Vorab: Deine Situation ist beschissen und tut mir sehr leid. Ich kann gut nachvollziehen, dass Deine körperlichen Einschränkungen es noch mal schwieriger machen, die ungewollte Trennung zu verarbeiten. Darüber hinaus denke ich, dass Du auch den Tod Deiner Tochter - verständlicherweise - nicht verkraftet hast.
Aber zu einigen Punkten habe ich eine differenziertere Sicht.
Zitat von Rosiely: Von der DMSG war eine sehr nette Frau hier,die dann von einem zum anderen Tag nicht mehr gekommen ist. Auch keine Erklärung warum nicht mehr. Es gibt auch nicht so viele Freiwilligen Helfer, die man mal eben abrufen kann.
Das ist bestimmt sehr enttäuschend für Dich gewesen. Hast Du mal nachgefragt, warum das so ist oder erwartest Du, dass immer auf Dich zugegangen wird? Und ja - es gibt nicht so viele freiwillige Helfer. Da muss sich jede/r (ich auch) schon mal fragen, ob man sich denn selbst irgendwo freiwillig sozial engagiert.
Ein Rollstuhl allein ist kein Hindernis (natürlich schon, wenn man damit die Wohnung nicht verlassen kann). Vorlesen in Krankenhäusern oder Altenheimen geht auch im Rolli.
Zitat von Rosiely: Dann habe ich 4 Wochen gewartet um eine Berechtigung Nr vom Amt zu bekommen, für den Fahrdienst für Privatfahrten.
Du hast jahrelang gewartet, bevor Du Dich darum gekümmert hast und Dich viel zu sehr auf Deinen Mann verlassen. Verständlich - aber nicht zielführend, um ein wenig unabhängiger leben zu können.
Zitat von Rosiely: Man fühlt sich wie Ausschuss Ware.
„Man“ nicht. Du fühlst Dich so. Dass Dein Leben sehr viel schwieriger ist als das von gesunden Menschen - ja. Du kannst darüber sauer sein, es ungerecht finden, Wut entwickeln. Aber sich selber als Ausschussware zu sehen ist noch mal eine andere Hausnummer.
Zitat von Rosiely: In diesem Land ist man nicht offen oder bereit für Menschen mit Einschränkungen zu integrieren .
Das kann ich so allgemein gehalten nicht stehenlassen.
Natürlich ist nicht jede/r offen und bereit, Menschen mit Einschränkungen zu integrieren. Ein nicht unerheblicher Teil vielleicht auch aus Unsicherheit. Integration ist jedoch keine Einbahnstraße, da müssen beide Seiten ihren Anteil leisten.
Was hast Du denn bisher gemacht, um aktiver am Leben teilhaben zu können? Selbsthilfegruppen, Behindertensport (darf man das noch so nennen?), Nachbarschaftstreffen? Grade in einer Großstadt wie Berlin gibt es doch sicher Möglichkeiten.
Für mich liest es sich so, als ob Du sehr auf Deinen Partner fokussiert warst und daneben keine Freundschaften oder Bekanntschaften gepflegt hast.
Zitat von Rosiely: Das ist von den Medien nur gelaber.
Solche Aussagen liebe ich ja. Nicht.
Was haben denn „die Medien“ damit zu tun und was „labern“ sie Deiner Meinung nach?
Zitat von Rosiely: Man sieht es schon ,wie die Menschen glotzen auf den Straßen, nur weil ein Mann, mein Sohn seine Mutti im Rollstuhl durch die Gegend rollt
Also ich wohne in einer deutlich kleineren Stadt als Du. Hier wundert sich niemand, wenn z. B. ein Sohn seine Mutter im Rollstuhl durch die Gegend schiebt. Ja, vielleicht „glotzt“ mal jemand, viele bestimmt auch mitleidsvoll. Ich kann verstehen, dass das schwer auszuhalten ist.
Aber grade in der gewohnten Nachbarschaft wird meiner Erfahrung nach nur beim ersten Mal geglotzt (wenn überhaupt).
Du kannst nichts für Deine Krankheit. Alle anderen aber auch nicht.