Lizzylein
Gast
Bei mir ist es zwar etwas anders, aber letztendlich doch nicht. Schwierig.
Ich habe vor knapp 3 Jahren jemanden in der Arbeit kennengelernt, als Freund, rein platonisch. Er in einer Beziehung seit Jahren, ich verheiratet. Wir verstanden uns super, haben viel gequatscht in den MiPausen, wie ich eben auch mit einer Freundin reden würde.
Irgendwann haben wir uns auch sms geschrieben - meinem Mann habe ich das gesagt, der Inhalt war nicht geheim und auch nicht verwerflich. Bei ihm habe ich rausgefunden, dass das seine Freundin nicht wissen darf. Fand ich komisch, denn es war ja wirklich nur Freundschaft. Ich habe auch mal vorgeschlagen, dass wir zu viert was machen. Das wollte er nicht, nannte mir aber keinen Grund.
Irgendwann wurden die sms etwas liebevoller, es ging in die Richtung "ich halte es nicht mehr lange aus, dich wiederzusehen". Ich gebe zu: es hat mir geschmeichelt, aber ich habe mich weiterhin freundschaftlich verhalten.
Er hat mich später zu sich nach Hause eingeladen, d.h. es ging um einen Kamin, den er hatte und wir auch so einen haben möchten und er schlug vor, ich solle ihn mir mal ansehen und Fotos machen. Gesagt, getan.
Nun ja, ihr könnt euch denken, dass das der Anfang vom Ende war. Viele denken sich bestimmt: ja das war ja klar, dass das so endet.
Nein, für mich war weder klar noch mit Hintergedanken. Vllt bin ich auch zu naiv für die Welt.
Ich war danach im totalen Gefühlschaos, denn sowas ist mir noch nie im Leben passiert. Dann war Funkstille. Ich wusste nicht damit umzugehen. Seitdem sehen wir uns nicht mehr, er meldet sich immer weniger. Wenn ich versuche, das Thema anzuschneiden, dann blockt er ab.
Ich weiß, dass eine Freundschaft wrs. nun unmöglich ist. Ich wünschte, es wäre wieder wie vorher. Unbeschwert, leicht und vor allem nicht verwerflich. Ich habe aus meiner Sicht einen Freund verloren, der mir viel bedeutet hat als Mensch. Und nun ist er weg.
Ich würde es gerne verstehen wollen, aber er sagt einfach nichts.
Ich frage mich: war das sein einziges Ziel? Hat er darauf 2 Jahre hingearbeitet, um mich dann wortlos mit allem zurückzulassen?
Bin ich ihm so egal als Mensch?
Bedeute ich ihm doch mehr und er hat deswegen den Kontakt so gut wie abgebrochen?
Diese Fragen zermürben mich einfach. Ich will abschließen und loslassen, aber solange ich nicht weiß, was jetzt eigentlich los ist kann ich das nicht. Mir fällt das so schwer.
Lieber wäre mir, es würde klar sagen: lass uns den Kontakt abbrechen, als dieses einfach nicht mehr melden nach allem was war und vor allem weil wir uns so lange so gut verstanden hatten.
