Jensen
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ich habe vorgestern einige Beiträge von anderen zu diesem Thema gelesen und bedanke mich zunächst einmal für die Denkanstöße, die mir das gegeben hat.
Ich bin mit meiner Frau seit knapp 8 Jahren verheiratet und insgesamt sind wir 15 Jahre zusammen (ich war damals 21 und sie 16). Inzwischen haben wir zweit Töchter (4 1/2 und 1 Jahr alt).
Ich kann mir keine bessere Mutter für unsere Kinder wünschen und profitiere sehr von unserer gemeinsamen Erziehung der Kinder, da ich in diesem Bereich (meiner Meinung nach) Defizite habe und mit und durch meine Frau die Chance habe, ein guter Vater zu sein.
Das Problem ist nur, dass ich meine Frau nicht mehr liebe. Ich kann auch gar nicht sagen, wann das angefangen hat - Zweifel daran hatte ich auch schon vor der Geburt unserer ersten Tochter, aber wir hatten halt einen gemeinsamen Lebensplan, den wir bis jetzt auch wirklich sehr gut erreicht haben.
Jetzt haben wir also unsere Ziele erreicht und ich stehe da und denke oft, dass ich das so gar nicht haben will. Meine Frau ist meine beste Freundin, keine Frage, aber eben keine Partnerin mehr im se.uellen Sinne (das liegt denke ich an uns beiden).
Das ist jetzt auch schon einige Jahre so, ich hatte meine Unzufriedenheit damit aber wohl immer verdrängt. Natürlich ist es mit zwei (relativ kleinen) Kindern nicht einfach dennoch eine erfüllende Partnerschaft zu leben, aber viele Probleme (oder besser gesagt von mir unausgesprochene Mängel an der Partnerschaft) bestanden eben auch vorher schon.
Im Forum habe ich (gerade von Frauen) den Wunsch gelesen, dass man das unbedingt ansprechen sollte. Das werde ich auch die Tage machen, ich bin mir nur gar nicht im Klaren darüber, was ich damit erreichen will. In den Beträgen ging es immer darum, die Partnerschaft wieder lebendig zu machen und die Liebe neu entstehen zu lassen.
Ich beschäftige mich aber erst aktiv mit meinen Gefühlen zu meiner Frau, seit ich bemerkt habe, dass gerade eine neue Liebe zu einer anderen Frau entsteht. Mein Kopf rät mir, das zu ignorieren und einfach weiter zu machen, wie bisher. So lebe ich aber schon so viele Jahre und komme immer mehr zu dem Schluss, dass es mit 38 langsam Zeit wird, erwachsen zu werden und zu lernen, sein Leben emotional aktiv zu gestalten. Ich habe mich letzte Woche mit dieser Frau in der Kneipe getroffen und wir haben übers Quatschen total die Zeit vergessen und waren am Ende die letzten in der Kneipe. So etwas hatte ich jetzt schon extrem lange nicht mehr. Dabei war es einfach nur ein freundschaftliches Gespräch. Nur merke ich jetzt eben auch, dass bei mir da mehr entstehen könnte, wenn ich es zulasse. Ich weiß auch gar nicht, ob diese Frau ähnlich für mich empfindet. Sie ist ebenfalls in einer langen Beziehung (ohne Kinder) und ebenfalls unzufrieden.
Wir werden jetzt in zwei Wochen einen ganzen Tag zusammen verbringen. Als ich Ihr das vorgeschlagen hatte, hat sie nur kurz gezögert und dann zugestimmt.
Die Frage ist nun, was ich nun machen kann. Ich liebe meine Kinder, und hatte bei beiden 1 Jahr Elternzeit. Ich geniesse es, Zeit mit Ihnen zu verbringen und mit Ihnen zu leben. Ich bin aber auch der Hauptverdiener unserer Familie und muss nun bald wieder voll arbeiten. Meine Frau hat eine Firma gegründet, für die sie 30-40 Stunden die Woche arbeitet. Leider wirft das aber (noch) nicht genug Geld ab, sodass das für sie bei einer Trennung zu einem echten Problem würde. Ich will aber auch noch gar nicht darüber nachdenken, wie wir unsere Leben organisieren könnten/müssten, wenn wir getrennt wären. Eigentlich geht es mir jetzt erst einmal darum, wie ich herausfinden kann, was ich für mich eigentlich will.
Ist schon fies. Mit meinem Leben bin ich total unglücklich und am Horizont zeichnet sich eventuell ein großes neues Glück ab.
Ich will aber eigentlich auch unsere Kinder nicht zu Scheidungskindern machen. Das haben sowohl meine Frau als auch ich hinter uns.
Wie ihr merkt ist das alles noch was wirr und ich freue mich auf eure Ratschläge und Fragen. Ich bin einfach nicht sonderlich geübt darin, mir über meine Gefühle Gedanken zu machen und zu ergründen, wo diese her kommen. Der einzige Mensch, dem ich mich recht gut anvertrauen kann, ist meine Frau - das ist bei diesem Thema aber leider ja nicht möglich. Damit meine ich nicht, dass ich nicht mit ihr reden will, aber ich muss ja selber erst noch richtig verstehen, was eigentlich los ist.