LilithMoira
Mitglied
- Beiträge:
- 31
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 38
- Mitglied seit:
Der Anfang
Meine Frau und ich haben sich im Nov. 2020 über Facebook kennengelernt und sind im März 2021 zusammen gekommen. Weil zwischen uns ca 400 km lagen haben wir uns nach einem Autounfall dazu entschlossen im Nov 2021 zusammenzuziehen. Ich habe damals mein komplettes Leben für sie aufgegeben und bin hier her zu ihr in die Wohnung gezogen. Da ich vorher auf lediglich 25 qm "hauste", ist auch von meinem damaligen Hausstand nicht viel mitgekommen.
Im Juli 2023 haben nach langer Überredungskunst von ihrer Seite geheiratet.
Mein psychischer Abstieg
Ich habe hier mit dem Umzug auch einen neuen Job angefangen in dem ich sehr glücklich war und mich auch schnell nach oben arbeiten konnte. Mit der Verantwortung kamen nach einiger Zeit jedoch auch mehr Probleme ins Spiel. Ca. 2023 wurde es immer stressiger, 2024 bin ich dann ohne Einarbeitung oder Vorbereitung aufgrund interner Probleme kurzerhand zur Teamleiterin ernannt worden und hatte von heut auf morgen noch mehr Verantwortung ohne irgendwelche Unterstützung oder sonstiges. Dies gipfelte dann im Frühjahr 2025 darin, dass ich kurz vorm Burnout war und ich mir eine Auszeit von 6 Wochen nehmen musste. Anschließend gab es einen neuen Chef und viele Versprechungen, die jedoch weder gehalten wurden noch hat mich die neue Führung in irgend einer Weise unterstützt oder gefördert. Das Ende vom Spiel war dann der Verlust des Kunden aufgrund Verschulden der Chefetage Ende 2025. Weihnachten wurde ich dann aufgrund von dem Wesen und den Hirngespinsten meiner Mutter als Tochter komplett verstoßen, was mir nach den Monaten zuvor und einer früheren 3 jährigen Therapie (Grund Mutter muss hier reichen) komplett den Boden unter den Füßen weg gezogen hat. Meine Frau und ihre Familie haben mich hier aufgefangen doch es hatte leider noch immer kein Ende. Im Februar wurde Kurzarbeit eingeführt und im Juni habe ich dann meine betriebsbedingte Kündigung erhalten. Nun stand ich da und habe sofort versucht alles zu retten was zu retten ist und mir eine positive Zukunft aufzubauen. Trotz meiner finanziellen Ängste habe ich alle Wege frei gemacht für eine staatlich unterstützte Umschulung zur Fachinformatikerin Daten- und Prozessanalyse. Meine Frau hat mich auch hier voll unterstützt und immer wieder gesagt wir schaffen das zusammen. Selbst als sie von meiner Kündigung erfahren hat, meinte sie, sie habe vor Freude geweint. Ich habe in den anschließenden 3 Monaten Freistellung so gut wie möglich versucht wieder positiv in die Zukunft zu blicken, war jedoch aufgrund der ganzen Vorkommnisse wieder von Ängsten betroffen, konnte nach Panikattacken nicht mehr alle Strecken allein fahren und hatte oft Stimmungsschwankungen. Ich will nicht lügen, ich weiss das es nicht immer einfach mit mir war in den letzten 2 Jahren. In den letzten Monaten jedoch, habe ich mir versucht einen Tagesablauf aufzubauen und so gut wie möglich wieder uns beiden gut zu tun. Ich habe versucht mich um mich zu kümmern, viel gelesen, wieder gezockt, mich draussen bewegt und im Haushalt habe ich alles anfallende übernommen. Ich habe mich um die Katzen gekümmert, gekocht, gewaschen . mein Ziel war, sie so weit wie möglich mit allem zu entlasten, damit sie sich auf die Arbeit und die Ausbildung konzentrieren kann.
Ihre vorherigen Krisen
Nach einer Beziehung mit einer Borderlinerin und kurz vor einem Jobwechsel haben wir uns damals schon kennengelernt. In der Beziehung hat sie mal den Job gewechselt, mit meiner Unterstützung eine Therapie begonnen, wir haben 1 1/2 schwere Endometriose bei ihr durchgestanden, den Tod ihres Katers, um die Historektomie gekämpft, ich war jeden Tag sobald und so lang wie möglich bei ihr im Krankenhaus, habe die Entscheidung zur Umschulung bestärkt . ich habe immer alles dafür getan das es ihr gut ging. Sie hat dann erst in einem Pflegeheim angefangen zu arbeiten und letztes Jahr hat sie dann die Umschulung begonnen. Auch hier habe ich sie so gut wie möglich unterstützt. Lernstoff komplett eingespochen, zu lernen motiviert, alles was mir möglich war.
Die Gegenwart
Sie hat im Juli eine neue Arbeitsstelle angetreten. Ich habe schon lange gemerkt, dass sie mit irgendwas unzufrieden ist, habe bei Nachfrage aber immer nur Antworten wie "bezieh nicht immer alles auf dich" oder "ich weis nicht was los ist" erhalten. Meine Ängste waren natürlich immer wieder Streitpunkt und Thema, aber sie hat immer geäußert das es zwar nervt, sie aber Verständnis hat und wir das zusammen hin bekommen. Nicht mehr lang und mit der Umschulung geht endlich ein neuer Abschnitt im Dezember los. Auf der neuen Arbeit war sie vom ersten Vorstellungsgespräch an voll integriert und sehr beliebt. Alle Kollegen, die Chef´s, jeder war von ihr begeistert und sie hat einen kompletten Aufschwung erlebt. Ich habe mich so, so sehr für sie gefreut. Irgendwann im August hat sie dann eine neue Arbeitskollegin auf einer neuen Abteilung zugeteilt bekommen. Diese hat sie eingearbeitet und mit ihr hat sie sich sehr gut verstanden. Von freudigen Erzählungen ging es dann sehr schnell innerhalb weniger Tage zu Stimmungsschwankungen ihrerseits über und immer wieder überschwängliche Schwärmereien zu ihren Arbeitskolleginen und vor allem dieser einen Arbeitskollegin. Als es dann zum ersten Mal zu privaten Treffen kommen sollte, hat sie mich noch gefragt ob ich mit möchte, doch ich habe es ihr zu liebe verneint und meinte, wenn es ihr gut tut dann soll sie das doch mal allein machen. Wir haben in unserer Beziehung eigtl immer alles zusammen gemacht und nach ca. 2 Jahren gab es mal eine Phase in der sie von heut auf morgen meinte, sie bräuchte wieder Zeit allein für sich und sie will mich nicht mehr überall mit hin nehmen. Ich habe damals falsch und sehr emotional reagiert, es gab jedoch in den letzten 2 Jahren sehr häufig immer wieder Anregungen von mir, dass sie doch mal allein zu ihren Freunden fahren soll oder allein etwas unternehmen. Ich habe sie zum schwimmen geschickt etc . oft hatte sie dazu jedoch überhaupt keine Lust oder sie hat es abgenickt ohne es am Ende zu tun. Sie hatte grundsätzlich zu vielem keine Lust mehr, war sehr müde, unentschlossen und Entscheidungen wurden immer zum Streit weil sie wie ein PingPong hin und her geworfen wurden. Aber wieder zurück zum Thema. Nach den ersten privaten Treffen war sie immer extrem gut gelaunt, hat über die Kollegen geschwärmt, sich jedoch auch sehr stark bei mir bedankt, meinte die Kollegen freuen sich extrem mich kennen zu lernen, ich bin ihr "für immer Mensch", ihr "Fels in der Brandung" und sie ist so froh mich zu haben. Dann kam irgendwann der Tag X ca 1 Woche später, ab dem alles abwärts ging. Auslöser war wohl, dass diese bestimmte Kollegin meine Frau auf der Arbeit fragte "ob sie überhaupt glücklich ist". So die Aussage die ich irgendwann erhalten habe. Am Wochenende zuvor hatten wir einen unserer üblichen Streitthemen. Ich habe mich getraut Auto zu fahren, sie hat bemerkt das ich nervös werde, ich meinte es ist alles gut aber mir steigen die Tränen in die Augen und sie hat mich genervt angefahren "Dann lass es doch einfach" und ich bin dann sauer geworden, zurück gefahren, habe ihr gesagt dann soll sie doch allein gehen und habe gebockt. Am Ende waren wir doch gemeinsam unterwegs, aber ja das ist so der Klassiker unserer Auseinandersetzungen . ich kam mit ihrem Ton nicht klar und habe mich angegeriffen gefühlt und sie kam mit meiner darauf folgenden Reaktion nicht klar. Ich will nichts beschönigen . ich hab es leider nicht geschafft meine Probleme so schnell in den Griff zu bekommen, ich habe mich jedoch immer ehrlich und von Herzen entschuldigt . auch wenn das vielleicht eine schwache Ausrede ist.
Die Trennung
Letztendlich ging ab diesem Zeitpunkt irgendwie alles sehr schnell. Wir haben 1-2 Alk. Gespräche geführt, in denen sie mir erst vorsichtig und dann immer gewaltiger ihre Gefühle für die Arbeitskollegin nahe legte. Anfangs "als würde man sich schon immer kennen" habe ich noch mit dem Kennenlernen meiner besten Freundin damals verglichen, später konnte ich jedoch bei "brennen in der Brust, nur sie ist noch mein Antrieb, ich will gar nicht mehr nachhause weil da alles schlecht ist und wir nur noch streiten, ich kann bei dir nicht sein wie ich wirklich bin, sondern nur bei ihr und auf der Arbeit" nicht mehr ignorieren was da wirklich auf mich zu kommt. Sie hat angefangen mit den Kollegen nach der Arbeit auszugehen, zu trinken. Wenn sie dann nachhaus kam, gab es auf einmal Gespräche ind Richtung "wenn sowas nochmal ist dann zieh ich 3-4 Tage aus", "ich kann dir kein "Für immer" mehr versprechen", "ich hab zum ersten mal an Trennung gedacht", "ich will den Jakobsweg gehen ohne das ich Rechenschaft ablegen oder Rückmeldung geben muss". lauter so Dinge. Es gab dann zwar nochmal eine "Ausprache" in der sie mir einerseits von ihren "tiefen Gefühlen" für die Kollegin erzählte, sagte sie wisse nicht ob es nicht zu spät wäre, dass ich jetzt meine Fehler begreife und ob sie die Geduld dazu hat das abzuwarten, dass sich was ändert, andererseits aber meinte wir probieren es und wollen einiges gleich umsetzen (sie wollte wieder ihren Haushalt machen, alleine weg gehen, nicht mehr rechtfertigen, weniger Streit suchen). Das hielt jedoch nur wenige Tage. Ab diesem Zeitpunkt war sie jeden Tag bei der Kollegin und dessen Partner, mal länger mal kürzer . teils nach der Arbeit, teils vor Aktivitäten von uns beiden . gegipfelt in einem Volksfest Besuch, auf den wir uns eigtl schon Wochen gefreut haben. Hier hatte dann ihre Kollegin gesundheitliche Probleme und sie war den ganzen Tag tod traurig und betrübt, hat den ganzen Abend nur an sie gedacht und ich habe ein leuchten in ihren Augen gesehen, dass ich mir gegenüber schon lange nicht mehr erleben durfte. In den darauf foglenden Tagen war nur noch die Kollegin und der Partner an erster Stelle und ich konnte es mir nach 2 Tagen nicht verkneifen zu fragen, warum sie nur noch dort hin geht und es nichts mehr wichtigeres gibt. Tja . am nächsten Tag hat sie ihre Sachen gepackt und meinte sie braucht eine Woche Auszeit. Sie könnte zu ihrem besten Freund oder zu den anderen beiden . ratet wo sie die ganze Woche war. Als sie ihre Sachen packte hat sie geweint, sie hat mit geküsst, mir gesagt das sie mich liebt, immer wieder . und das sie sich auch wünscht wieder zu kommen. Eine Woche später stand sie vor mir als ein komplett anderer Mensch. Eiskalt schaute sie mir in die Augen und meinte, dass sie mir gegenüber rein gar nichts mehr fühlt, für eine gesunde Beziehung nicht geeignet ist, vielleicht wieder mit Männern schlafen will, hält sich für die Monogamie nicht mehr geeignet, will sich niemanden gegenüber mehr rechtfertigen und sie will das ich so schnell wie möglich ausziehe weil sich ihr alles aufstellt wenn sie nur daran denkt zu mir in die Wohnung zu kommen. Das war jetzt vor 3 Wochen .
Seit dem
Nach ca 1 1/2 Wochen und einem Anwaltstermin ist sie dann wieder auf die Couch gezogen. Ihr Hauptwunsch ist noch immer das ich gehe, was im Trennungsjahr nicht erzwungen werden kann, aber sie steht allein im Mietvertrag also wir werden sehen. Ich hoffe auf ihren Auszug, weil ich nur diese Wohnung und unsere Katzen noch habe . sonst bleibt mir nichts im Leben . Sie ist eiskalt, ein völlig anderer Mensch, so gut wie nie zuhause, steht felsenfest hinter ihrer Entscheidung und fühlt keinen Funkten Reue für das was sie da tut .
Ich befinde mich aktuell in meiner persönlichen Hölle. Ich habe so gut wie keine Freunde hier, die die mir noch bleiben haben fast keine Zeit und nach 2 Wochen lässt das "Hilfegefühl" auch langsam nach. Ich war beim Anwalt, ich habe die Ämter so gut wie möglich angeleiert und abgeklappert, ich habe meine Umschulung trotz allem und mit viel Bedenken so gut wie möglich in trockene Tücher gepackt . aber ich fühle nichts davon, ich fühle mich nur noch einsam und unfähig irgendetwas daran zu ändern. Mir hat in meinem ganzen Leben nie jemand so weg getan. Ich habe nichts mehr . alle Freunde, Bekannte, ihre Familie die ich über alles lieben gelernt habe und das einzige an Familie war was ich noch hatte . alles weg . so sitz ich nun hier an einem Samstag, an einem Wochenende auf das ich mich immer so sehr gefreut habe, weil wir so Zeit gemeinsam hatten . einsam und unfähig mich irgendwie von diesem Schmerz zu befreien .