Keto
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ich lese hier schon ein paar Tage in den verschiedenen Themen mit und habe mich jetzt entschlossen euch meine Geschichte zu erzählen...
Meine Verlobte oder besser jetzt Ex-Verlobte hat mich vor fünf Wochen, nach über drei Jahren Beziehung verlassen. Es kam für mich, natürlich, vollkommen unerwartet und ich habe es bis heute noch nicht richtig realisiert. Ich habe gemerkt, dass sie in den Tagen davor sich etwas zurückgezogen hat, habe das aber auf ihr Fernstudium bezogen, welches sie neben dem Beruf noch macht. Ich selbst hatte ebenso viel Stress mit Arbeit und Fernstudium und brauch da auch immer mal meine Ruhe.
Als Begründung nannte sie mir, dass sie mit mir "das Gefühl" hätte, dass sie für mich mitdenken müsste was Alltagsfragen angeht (Wohnung saubermachen, Umzug planen- ja wir wollten gerade noch in eine größere Wohnung ziehen-, den Einkaufszettel schreiben... solche Dinge) und sie einen Mann braucht, an den sie sich auch mal anlehnen könne.
Gleichzeitig sagt sie dann noch, dass die für August geplante Hochzeit (worauf sie immer gedrängt hatte) ein Fehler gewesen wäre...
Sie weinte, packte einen Koffer und fuhr zu ihrer Oma.
Tja, und ich saß in der gemeinsamen Wohnung und meine Welt brach zusammen.
Nach zwei Tagen zog ich dort aus, weil ich es nicht mehr aushielt. Es war vorher ihre eigene Wohnung gewesen und ich bin etwa ein reichliches Jahr vorher zu ihr gezogen.
Natürlich habe ich ihr per Messenger geschrieben. Sie gefragt, was das heißen soll mit den Alltagsfragen? Weder bin ich ein Messie, noch habe ich irgendwie gesagt oder es gelebt, dass der Haushalt Frauensache ist. Sie hat geantwortet, dass es nicht wirklich mein Fehler sei, sondern ich halt "so bin". Ich würde den Haushalt eben als lästig betrachten und würde ihr da nicht groß beistehen. Sie hätte das oft genug angesprochen und jetzt wolle sie nicht mehr.
Außerdem sei ich zu albern. ...?
Ja genau liebe Mitforisten, Stück für Stück kamen dann mehr "Gründe" für die Trennung kurz vor der Hochzeit ans Licht. Stilecht mit whatsapp.
Ich sei schon immer albern gewesen und hatte immer einen seltsamen Humor, das fand sie zwar eigentlich immer lustig, aber irgendwann eben nicht mehr. Liegt nicht an mir, sie wolle das einfach nicht mehr.
So weit, so unklar.
Und schließlich sei ich zu tollpatschig. ...?
Ja genau liebe Mitforisten, zu tollpatschig. Diesen Trennungsgrund gibt es tatsächlich.
Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Weil mir mal ein Weinglas runtergefallen ist (ungefüllt) oder ich mir öfters mal meine eigenen Füße irgendwo angehauen habe, gelte ich nicht mehr als Mann "auf Augenhöhe".
Toll, oder?
(Das denke ich mir leider nicht aus, werte Mitforisten.)
Und dann sagt sie mir noch, dass sie mir unendlich dankbar ist, weil ich sie in unserem ersten gemeinsamen Jahr (kurz nach der Trennung von ihrem letzten Freund) so aufgebaut habe, sie vom Alk. weggebracht habe und ihr geholfen habe, ihre Psycho-Therapie durchzustehen (das hätte ja sonst kein Mann gemacht).
Sie habe mich auch noch sehr "lieb", aber das sei doch fraglich, ob das für eine Ehe reiche....
Dabei hat sie mir jahrelang geschworen, dass sie niemals einfach so gehen könnte, sie würde immer für eine Beziehung kämpfen. Sie wöllte "ein Nest bauen" und wir wollten uns gemeinsam in die Zukunft gehen.
Wir sind beide derzeit noch beim gleichen Arbeitgeber angestellt, wollten aber nächstes Jahr irgendwann kündigen (fällt mit unserem angepeilten Ende des Studiums zusammen), um die Welt reisen, in eine Großstadt ziehen, neuen Job suchen und dann Kinder kriegen. Kein schlechter Plan von uns beiden, mit Ende Zwanzig, wie ich finde.
Tja, da steh Man(n) dann da, nicht wahr?
Ich vermisse sie unendlich, weil sie mir bei mir unendlich liebevoll und fürsorglich war. Sie hat mich perfekt ergänzt und ich habe immer versucht ihre Launen auszugleichen, was mir wohl meist ganz gut gelang, bei mir konnte sie immer "sie selbst" sein.... (so hat sie es formuliert).
Wahrscheinlich habe ich das zu sehr genossen... wahrscheinlich habe ich ihr wirklich zu wenig im Haushalt geholfen.
Und wenn ich auf Arbeit immer knallhart tun musste, war ich daheim oder bei Freunden wirklich etwas zu albern (als Ausgleich)...
Irgendwo habe ich sie aus den Augen verloren. Ich habe ihr in ihrer Lebenskrise beigestanden und verliere sie dann wegen fehlender Alltagstauglichkeit? Unseren gemeinsamen Erlebnisse zählen scheinbar nichts mehr. Unsere gemeinsame Zukunft wird weggeworfen.
...
Auch ja, den schicken Verlobungsring will sie gern behalten. Der sei "so schön" und sie wolle sich an unsere Zeit erinnern. Sie würde mir auch den Neuwert erstatten....
...
Was soll ich dazu sagen? Meine Familie und meine Freunde sagen mir alle, dass man das niemandem erzählen kann...das würde einem niemand glauben.
Ich habe das jetzt hier euch erzählt. Sorry, für die Länge des Textes. Bin ziemlich am Ende. Weiß eigentlich auch gar nicht, wie ich die letzten 5 Wochen überstanden habe.
Bye
Keto