Ein grundsätzlicher Gedanke:
Männer, die über lange Zeit fremdgehen um sich durch die Affäre eine nette Ablenkung zu suchen, sind meist charakterlich und emotional eher schwach.
Auch wenn sie zugleich Egoisten und Narzissten sein können (und deswegen auf Frauen mit einem schlechten Selbstwertgefühl einen starken Eindruck machen).
Sie vermeiden aus Bequemlichkeit und mangels Konfliktfähigkeit, ehrlich zu ihrer Partnerin zu sein - und genießen es, sich von zwei Frauen hofieren zu lassen.
Dabei beabsichtigen die allermeisten (haben psychol. Studien ja auch gezeigt) keinesfalls, die Ehefrau zugunsten der Affäre zu verlassen.
Das Problem daran ist, dass die meisten Langzeit-Affärenfrauen auf emotionaler Ebene selbst eher schwach sind - v.A. was das Selbstwertgefühl betrifft.
Und diese schwachen Männer genießen es zwar, ein williges Schoßhündchen zu haben, das auf jeden Pfiff angelaufen kommt und freudig mit dem *beep* wedelt -
nur Respekt haben sie davor nicht wirklich, und ihr Leben möchten sie ihm auch nicht anvertrauen. (Das hat die thoughe Ehefrau, die nicht nur mit dem *beep* wedelt sondern auch mal bellen kann und ihr Revier verteidigt, zudem den kühlen Kopf bewahrt und alles managt, meist einfach besser "im Griff" - dort fühlt der Ehemann sich halt besser versorgt und aufgehoben).
Ich muss offen zugeben, dass ich selbst mir auch nur schwerlich vorstellen kann wie aus einer Langzeitaffäre, wo einer der Partner zum nervlichen Wrack wird (indem er tagtäglich zwischen Himmel und Hölle pendelt), eine wirklich "normale" tragfähige Beziehung werden kann.
Wie gesagt - das soll keine Pauschalisierung aller Affären sein, es mag durchaus auch anders laufen.
Allerdings sind diese "anderen Fälle" wohl eher keine, wo der Spaß über 2, 5 oder 10 Jahre läuft - und die Geliebte sagt, dass sie nicht mehr weiß wofür sie leben soll, wenn der Fremdgeher sie verlässt. (was m.E. schon darauf hinweist, dass die seelischen Probleme der Betroffenen unabhängig von jedem potenziellen Partner wirklich ganz enorm groß sein müssen)
In diesen Fällen, in denen beide Partner wirklich kompatibel und alltagstauglich sind, trennt sich der Liierte dann meist doch nach einer eher kürzeren Zeit und gibt der potenziellen Beziehung eine Chance. (auch das beweisen ja statistische Erhebungen zu diesem Thema...)
Was ich damit meine... wenn ihr selbst schon schreibt, dass euer Selbstwertgefühl nicht so gut ist (wie z.B. Delilah sagte), dann ist es schwer von einem anderen Menschen, der selbst charakterlich nicht aus dem besten Holz geschnitzt ist, zu erwarten, dass er euch mehr Respekt entgegenbringt als ihr selbst es mit euch macht.
Es gibt Menschen, die einen tollen Charakter haben, genug seelische Stärke für zwei besitzen, und auch emotional fragilere Menschen absolut anständig und gut behandeln -
Dauer-Fremdgänger gehören aber leider gar nicht zu dieser Spezies... die denken nur an sich selbst, und daran wie sie ihre Schäfchen im Trockenen halten können... möglichst bei einer starken Frau.
(Darum ist der Standard-Fremdgeher auch nicht für seine Geliebte da, wenn sie ihn wirklich braucht. Mag auch hier Ausnahmen geben, aber die Regel ist es nicht!)
Wenn ich höre: "Dieser Mann ist das Beste auf der Welt!" wird mir anders, weil es zeigt, wie groß die innere Abhängigkeit ist, und wie tief der Betroffene im Teufelskreis steckt.
Es ist aber leider absolut typisch für diese Beziehungskonstellation... und eine absolute Idealisierung eines Antihelden.
(Bei meiner Mutter habe ich es letztendlich genau so erlebt... es ist befreiend, hier mitzuschreiben, weil ich endlich bearbeiten kann was mich die letzten 10 Jahre lang belastet hat, und wofür ich keine Worte finden konnte, weil es außer meinem Mann niemanden gab, dem ich das anvertrauen konnte - man geht ja nicht gerade damit hausieren, dass die eigene Mutter eine Affäre hat... selbst viele Bekannte wussten es damals nicht, und ihnen wurde die Mär vom armen Mann erzählt, der in Trennung lebt aber halt weiter oben im Norden so eingespannt ist mit seiner alten Mutter und seinen Kindern, die ihn brauchen...

)
Liebe Grüße,
Sommermorgen