen hat, sehr streng war, mich auch oft an Körperstellen berührt hat wo ein Mädchen eigentlich nicht berührt werden sollte von einem erwachsenen Mann. Ich habe all die Jahre die wir mit ihm zusammen gelebt haben, in Angst gelebt.
Ich habe mich von meiner Mutter allein gelassen gefühlt, weil sie sozusagen nichts dagegen gemacht hat und mich nicht beschützt hat. Nach deren Trennung habe ich eigentlich über Jahre hinweg einfach weitergelebt ohne mich therapieren zu lassen und habe es verdrängt. Erst im Erwachsenenalter habe ich durch meine erste richtige Beziehung gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt. Nach dieser Beziehung habe ich mich auch angefangen mehr damit auseinander zu setzen aber so wirklich gefruchtet hat es anscheinend nicht. Ich bin jetzt Ende 20 und das ist meine 3te Beziehung die ich „in den Sand„ setze. Mein Partner ist 10 älter als ich und hat dementsprechend schon seine Erfahrungen und möchte eigentlich nur Ruhe in einer Beziehung aber die hat er mit mir nicht. Nach dem wir das mit den Erfahrungen aus der Kindheit besprochen hatten, habe ich mir auch vorgenommen daran zu arbeiten. Ich habe Bücher gelesen, einige Übungen daraus gemacht. Irgendwie schien es auch zeitweise zu helfen und ich bin tatsächlich etwas entspannter geworden.
Habe mehr Sicherheit bekommen und konnte teilweise auch Ängste ablegen. Dies hielt dann aber immer nur für ein paar Wochen und dann hatten wir wieder Streit. Dazu muss ich aber auch noch sagen, dass mein Partner kein einfacher Mensch ist. Er ist oft sehr impulsiv und neigt auch dazu cholerisch zu sein. Teilweise sagt er auch, dass ich ihn dazu bringe. Er nimmt sich die kleinste „Kritik„ sofort zu persönlich wirft mir aber das dann wiederum auch vor. In den letzten 3 Monaten musste ich mir auch öfter anhören: „Du machst immer wieder das gleiche„, „Du wirst immer was haben„, „Es wird sie nie ändern„ usw. Dabei hatte ich selbst das Gefühl, dass ich mich bessere und auch besser kommunizieren kann. Ich habe aufgehört mit Du-Botschaften, ich verallgemeinere nicht mehr usw. Damit ich ihm keine Schuldgefühle gebe. Aber er sagt er hat trotzdem welche. Es scheint so, als würden meine Bemühungen nicht mehr helfen und er sieht auch nur noch das Negative. Ein Bespiel: Vor 3 Wochen hatten wir ein ganz normales Gespräch über banale Dinge. In diesem Gespräch hat er seine Ex-Freundin erwähnt.
Da er das in der Zeit wo wir uns kennen schon sehr oft getan hat und ich es auch irgendwo verstehen kann, weil die sehr lange zusammen waren und sie irgendwie immer Teil der Geschichten ist. Ich habe ihm einfach gesagt, dass es sich für mich nicht schön anfühlt, dass er so oft über sie spricht. Das hat er als Angriff genommen, vielleicht auch zu recht? Jedenfalls hat er mich dann tagelang ignoriert und mir nicht mehr geantwortet. Für mich fühlte es sich an wie eine Bestrafung und ich war echt fix und fertig. Nach ein paar Tagen haben wir uns dann wieder gesehen und ich habe das angesprochen und er meinte nur, dass er runterkommen wollte und es keine Bestrafung war. Die Tage dadrauf haben wir uns super verstanden und er war wieder sehr liebevoll. Er hat sich dann erkältet und ich habe mich um ihn gekümmert, Suppe gekocht, Medikamente geholt und war einfach für ihn da. Bis nach ein paar Tagen wieder alles anfing. Er hatte mit seiner Mitbewohnerin Canabis konsumiert und kurz darauf war ich bei ihm und natürlich habe ich gemerkt dass er high war. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich es nicht gut finde wenn er krank ist und dann was raucht und vor allem finde ich es unangenehm wenn er high ist und ich einfach daneben sitze und wir keine Gespräche führen können usw. Nach ein paar Minuten habe ich dann aber gemerkt, dass es hätte nicht sein müssen von mir, weil er ein erwachsener Mensch ist und machen kann was er will und habe mich dann dafür entschuldigt.
Es schien auch erstmal für ihn ok zu sein aber ich habe gemerkt, dass er sauer ist. Er hat einfach kein Wort mehr mit mir gesprochen, nicht angefasst usw. Das hat mich natürlich wieder an die Situation davor erinnert, dass er mich Bestrafen will und ich bin dann sehr emotional geworden (also mir kamen die Tränen, und ich habe ihm erklärt, dass es deswegen ist, weil ich Angst habe, dass wir wieder tagelang nicht miteinander reden können). Ich habe diese Stille einfach nicht aufgehalten und ich habe gesagt ich gehe dann lieber nach Hause, weil ich gerade damit nicht umgehen kann. Ich habe dann eine Nacht drüber geschlafen und hatte dann auch Schuldgefühle, weil wer bin ich schon ihm zu sagen was er zu tun und zu lassen hat. Ich habe ihm dann eine lange Nachricht geschrieben und mich entschuldigt und er hat erstmal nicht geantwortet. Nach 2 Tagen der Stille habe ich ihn gefragt ob er vielleicht bereit ist mit mir zu reden. Er meinte nein und dass er keinen Nerv mehr darauf hat, weil es immer das gleiche ist und ich meine Versprechen nicht einhalten kann und sich nie aber auch nie was ändern wird. Ich habe ihm versucht zu erklären, dass ich der Meinung bin dass ich Fortschritte mache und auch an mir arbeite aber dass es eben nicht von heute auf morgen funktioniert und dass ich auch ein bisschen Vertrauen von ihm brauche, weil es ein sch. Gefühl ist wenn man zu sagen bekommt „Du wirst immer so sein und nie wird sich was ändern„. Aber auch dass er die Kleinigkeiten nicht sieht die ich schon getan habe, oder geschafft habe. Er war davon aber nicht abzubringen und meinte, dass er die Schnauze voll hat und für sich jetzt entsprechende Maßnahmen ergreift. Wir können zwar noch sehr regelmäßig schreiben oder telefonieren aber sehen möchte er mich nicht. Ich habe absolut keine Ahnung was das heißen soll. Für mich war echt dann vorbei, ich habe gedacht mein Herz springt mir raus. Ich habe nicht mehr geantwortet darauf und wir haben nun seit 4 Tagen keinen Kontakt. Die Tage waren echt schlimm, nicht nur dass ich weiß, dass wahrscheinlich eine Trennung ansteht aber auch weil ich mich weiterhin mit meinen Kindheitsthemen beschäftige die einiges abverlangen. Ich bin einfach so wütend und traurig, dass mir das angetan wurde als ich ein kleines Mädchen war und dass das alles was mein Stiefvater mit mir gemacht hat, solche Konsequenzen für mein erwachsenes Leben hat. Dass ich dadurch keine vernünftige Beziehung führen kann, mich nicht entspannen kann und gefühlt immer in Konflikte gerate, weil ich denke dass der andere mir was Böses will.
Dabei versuche ich alles richtig zu machen, ich bin immer für meine Freunde und meinen Partner da, egal welche Situation. Wenn jemand Support braucht, bin ich immer da. Wenn jemand finanzielle Probleme hat, kann ich helfen. Ich habe ein offenes Ohr für alle Probleme und verurteile niemanden. Aber besonders in Partnerschaften vermassel ich es trotzdem immer wieder, weil die andere Person es nicht mehr mit mir aushält. Und ich kann hunderte von guten Sachen für jemanden tun aber die Probleme werden irgendwie immer überwiegen. Ich fühle mich gerade einfach so verloren. Natürlich habe ich Angst, dass ich meinen Partner jetzt komplett in die Wüste getrieben habe und dass er nicht mehr wiederkommen wird und das bereitet auch so einen Schmerz.
Aber ich habe auch Angst, dass ich meine Vergangenheit nie wirklich los werde und somit die Chancen auf eine gesunde Partnerschaft einfach immer schlecht stehen werden. Ich habe auch vor einigen Wochen mich getraut ein Beratungsgespräch bei unserem Uni-Psychologen anzufragen aber leider vergeben die bis nach Neujahr keine Termine und jetzt sitze ich da und weiß einfach nicht was ich tun soll. Ich habe gerade irgendwie Angst meinen Freunden und der Familie zu erzählen, dass ich schon wieder eine Beziehung in den Sand gesetzt habe aber auch irgendwie weil ich insgeheim hoffe, dass wir wieder zueinander finden. Dementsprechend bin ich gerade irgendwie auf einer einsamen Insel und ich weiß nicht wohin mit mir und meinen Gedanken, . Naja das war auch schon ein sehr langer Text. Ich freue mich wenn es jemand liest und bedanke mich schon mal dafür. Ich freue mich auf eine Antwort.
Liebe Grüße