Ich danke dir für deine ehrliche Meinung.
Zitat von DerTypderwo40ist:Ja was nun? Lamentieren, dass Du Dich ganz in Ordnung findest und so bleiben möchtest wie Du bist und zeitgleich überlegen in welche Richtung Du Dich nun am vielversprechendsten verbiegen kannst damit Madame doch wieder will?
Ich will mich nicht verbiegen. Und ja, ich finde mich ganz in Ordnung, nichtsdestotrotz hinterfrage ich gern Menschen, Sachverhalte und Aussagen. Und ich schließe mich selbst da nicht aus. Einfach ausgedrückt, wenn ich mal irgendwo bei irgendwas ernsthaft gescheitert bin oder mir Menschen sagen, dass ich bei irgendwas Mist gebaut habe, dann mache ich nicht nur die Umstände dafür verantwortlich, sondern hinterfrage auch meine Rolle, mein Handeln und meine Entscheidungen.
Meist kommt dann heraus, dass ich selbst nicht ganz unschuldig an der Situation bin und dass ich aus meinen Fehlern lernen sollte, um sie nicht wieder zu machen.
Nur wenn ich selbst bei mir keinen Fehler erkennen kann, tue ich Kritik oder Misserfolge nicht weiter beachten.
Ich bin bei ihr offensichtlich gescheitert.
Ja, natürlich hat sie auch daran ihren Anteil und ich glorifiziere sie nicht, aber mir ist es zu einfach zu sagen, "ich bin mit mir im Reinen und sie passte einfach nicht",... Das kann ich nicht.
Denn ich erkenne einige Fehler, die ich gemacht habe. Ich erkenne einige Eigenarten an mir, die nicht nur sie sondern schon andere Menschen an mir gestört haben. Ich mag die Arbeit im Haushalt nicht. Ich sehe sie als lästige Pflicht. Muss getan werden, weil ich ja nicht im Müll wohnen will. Soweit so gut.
Diese "Eigenart" verbindet sich aber in meinem Fall mit einer zweiten "Eigenart"...ich sehe mein ganzes Leben an dem Ort, wo ich gerade bin, mit der Arbeit, für die ich gerade bezahlt werde, als Übergangsphase.
Und mir fällt es schwer, unendlich schwer, mich für Übergangsphasen zu begeistern.
Also habe ich mich die letzten Jahre, abseits von Arbeit, Sport und den schönen Momenten der Zweisamkeit mit ihr, ziemlich hängen gelassen. Dahingelebt.
Die Schwierigkeit ist, dass ich diese Eigenarten von mir kenne und ich sie als nicht so tragisch einstufe bzw. eingestuft habe... Sie hat das anders gesehen und das habe ich erst jetzt erkannt. Ich muss da irgendwie rauswachsen.
Und das hätte ich gern mit ihr getan.
...
Und ja, ich habe mich auf meiner Retterrolle ausgeruht. Das passiert mir nie wieder.
Was sie falsch gemacht und was sie für Eigenarten besitzt, ist mir halbwegs klar. Mein Problem ist nun, dass ich mit ihren Fehlern und Eigenarten leben konnte. Sie hatte bei mir viel mehr Pluspunkte als Minuspunkte.
Und es macht mich traurig, es ärgert mich und ich finde es schade, dass es andersherum nicht auch so war.
Denn dann hätten unsere Zukunftsträume wirklich Realität werden können.
Und was meine Albernheit angeht. So ist das wirklich eine schwierige Frage. Humor kann ich mir nicht abtrainieren. Humor ist bei jedem anders.
Habe ich Angst vor Zurückweisung?... Eigentlich nicht.Eigentlich schon. Ich weiß es nicht.
Ich habe eine tolle Familie und enge Freunde. Die werden mich nicht zurückweisen und trotzdem bin ich dort immer mal albern und bringe ein Lachen in die Runde, weil ich Menschen einfach gern lachen sehe.
Kann natürlich sein, dass das nun wieder auf eine pathologische Störung aus entfernten Kindheitstagen hindeutet, da ich ein Scheidungskind, Ossi und in ärmeren Verhältnissen aufgewachsen bin... aber das ist mir zu abstrakt.
Alles schwierig und nur sehr schwer zu verstehen.
Danke, für eure Meinungen.